Heilpflanzenlexikon

Teestrauch - natürliche Hilfe bei Durchfall

In vielen Ländern der Welt ist Tee fester Bestandteil des Alltags. Seine positive Wirkung auf die Gesundheit wird auf die in ihm enthaltenen Polyphenole zurückgeführt.

Teesträucher
Tee wird weltweit getrunken - sein genauer Ursprung ist heute jedoch unbekannt© Fotolia
 

Teestrauch: Anwendung und Heilwirkung

Definition Teestrauch

Bezeichnung: Camellia sinensis Familie: Teestrauchgewächse (Theaceae) Gattung: Kamelien (Camellia) Art: Tee

Den im Teestrauch enthaltenen Polyphenolen und vor allem dem sogenannten EGCG werden eine Reihe positiver Wirkungen zugeschrieben. So sollen sie antioxidativ, antikanzerogen, entzündungshemmend und antimikrobiell wirken. Auf der adstringierenden Wirkung der Gerbstoffe beruht die Anwendung bei leichtem Durchfall in der Volksmedizin. Wie Kaffee wirkt Tee aufgrund seines Koffeingehalts kurzzeitig anregend – der Teestrauch hilft also bei Durchfall. Allerdings tritt die Wirkung langsamer ein als bei Kaffee. Das Fluorid soll den Zahnschmelz schützen.

 

Im Teestrauch enthaltene Wirkstoffe

Die Blätter des Teestrauches sind für alle echten Teesorten die Grundlage. Grüner oder Schwarzer Tee unterscheiden sich nur in der Weiterbearbeitung nach der Ernte. Grüntee besteht im Gegensatz zu anderen Sorten vollständig aus gedämpften, jedoch unfermentierten Blättern, was sich auf den Gehalt der Inhaltsstoffe auswirkt.

Grüner Tee: Epigallocatechingallat (EGCG, ein Polyphenol), Koffein, Aminosäuren (Theanin), Gerbstoffe (Proanthocyanidine), Vitamine (A, B2), Mineralstoffe (u.a. Fluorid)

Schwarzer Tee: ähnlich wie Grüntee, jedoch mehr Koffein und deutlich weniger Polyphenole

 

Botanik

Teeblätter und getrockneter Tee
Grüner und schwarzer Tee wird aus den gleichen Pflanzen gewonnen. Die Verarbeitung entscheidet über die späteren Inhaltsstoffe© Fotolia

Die Teepflanze ist ein immergrüner Strauch oder Baum. Sie kann eine Wuchshöhe von bis zu 9 Metern erreichen. Für den Anbau wird der Teestrauch jedoch meist auf ein bis zwei Meter beschnitten. An kahlen, grau-gelben Zweigen stehen kurz gestielte, wechselständig angeordnete Blätter. Sie sind dunkelgrün, länglich oval und gesägt. Die Teepflanze blüht von Oktober bis Februar. Ihre duftenden, weißen Blüten stehen einzeln oder zu dritt in den Blattachseln.

 

Verbreitung

Die Teepflanze bevorzugt subtropisches Monsunklima. Angebaut wird er in China, Indien, Nepal, Sri Lanka, Iran, aber auch in Portugal und England sowie in Afrika und Lateinamerika. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Südostasien, kann aber aufgrund der Verbreitung durch den Menschen nicht mehr genauer bestimmt werden.

 

Andere Namen für den Teestrauch

Wissenswertes über den Teestrauch

In vielen Ländern ist der Genuss von Tee Teil der nationalen Kultur.

In Japan ist die Teezeremonie ein bis ins kleinste Detail choreografiertes Ritual. Jeder Handgriff und die zu benutzenden Utensilien sind exakt vorgegeben. In England begleitet Tee den ganzen Tagesablauf. Er wird meist mit einem Schuss Milch getrunken, die – daran erkennt man den Engländer – zuerst in die Tasse gegossen wird. Der „Five o'Clock Tea“ am Nachmittag ist den meisten Engländern nach wie vor eine geheiligte Tradition. Obwohl Deutschland als klassisches Kaffeeland gilt, hat Tee in einzelnen Regionen wie Ostfriesland einen ähnlich hohen Stellenwert wie in England.

Die bequeme Lösung für den Teegenuss ist der Teebeutel. Die heutige, nicht nur in Deutschland gebräuchliche Form geht auf Adolf Ramboldt zurück. Der Mitarbeiter der Firma Teekanne entwickelte 1949 eine Maschine, die es erlaubt, den Tee in ein Filterpapier mit 2 Kammern zu füllen, die dann mit einer Metallklammer zusammengeheftet und damit geschlossen werden.

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