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Telmisartan senkt den Blutdruck

Redaktion PraxisVITA

Bei meinem 34 jährigen Patienten wurde ein gefährlich zu hoher Blutdruck zufällig entdeckt. Nach weiterer Abklärung verordne ich ihm nun einen so genannten ACE-Hemmer. Doch ein bei ihm sich einstellender, trockener Husten als verbreitete Nebenwirkung lässt mich umdenken. Ich entscheide mich für ein moderneres Medikament.

Inhalt
  1. Ein ‚Sartan‘ als Alternative
  2. Telmisartan: Blutdrucksenker und Herzschützer
  3. Nebenwirkungen von Telmisartan
  4. Lange Wirkung bedeutet auch langen Schutz
  5. Achtung Wechselwirkungen!
  6. Valsartan verunreinigt – Telmisartan nicht
 

Ein ‚Sartan‘ als Alternative

Der Name dieser Medikamenten-Gruppe klingt für viele oft gewöhnungsbedürftig – doch die Gruppe der ‚Sartane‘ wird viel besser vertragen als die älteren ‚ACE-Hemmer‘. Beide bewirken Ähnliches und schützen ähnlich gut: Sie unterbrechen die blutdrucksteigernde Wirkung von Enzymen in der Niere. Der Wirkstoff ‚Telmisartan‘ wirkt und schützt dabei besonders lange.

 

Telmisartan: Blutdrucksenker und Herzschützer

Bereits 20 Milligramm ‚Telmisartan‘ können den Blutdruck oft schon gut senken. Üblich sind 40 Milligramm. Für die noch höhere Dosierung von 80 Milligramm wurde zusätzlich ein Schutz vor Herzinfarkten und Schlaganfällen bewiesen – dann heißt es jedoch, den Blutdruck gut im Auge zu behalten, damit er nicht zu niedrig wird. Meistens dauert es vier bis acht Wochen, bis sich die volle Wirkung entfaltet.

Blutdruck messen
Telmisartan senkt den Blutdruck besonders zuverlässig © istock/bluecinema
 

Nebenwirkungen von Telmisartan

Telmisartan sollte nicht bei zu engen Herzklappen (Aorten- und Mitralklappe) verabreicht werden. Auch bei einer starken Beeinträchtigung der Leberfunktion ist es leider nicht zu empfehlen. Wenn die Nieren schlecht arbeiten, kann sich durch das Telmisartan zu viel Kalium im Blut ansammeln – dies kann zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen führen.

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Herzrhythmusstörungen

Wichtig für Diabetiker: Telmisartan steigert das Risiko – bei gleichzeitiger Behandlung mit Diabetes-Medikamenten –, dass der Blutzuckerspiegel abstürzt.

Viel seltener als bei den ACE-Hemmern können ein trockener Husten und Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödem) auftreten.

 

Lange Wirkung bedeutet auch langen Schutz

Telmisartan wirkt besonders lange im Körper. Mindestens 24 Stunden. Es einmal pro Tag zu nehmen, reicht also. Wird Telmisartan gut vertragen, ist es ein sehr gutes und sehr sicheres Medikament, um zu hohen Blutdruck zu behandeln. Es wird zum Beispiel dann eingesetzt, wenn im Herzen (Hypertrophie) oder anderswo schon Schäden durch zu hohen Blutdruck entstanden sind. Telmisartan schützt zudem die Nieren.   

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Bluthochdruck (Hypertonie)

 

Achtung Wechselwirkungen!

Das wichtige Blutsalz Kalium kann sich im Organismus bis in gefährliche Höhen ansammeln, wenn gleichzeitig bestimmte, entwässernde Medikamente (bspw. Spironolacton, Eplerenon), ACE-Hemmer und selbst Substanzen wie Ibuprofen oder Diclofenac gegeben werden. Zudem kann die gemeinsame Einnahme vorgeschädigte Nieren weiter beeinträchtigen. Besser den Arzt fragen.

 

Valsartan verunreinigt – Telmisartan nicht

Viel war darüber zu lesen, dass ein anderer Vertreter aus der Gruppe der Sartane – das Valsartan – oft gefährlich verunreinigt ist. Für das Telmisartan gilt das nicht.     

Steigen draußen die Temperaturen, sollte die Tagesdosis runter gehen. Der Grund: Wärme von außen weitet die Blutgefäße in der Haut und lässt den Blutdruck so natürlich sinken. Kommt jetzt ein Blutdrucksenker wie das Telmisartan dazu, sind die Werte schnell ‚zu niedrig‘.   

  

 

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