Taubheitsgefühl: "Endlich macht das Laufen wieder richtig Spaß"

Nach einer Wirbelsäulenstabilisierung ließ der Rückenschmerz nach und die Taubheitsgefühle verschwanden
Nach einer Wirbelsäulenstabilisierung ließ der Rückenschmerz nach und die Taubheitsgefühle verschwanden. Seitdem kann Margarete Heidel jeden Schaufensterbummel wieder richtig genießen © Fotolia

Plötzliche Rückenschmerzen, Kribbeln in den Beinen und Taubheitsgefühle. Jede kurze Strecke und langes Stehen wurden zur Qual. Erfahren Sie bei Praxisvita, welche Therapie Margarete Heidel von ihrem Leid befreite.

Kurz nach meinem 60. Geburtstag fingen die Rückenschmerzen an. Erst machte ich mir keine großen Gedanken. Immerhin sagt man auch, Wirbelsäulen-Probleme seien mittlerweile eine Volkskrankheit. Aber die Schmerzen wurden schlimmer. Es dauerte nicht lange und jede kurze Strecke und langes Stehen wurden zur Qual. Meine Beine taten weh und kribbelten unangenehm. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würden meine Beine taub. Ich musste schon nach wenigen Gehminuten eine Pause einlegen. Manchmal musste ich mich sogar hinsetzen. An manchen Tagen war es so schlimm, dass ich es kaum noch rechtzeitig über die Ampel schaffte.

Nach mehreren Arztbesuchen war klar, dass ich unter einer Spinalkanalstenose leide. Im Volksmund sagt man auch "Schaufensterkrankheit des Rückens". Denn viele Betroffene vertuschen ihr Leiden, indem sie sich vor Geschäfte stellen, um die Beine ausruhen zu können. Im Gegensatz zur normalen Schaufensterkrankheit, die durch Verengungen der Blutgefäße in den Beinen ausgelöst wird, saß bei mir die Ursache im Rücken. Darum war ich auch beim Radfahren beschwerdefrei – durch die leicht vorgebeugte Haltung ist der Hauptnerv im Wirbelkanal nicht mehr eingeengt.

 

Die betroffenen Wirbel werden gestützt

Oft ist altersbedingter Verschleiß der Auslöser, erklärte mir mein Orthopäde. Der Körper baut vermehrt Knochen an, um die Abnutzung auszugleichen. Dies kann zu einer Verengung im Wirbelkanal des Lendenbereichs führen. Er meinte auch, dass bei mir nur eine Operation helfen könne. Doch meine Freundin erzählte mir, wie risikoreich und aufwendig dieser Eingriff sei – ich hatte sehr große Angst. Dann las mein Mann von der neuen, schonenderen OP-Methode, bei der zusätzlich ein stützendes Implantat in die Wirbelsäule eingesetzt wird. Dr. Dieter Adelt von der Ostseeklinik Damp nahm mir die letzten Vorbehalte, indem er mir das genaue Vorgehen erklärte: "Wir stützen nur die betroffenen Wirbel, statt wie früher den ganzen Wirbelabschnitt zu versteifen. Das war besonders für ältere Patienten ein sehr anstrengender Eingriff, auch weil die Gefahr eines hohen Blutverlustes bestand."

Dr. Adelt erklärte mir, dass bei seiner Methode das angelagerte Knochenmaterial entfernt und die Nervenbahnen wieder freigelegt werden. Der Arzt beschrieb mir: "Dann wird eine Titanklammer eingesetzt, die die Wirbelsäule wieder stabilisiert. Die Klammer kann man sich wie einen frei schwingenden Bürostuhl vorstellen. So wird jede Bewegung abgefedert. Die Entlastung der Wirbelgelenke lässt den Rückenschmerz und die Taubheitsgefühle wieder verschwinden."

Klinik: Ostseeklinik Damp, Telefon 04352/80 60 01

Kosten: Das Einsetzen des flexiblen Titanimplantates wird in der Regel von allen Krankenkassen übernommen.

 

Krankengymnastik stärkt den Rücken

Schon am Abend nach der Operation durfte ich das erste Mal aufstehen und hatte schon ein deutlich besseres Gefühl in den Beinen. Und bereits am nächsten Tag habe ich mit der Krankengymnastik begonnen, um meinen Rücken zu stärken. Ganz überrascht war ich, dass ich schon nach einer Woche wieder nach Hause durfte. Erst einmal war natürlich schweres Heben für mich tabu. Dafür stand regelmäßige Krankengymnastik auf dem Plan.

Durch meine Krankheit habe ich gemerkt, wie unglücklich mich die eingeschränkte Bewegungsfreiheit gemacht hat. Ich schätze das wiedergewonnene Lebensgefühl nun umso mehr: Dank der Operation bin ich wieder so gut zu Fuß wie früher. Jetzt kann ich jeden Schaufensterbummel wieder richtig genießen!

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