Tee-Kunde für Schwangere: Auf die Mischung kommt es an

Ines Fedder Medizinredakteurin

Essen und Trinken, was man will? Während der Schwangerschaft muss man seine Ernährungsgewohnheiten zwangsläufig umstellen, um dem Fötus nicht zu gefährden. Auch beim Teetrinken gilt es, einiges zu beachten.

Schwangere Frau mit Tasse in der Hand hält ihren Babybauch
Einige Kräutertees sollten während der Schwangerschaft nur in Maßen getrunken werden Foto:  istock/ellenaz
Inhalt
  1. Teetrinken in der Schwangerschaft: Darauf sollten Sie achten
  2. Diese Sorten wirken wohltuend während der Schwangerschaft
  3. Sonderfall Koffein: Sind Grüner und Schwarzer Tee während der Schwangerschaft erlaubt?
  4. Diese Teesorten sollten in der Schwangerschaft nicht getrunken werden

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Schwangere, circa 1,5 Liter Wasser am Tag zu trinken. Je nach Umgebungstemperatur und starkem Schwitzen sollte gegebenenfalls etwas mehr Flüssigkeit zu sich genommen werden.

Immer nur Wasser trinken, wer will das schon? Auch als Schwangere kann man seinen Flüssigkeitshaushalt mit Tees auffüllen. Zudem haben die Kräuter der verschiedenen Teesorten ja auch eine positive, heilende Wirkung, die das Wohlbefinden der werdenden Mutter steigern können.

 

Teetrinken in der Schwangerschaft: Darauf sollten Sie achten

Mediziner empfehlen: Nicht mehr als maximal vier Becher Tee (circa 150 ml) am Tag zu trinken. Zudem sollte der Tee möglichst ungesüßt, also ohne Zucker und Süßstoff zu sich genommen werden.

 

Diese Sorten wirken wohltuend während der Schwangerschaft

Fencheltee bei Darmbeschwerden während der Schwangerschaft

  • Fenchel hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Rebellieren Magen oder Darm, kann der Verzehr von Fenchel – auch als Tee, schnell dafür sorgen, dass wieder Ruhe im Verdauungstrakt herrscht. Auch bei Sodbrennen – ein häufiges Schwangerschaftsleiden – hilft Fenchel erwiesenermaßen.

Kamillentee gegen Schwangerschaftsübelkeit

  • Kamille beruhigt den Magen und den Darm. Der Verzehr von Kamillentee hilft sowohl bei Schwangerschaftsübelkeit als auch gegen Erkältung. Der Wirkstoff der Kamille ist entzündungshemmend und antibakteriell. So können ein bis zwei Tassen Kamillentee bei einer leichten Erkältung während der Schwangerschaft schnell für Besserung sorgen. Allerdings: Mehr als drei Tassen Kamillentee sollten es nicht sein. Im Kamillentee sind Giftstoffe enthalten, die sich in höherer Dosierung auf das ungeborene Baby auswirken kann.

Salbeitee wirkt entkrampfend

  • Salbei wirkt ebenso wie Kamille entzündungshemmend und hat zudem eine beruhigende Wirkung. Während der Schwangerschaft kann der Verzehr von Salbeitee zudem entkrampfend wirken. Auch hier sollten Sie jedoch Vorsicht walten lassen und Salbeitee keinesfalls über einen längeren Zeitraum in hoher Dosis (mehr als drei Tassen am Tag) genießen. Salbeitee enthält nämlich den Wirkstoff Tannin, der frühzeitige Wehen auslösen kann. Auch das im Salbeitee enthaltende Thujon, ein ätherisches Öl, welches auch in Thymian und Rosmarin zu finden ist, kann in höherer Dosierung schädlich für das ungeborene Baby sein.

Tief durchatmen mit Pfefferminztee

  • Die fördernde Wirkung von Pfefferminztee ist bekannt. So soll Pfefferminz eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt haben. Die ätherischen Öle der Pfefferminzpflanze wirken zudem krampflösend. Da auch bei Pfefferminztee eine wehenfördernde Wirkung vermutet wird, sollte dieser Tee erst in Absprache mit dem Arzt oder Hebamme getrunken werden. Auch hier gilt in der Regel: maximal drei bis vier Tassen am Tag.
    Zwiebelsirup bei Husten in der Schwangerschaft
    Krankheiten & Behandlung 7 Hausmittel für erkältete Schwangere

Ingwertee: Vorsicht vor vorzeitigen Wehen

  • Die Ingwer-Knolle gilt als echter Allrounder. Sie stärkt die Abwehrkräfte und kurbelt den Stoffwechsel an. Und wirkt zudem noch gegen lästige Schwangerschaftsübelkeit. Während der Schwangerschaft ist allerdings auch Ingwertee mit Vorsicht zu genießen. Auch dem Ingwer wird eine wehen fördernde Wirkung nachgesagt. Mediziner empfehlen daher täglich nicht mehr als sechs Gramm Ingwer zu sich zu nehmen.

Geheimwaffe der Hebammen: Himbeerteeblätter

  • Tee aus Himbeerblättern ist ein echter Geheimtipp, den Hebammen nur zu gerne an Schwangere weitergeben. Die Himbeerblätter sollen die Beckenbodenmuskulatur und das Gewebe lockern und die Gebärmutter stärken. Da auch Himbeerblättertee eine wehenfördernde Wirkung haben hat, empfehlen Hebammen und Mediziner den Tee erst ab der 35. Schwangerschaftswoche. Auch hier sollten nicht mehr als drei bis vier Tassen am Tag getrunken werden.
    Mutter und Kind nach der Geburt
    Schwangerschaft & Geburt Geburt einleiten - das macht der Arzt
 

Sonderfall Koffein: Sind Grüner und Schwarzer Tee während der Schwangerschaft erlaubt?

Wie viel Koffein während der Schwangerschaft erlaubt ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen der Mediziner. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt nicht mehr als 300 mg Koffein am Tag. Das entspricht etwa zwei bis drei Tassen Grünen oder Schwarzen Tee. Eine höhere Dosis des Koffeins kann zu Fehlbildungen und Untergewicht des Fötus führen sowie zu Frühgeburten.

 

Diese Teesorten sollten in der Schwangerschaft nicht getrunken werden

Rosmarin, Passionsblume und Eisenkraut – Achtung Wehen!

  • Rosmarin, Eisenkraut und Passionsblume wirken wehendfördernd und sollten daher nicht während der Schwangerschaft getrunken werden.

Vorsicht bei Süßholzwurzel

  • Der Verzehr von Süßholzwurzel, entweder im Tee oder Lakritz wirkt sich auf die Durchlässigkeit der Plazenta aus und erhöht das Risiko einer Fehlgeburt. Daher: Finger weg!

Quellen:

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.