Tagesmüdigkeit: Ursachen und Hilfe

Tagesmüdigkeit ist oft eine Folge von Schlafstörungen. Allerdings können auch andere Ursachen dahinterstecken, allen voran Schlafapnoe, Depressionen oder ADHS. Um die Müdigkeit am Tag zu bekämpfen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

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Schätzungen zufolge leiden rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland unter Tagesmüdigkeit. Als Folge einer schlaflosen oder durchfeierten Nacht überrascht sie sicherlich niemanden. Tritt Müdigkeit tagsüber allerdings regelmäßig, lang anhaltend und ohne zunächst ersichtlichen Grund auf, sollte sie als Warnsignal des Körpers oder der Psyche verstanden werden. Die Ursachen sind so zahlreich wie individuell.

Tagesmüdigket: Symptome

Menschen, die unter Tagesmüdigkeit leiden, klagen nicht nur über die Müdigkeit an sich. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Erschöpfung

  • Konzentrationsstörungen

  • depressive Verstimmungen

  • innere Unruhe und Nervosität

  • Gereiztheit 

  • Antriebslosigkeit

  • ein übersteigertes Hungergefühl  

Tagesmüdigkeit: Test liefert erste Anhaltspunkte

Ein nützliches diagnostisches Instrument für Tagesmüdigkeit ist die Fatigue Severity Scale (FSS). Dabei handelt es sich um einen Fragebogen mit neun Fragen, der gezielt ermitteln soll, ob ein chronisches Erschöpfungssyndrom (Fatigue) vorliegt.

Ein weiterer Test, den Sie vor dem Besuch bei einem Arzt durchführen können, ist der Epworth-Test zur Tagesschläfrigkeit. Dieser Fragebogen listet verschiedene Situationen auf und fragt ab, wie wahrscheinlich es ist, dabei einzunicken – beispielsweise beim Lesen in einem Stuhl oder beim Autobeifahren auf einer langen Strecke.

Stellen Sie eine regelmäßige, lang anhaltende Tagesmüdigkeit bei sich selber fest, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen. Er führt die ersten Untersuchungen durch und leitet Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten weiter.

Tagesmüdigkeit: Ursachen und Auslöser

Die meisten Menschen kennen Tagesmüdigkeit als direkte Folge von Schlafstörungen: Wer nachts, egal aus welchen Gründen, keine Ruhe findet, ist tagsüber erschöpft. In Form des sogenannten Suppenkomas tritt Tagesmüdigkeit häufig nach dem Mittagessen auf. Auch Abgeschlagenheit nach langen Reisen ist nichts Ungewöhnliches: Vor einem Jetlag, der einen tagsüber einholt, ist niemand gefeit. 

Liegt keiner dieser offensichtlichen Gründe für die Tagesmüdigkeit vor, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Auslöser. Es gibt allerdings keinen allgemeingültigen Ursachenkatalog, der auf jeden unter Tagesmüdigkeit leidenden Menschen zutrifft. Wie so viele andere Erschöpfungskrankheiten ist Müdigkeit am Tag das Ergebnis von verschiedenen Faktoren wie dem Lebensstil sowie körperliche und psychische Gegebenheiten.

Starke Müdigkeit am Tag kann durch Lebensstil bedingt sein

Der Lebensstil eines Menschen beeinflusst die Schlafqualität – und damit auch das Risiko für Tagesmüdigkeit – entscheidend. Faktoren wie Schichtarbeit oder lange Geschäftsreisen, die einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus zur Folge haben, sind meist nur schwer beeinflussbar. Allerdings begünstigen auch spätes Essen, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel Einschlaf- und Durchschlafstörungen, was in Tagesmüdigkeit mündet.

Wer sich zudem ungesund ernährt, kann einen Nährstoffmangel entwickeln. Vor allem die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind für einen gesunden Schlaf förderlich. Fehlen dem Körper diese Nährstoffe, kann das somit die Schlafqualität beeinträchtigen.

Tagsüber müde durch körperliche Erkrankungen

Eine mögliche körperliche Ursache für starke Tagesmüdigkeit ist eine Schlafapnoe. Durch die kurzen Atemaussetzer im Schlaf erholt sich der Körper im Schlaf nicht ausreichend.

Neuesten Forschungen zufolge könnte starke Müdigkeit am Tag auch ein Vorbote für Alzheimer sein. Lange vor den ersten Gedächtnisproblemen führt die Krankheit zu einem massiven Zellverlust in den Wachzentren des menschlichen Gehirns. Tagesmüdigkeit totz ausreichend Schlaf tritt außerdem häufig bei Diabetes auf, wenn es zu starken Über- oder Unterzuckerungen kommt.

Tagsüber immer müde? Psychische Erkrankungen möglich

Besonders häufig tritt Tagesmüdigkeit als Folge von ADS und ADHS auf, ebenso beim Restless-Legs-Syndrom auf. Durch die mit beiden Krankheiten einhergehende innere Unruhe finden Betroffene nachts weniger Schlaf und fühlen sich am nächsten Tag matt und kraftlos. 

Auch Stress, Burn-out und Depressionen haben Schlafstörungen und Erschöpfungszustände zur Folge und werden – neben anderen Faktoren – gleichzeitig durch diese hervorgerufen.

Tagesmüdgikeit als Folge von Medikamentennebenwirkungen

Wer Antihistaminika oder Migränemittel nimmt, kennt deren erschöpfende Wirkung. Aber auch blutdrucksenkende und immunstimulierende Medikamente, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka, Antidepressiva und Krebsmedikamente können Tagesmüdigkeit nach sich ziehen.

Tagesmüdigkeit – was tun?

Ein gesunder Schlaf ist der erste Schritt, um Tagesmüdigkeit loszuwerden. Zusätzlich zu einer verbesserten Schlafhygiene sollten Sie auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung achten und Stress dort, wo es geht, verringern. Dabei helfen Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Yoga und Meditation.

Auf Sport am späten Abend sollten Sie verzichten, weil das verhindert, dass der Körper in den Schlafmodus kommt. Tägliche Bewegung – besonders an der frischen Luft – ist jedoch wichtig. Ein Spaziergang im schnellen Schritt, Fahrradfahren oder Walking bringen den Kreislauf in Schwung und vertreiben so Müdigkeit.

Gegen Müdigkeit am Tag durch innere Unruhe und Stress haben sich zudem pflanzlichen Öle des Arzneilavendels als besonders effektiv erwiesen. Die Übererregung von Nervenzellen, die Stressgefühle auslösen, werden von den Inhaltsstoffen Linalool und Linalylacetat gedämpft, indem sie die für die Reizverarbeitung zuständigen Botenstoffe wieder in Balance bringen. Zudem wirken die Öle beruhigend und schlaffördernd, wodurch Tagesmüdigkeit abnimmt.

Quellen:

Müde oder schläfrig?, in: medical-tribune.de

Immer mehr Betroffene: Tagesmüdigkeit, in: somnolab.de

Alzheimer: Tagesmüdigkeit als Vorbote?, in: scinexx.de

Epworth-Test zur Tagesschläfrigkeit, in: schlafzentrum-ruhrgebiet.de