Täuschung durch Imitation – „Masken-Molekül“ führt Krebs in die Irre

Molekül täuscht Krebs
Ein neu entwickeltes „Masken-Molekül“ kann das Wachstum von Krebs verhindern, indem es sich als ein krebsförderndes Protein ausgibt © Fotolia

US-amerikanische Forscher entwickelten ein Molekül, welches das Wachstum von Krebszellen verhindern kann. Das sogenannte „Masken-Molekül“ täuscht krebsproduzierende Proteine, indem es ihre Oberflächenstruktur imitiert. Das therapeutische Potential ist vielversprechend und auch Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Praxisvita fasst für Sie die Studie zusammen.

Ein Forscherteam hat ein neues Molekül entwickelt, das das Wachstum von Tumoren verhindern kann. Es fungiert dabei wie eine Art Täuschkörper, der krebsauslösende Proteine irreführt und so von ihrer tödlichen Funktion während der Zellreproduktion ablenkt. Das Team – bestehend aus Wissenschaftlern der University of Southern California und New York University – hat das Antikrebs-Molekül bereits als Krebs-Medikament patentieren lassen.

Die Studie, die in dieser Woche in der Fachzeitschrift Proceedings der National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wird, konnte zudem keine Nebenwirkungen bei der Behandlung mit dem neuartigen Molekül feststellen.

 

Masken-Molekül täuscht Krebszellen

Das entwickelte Molekül verhindert, dass sich zwei bestimmte Proteine – die durch ihre Interaktion das Wachstum von Krebszellen bewirken – verbinden können, indem es die Oberflächenstruktur eines der Proteine nachahmt. Dadurch wird das andere Protein in die Irre geführt und will sich mit dem neuartigen Maskenmolekül verbinden. Die Verhinderung der Verbindung zwischen beiden Krebs-Proteinen unterbindet in den Zellen den sogenannten Transkriptionsfaktor, der die zelleninterne Übertragung der genetischen Information steuert und Bedingung des Krebswachstums ist.

Dieser zellinterne Transkriptionsfaktor war im Zuge der Krebsbekämpfung schon lange im Fokus der Wissenschaft, allerdings ohne, dass bisher ein therapeutischer Fortschritt erreicht worden wäre. Nun scheint aber den Forschern mit ihrer neuesten Versuchsreihe der entscheidende Durchbruch gelungen zu sein: Ein den Krebs-Proteinen äußerlich identisches Molekül, welches das Bindungsverhalten der beiden Proteine gegen sie verwendet.

Die Forscher nutzen für das eigens hergestellte „Masken-Molekül“ eine spezielle Software, die in der Lage ist, die Oberflächenstruktur von Proteinen nachzubilden. In einem weiteren Schritt wurde dann diese spezielle Protein-Textur auf ein „stabiles Gerüst“ gelegt. Fertig war die Imitation eines krebsauslösenden Proteins.

Die Wissenschaftler planen nun, diese Technik in einer klinischen Studie an Menschen zu testen.

Hamburg, 14. Mai 2014

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