TCM-Ernährung: Wie sieht der Ernährungsplan aus?

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Die TCM-Ernährung richtet sich nach den Grundlagen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die eine ganzheitliche Behandlung des Menschen vorsieht. Lebensmittel werden dafür nach der aktuellen körperlichen Verfassung und den individuellen Bedürfnissen zusammengestellt. 

Ein Bund Radieschen auf Holz
Zur TCM-Ernährung gehört auch das Element Metall – scharfe Nahrung wie z. B. Radieschen Foto:  iStock-1160709739 Max2611
Inhalt
  1. Welche Rolle spielen die fünf Elemente in der TCM-Ernährung?
  2. Welche Rolle spielt die Lebensmittel-Temperatur bei der Ernährung nach TCM?
  3. Welche Grundregeln sieht ein TCM-Ernährungsplan vor?
  4. Wie gesund ist die TCM-Ernährung?

Die TCM-Ernährung hat in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eine große Bedeutung. Sie soll dazu beitragen, ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Yin und Yang herzustellen. Yin ist dabei, vereinfacht gesagt, am ehesten mit der materiellen Substanz des Körpers gleichzusetzen, während Yang Antrieb und Energie meint. Erst wenn beides im Einklang ist, kann laut der Lehre die Lebensenergie Qi optimal fließen. Dazu soll ein TCM-Ernährungsplan beitragen. Lebensmittel werden also gezielt eingesetzt, um Störungen in der Balance auszugleichen.

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Welche Rolle spielen die fünf Elemente in der TCM-Ernährung?

Die chinesische Ernährungslehre empfiehlt zunächst, die individuelle Verfassung zu ermitteln. Das bezieht sich zum einen auf das angeborene Qi und zum anderen auf eventuelle Störungen im Gleichgewicht von Yin und Yang. Entsprechend geschulte TCM-Experten führen dazu verschiedene Methoden der Diagnostik durch, etwa die sogenannte Puls- und Zungenschlag-Diagnostik. Sie tasten Patienten auch ab und lassen sie einen Fragebogen ausfüllen. Anschließend wird für die Ernährung nach TCM ausgewählt, welche Lebensmittel zu einem besseren Gleichgewicht beitragen könnten.

Dabei sollen unter anderem Geschmack und Farbe der Lebensmittel eine Wirkung auf den Körper haben, wobei jede Geschmacksrichtung einem Element zugeordnet ist. 

Das sind Beispiele für die Fünf-Elemente-Ernährung der TCM:

  1. Element Holz – saures und grünes Essen: Lebensmittel wie Salat, grünes Gemüse oder Essig sollen kühlend, befeuchtend oder festhaltend wirken. Ihnen wird nachgesagt, die Energie des Körpers nach innen zu leiten. Wichtig sind sie daher unter anderem bei Depressionen und Verspannungen.
  2. Element Feuer – bittere und rote Lebensmittel: Dazu gehören unter anderem Chicoréesalat und Kaffee. Trotz des Feuer-Elements ist auch hier die Wirkung eine kühlende. Ganz praktisch sollen unter anderem die Verdauung und der Schlaf gefördert werden. 
  3. Element Erde – süße und gelbe Produkte: Karotten, Kürbisse und Bananen sind typisch. Als Teil der TCM-Ernährung sollen sie unter anderem zu Entspannung und Harmonie führen sowie Appetitmangel beheben.
  4. Element Metall – scharfe und weiße Nahrung: Radieschen sind hier zu nennen, Zwiebeln oder Pfeffer. Dieses Essen wärmt, regt an und ist schweißtreibend. Die Energie gelangt stärker nach außen. Bei hoher Infektanfälligkeit sollen die Lebensmittel eine gute Wahl sein.
  5. Element Wasser – salzige und blaue oder schwarze Lebensmittel: Beispiele sind Fisch oder Meeresfrüchte, denen eine schleimlösende Wirkung nachgesagt wird, obwohl sie Wasser binden sollen. Auch bei Müdigkeit und schneller Erschöpfung gehören sie zum TCM-Ernährungsplan.
 

Welche Rolle spielt die Lebensmittel-Temperatur bei der Ernährung nach TCM?

Die traditionelle chinesische Medizin kennt bei der Ernährung auch den Begriff der Temperatur. Damit ist jedoch der energetische Zustand gemeint, unabhängig davon, ob die Speisen tatsächlich gekühlt oder erwärmt wurden. Wieder sind die Temperaturen bestimmten Lebensmitteln zugeordnet,die den jeweiligen Effekt im Körper erzeugen - von erhitzend bis kühlend.

Die Temperaturen und Lebensmittelbeispiele:

• Heiß: z. B. Pfeffer oder Alkohol
• Warm: z. B. Eier oder gegartes Fleisch
• Neutral: z. B. gekochtes Gemüse
• Erfrischend: z. B. rohes Gemüse und saftiges Obst
• Kalt: z. B. unreifes Obst und Gemüse

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Welche Grundregeln sieht ein TCM-Ernährungsplan vor?

Zusätzlich kennt die TCM-Ernährung viele Grundregeln. Das sind die sieben wichtigsten:

1. Zu festen Zeiten essen, wobei das TCM-Frühstück wärmend sein sollte.
2. Die Abendmahlzeit möglichst früh einnehmen.
3. Hunger- und Sättigungsgefühl beachten.
4. Frische, möglichst naturbelassene Produkte verwenden.
5. Gemüse und Getreide bilden die Basis der TCM-Ernährung. Fleisch und Fisch gelten nur als Beilagen.
6. Rohkost sollte vermieden werden.
7. Milchprodukte gehören nur selten auf den Speiseplan.

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Wie gesund ist die TCM-Ernährung?

Die Lehre der fünf Elemente sowie die energetischen Zustände von Lebensmitteln sind wissenschaftlich nicht belegt. Skeptisch sind Ernährungswissenschaftler, wenn ein individueller Plan mit starken Verboten belegt ist. Grundsätzlich gilt die TCM-Ernährung aber als sehr gesund, da sie Obst, Gemüse und Vollkorngetreide in den Mittelpunkt stellt.

 

Quellen:

Ernährung nach Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM), in: Bund Deutscher Heilpraktiker 
10 Ernährungstipps aus der Chinesischen Medizin, in: Klinik am Steigerwald
Traditionelle Chinesische Ernährung, in: Ernährungs Umschau - Fachzeitschrift für Fachkräfte im Bereich Ernährung und Diätetik
Seifert, Christiane (2018): Die 5-Elemente-Küche für Einsteiger, Stuttgart: Trias.

 

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