Thrombose erkennen: Wie gefährlich ist die Pille?

Redaktion PraxisVITA
Anti-Baby-Pille wird über Apothekenthresen gereicht
Bei einer neuen Anti-Baby-Pille sollten Frauen sich die Packungsbeilage genau durchlesen und mit neu auftretenden Beschwerden schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen © Fotolia

25 Tage nachdem Ihr Arzt ihr eine Anti-Baby-Pille verschrieben hatte, brach eine junge Frau im britischen Tamworth mit einer Lungenembolie zusammen. Die Gefahren von Blutgerinnseln durch die Pille sind zwar allgemein bekannt – doch gerade bei einem Präparat-Wechsel werden sie häufig übersehen. Darauf sollten Frauen achten, um frühzeitig eine Thrombose erkennen zu können.

Die Warnzeichen waren da – hätten Fallan Kurek (21) oder ihre Ärzte die Thrombose erkennen können, die die junge Frau hatte,  könnte sie noch leben. Drei Wochen, nachdem ihr Arzt ihr die Pille Rigevidon verschrieben hatte, begann Fallan, über Atemnot und schmerzende Beine und Rippen zu klagen. Während eines Abendessens mit ihren Eltern hatte sie plötzlich einen Anfall, den die Familie für eine Panikattacke hielt. Besorgt brachte ihr Vater sie ins Krankenhaus, wo die Ärzte ein EKG (Elektrokardiogramm) durchführten – und keine Ursache für Fallans Atemnot fanden.

 

Blutgerinnsel: Ärzte erkannten Symptome nicht

So wurde Fallan nach Hause geschickt, wo sie vier Tage später zusammenbrach und aufhörte zu atmen. Der Grund: Sie hatte eine Lungenembolie – ein Blutgerinnsel verstopfte ein Gefäß ihrer Lunge. Die Folge: Die Lunge konnte nicht mehr richtig arbeiten und Fallans Körper bekam nicht genug Sauerstoff. Noch bevor die junge Frau das Krankenhaus erreicht hatte, war sie hirntot. Und das, weil die Ärzte die Symptome nicht richtig einschätzten

Ihre Geschichte hätte gut ausgehen können, hätten die Ärzte bei ihrer ersten Krankenhaus-Einlieferung eine entscheidende Frage gestellt: „Nehmen Sie die Pille?“ Oder hätte Fallan die Packungsbeilage ihrer Pille gelesen – denn mit Sicherheit war darin die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln aufgeführt. Die Gefahr von Blutgerinnseln (Thrombosen) ist bekannt, seit die Anti-Baby-Pille vor mehr als 50 Jahren eingeführt wurde. Um die Thrombose erkennen zu können, hätte die eine Frage nach der Pille gereicht.

Thrombose erkennen
Damit Ärzte eine Thrombose erkennen können, sollten sie Patientinnen bei Beinschmerzen immer fragen, ob sie die Pille nehmen© iStock
 

Vorsicht beim Pillenwechsel

Doch Fallan brachte ihre Beschwerden nicht mit der Einnahme der Pille in Verbindung – eine Falle, in die häufig Frauen tappen, die seit Jahren eine Anti-Baby-Pille nehmen, nie Probleme hatten und dann das Präparat wechseln. Sie rechnen nicht mehr damit, dass das Präparat Probleme bereiten könnte und lesen die Packungsbeilage nicht sorgfältig genug durch.

Ebenso verhängnisvoll: Ärzte ordnen die Symptome einer Thrombose häufig falsch ein und fragen gar nicht erst danach, ob die Patientin eine Anti-Baby-Pille nimmt. Darum gilt für alle Frauen, die erst seit kurzer Zeit eine bestimmte Pille nehmen: Treten Beschwerden auf, die Sie vor der Einnahme der neuen Pille noch nicht hatten, gehen Sie schnellstmöglich zum Arzt, um die Thrombose erkennen und behandeln zu lassen. Vergessen Sie nicht zu erwähnen, dass Sie eine Anti-Baby-Pille einnehmen.

Übrigens: Die Pille für den Mann ist auf dem Weg. Alle Infos dazu gibt es im Video.

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