Tabletten gegen Schweiß: Was hilft bei starkem Schwitzen?

Michelle Kröger

Es gibt verschiedene Methoden, um gegen starkes Schwitzen anzugehen. Deos, Botox, Heilpflanzen. Ob auch Tabletten gegen Schweiß helfen? 

Inhalt
  1. Tabletten gegen Schweiß: Rezeptfreie und rezeptpflichtige Varianten
  2. Welche Tabletten wirken gegen übermäßige Schweißbildung?
  3. Wie wirken die Anti-Schweiß-Mittel vom Arzt?
  4. Nebenwirkungen der Tabletten gegen Schweiß
  5. Wer keine Tabletten gegen übermäßiges Schwitzen einnehmen sollte
  6. Rezeptfreie Tabletten: Können auch homöopathische Mittel helfen?
  7. Betablocker und andere Medikamente gegen Schwitzen
 

Tabletten gegen Schweiß: Rezeptfreie und rezeptpflichtige Varianten

Wer unter extremer Schweißbildung leidet, begibt sich nach langem Deo-Probier-Marathon häufig auf die Suche nach Tabletten gegen Schwitzen. Es gibt verschiedene Methoden, um gegen übermäßiges Schwitzen (auch: Hyperhidrose) vorzugehen.

Es stehen sowohl rezeptfreie Mittel (meist homöopathischen Ursprungs) als auch rezeptpflichtige Tabletten gegen das Schwitzen zur Auswahl. Letztere werden vom Arzt verschrieben. Die Einnahme sollte demnach nur unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Tabletten gegen Schwitzen ohne Rezept gibt es in Apotheken, doch auch hier sollte eine gute Beratung stattfinden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren.

Welche Behandlungsmöglichkeit sich allerdings für den jeweiligen Patienten eignet, hängt von Ausprägung, Schwere und den individuellen Rahmenbedingungen ab (z.B. Begleiterkrankungen). Auch sollte zunächst von einem Arzt abgeklärt werden, ob eine andere Erkrankung starkes Schwitzen verursacht. In diesem Fall sollte man sich auf die Behandlung der Primärerkrankung fokussieren, um auch eine Normalisierung der Schweißproduktion zu erzielen.

 

Welche Tabletten wirken gegen übermäßige Schweißbildung?

Zum einen gibt es natürliche Mittel, häufig mit Salbei als Wirkstoff, und zum anderen gibt es da die stärkeren Medikamente, die vom Arzt verschrieben werden. "Die meisten Medikamente gegen übermäßiges Schwitzen sind rezeptpflichtig und demnach nur nach ärztlicher Absprache einzunehmen. Dazu zählen Tabletten mit Atropin und Oxybutyin oder Anticholinergika", sagt Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM e.V.). Anticholinergika werden beispielsweise nur von spezialisierten Ärzten und ausschließlich bei sehr hohem Leidensdruck als Tabletten gegen extremes Schwitzen verschrieben. Sie können verschiedene Nebenwirkungen für den Patienten bedeuten.

Ob Achseln, Hände oder Füße: Es können verschiedene Regionen des Körpers von Hyperhidrose betroffen sein. Da die Anwendung von Tabletten innerlich stattfindet, wirken sie in allen Körperregionen gleich. Sie sind also ein Mittel gegen starkes Schwitzen am ganzen Körper.

Frauen, die in den Wechseljahren mit starkem Schwitzen und Hitzeattacken zu kämpfen haben, bekommen häufig auch spezielle Hormonpräparate verschrieben. Sie dämmen die hormonell bedingte Schweißbildung durch Ausgleichen des Hormonspiegels ein.

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Wie wirken die Anti-Schweiß-Mittel vom Arzt?

Präparate zur Hyperhidrose-Behandlung unterbinden die für die Schweißproduktion wichtigen Nervenimpulse im Körper. "Durch diese Medikamente wird die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Acetylcholin – einem Botenstoff im Blut, der die Schweißproduktion anregt – gehemmt", erklärt Experte Dr. Altmann. Es handelt sich also um starke Medikamente, die die für die starke Schweißproduktion verantwortlichen Botenstoffe gezielt unterbinden.

 

Nebenwirkungen der Tabletten gegen Schweiß

Auch wenn die Wirkung gegen die Schweißproduktion meist gut ist, so können sich gleichzeitig auch einige Nebenwirkungen bei den Betroffenen zeigen. Experte Dr. Altmann gibt zu bedenken: "Generell gibt es einige Nebenwirkungen wie unter anderem Mundtrockenheit, Magenschmerzen oder Herzrasen, die zu beachten sind." Auch können unter der Einnahme dieser Mittel die Schleimhäute austrocknen und sogar Schlafstörungen auftreten.

 

Wer keine Tabletten gegen übermäßiges Schwitzen einnehmen sollte

Und wer sollte auf die Einnahme solcher Medikamente besser verzichten? "Es gibt eine Reihe an Kontraindikationen: Beispielsweise für Patienten, die an Augen- und Herzerkrankungen leiden, ist die Einnahme dieser Medikamente nicht zu empfehlen", so Dr. Jens Altmann. Aus diesen Gründen ist davon abzusehen, Medikamente gegen Schwitzen und Schweiß leichtfertig ohne ärztliche Überwachung einzunehmen.

Frau bei der Botox-Behandlung gegen Schweiß.
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Rezeptfreie Tabletten: Können auch homöopathische Mittel helfen?

Besonders Naturmittel mit Salbei-Bestandteilen sollen bei starker Schweißbildung Linderung bringen können. "Bei leichten Formen von Hyperhidrose können frei verkäufliche Tabletten mit Salbei eine Alternative darstellen", so Experte Dr. Altmann. "Diese Medikamente enthalten Antihidrotika, die der Schweißbildung entgegenwirken. Es gibt zudem homöopathische Mittel mit pflanzlichen Bestandteilen, welche die Tätigkeit der Schweißdrüsen regulieren können."

Präparate auf Salbei-Basis punkten aufgrund ihrer adstringierenden Wirkstoffe, die insbesondere in den enthaltenen Gerbstoffen, Diterpenen, Triterpenen und Flavonoiden stecken. Sie sorgen dafür, dass die Schweißdrüsen weniger Schweiß produzieren.

 

Betablocker und andere Medikamente gegen Schwitzen

Je nachdem, welche Ursache der übermäßigen Schweißproduktion zugrunde liegt, kann der Arzt dem Betroffenen auch weitere Medikamente verschreiben. Diese sind generell zwar nicht zur Hyperhidrose-Therapie zugelassen, können aber dennoch gegen starkes Schwitzen helfen und vom Arzt als zulassungsüberschreitend verordnet werden.

Zu diesen Medikamenten gehören beispielsweise folgende Mittel:

  • Betablocker: Diese dienen der Blutdrucksenkung und werden bei verengten Herzkranzgefäßen eingesetzt
  • Kalziumkanalblocker: Einsatz ebenfalls bei zu hohem Blutdruck sowie bei verengten Herzkranzgefäßen oder Herzrhythmusstörungen
  • Sympatholytika (auch: Antisympathotonika): Zur Blutdrucksenkung oder zur Behandlung eines Entzugssyndroms, beispielsweise Clonidin
  • Psychopharmaka und Beruhigungsmittel: Auch angstlösende Medikamente sowie Antidepressiva können unter Umständen als Tabletten gegen Schweiß dienen
Unser Experte

Dr. Jens Altmann, leitender Arzt der Bodenseeklinik und Generalsekretär der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM e.V.). Dr. Altmann ist spezialisiert auf das gesamte Spektrum der Plastischen Chirurgie mit Brustchirurgie, Fettabsaugungen sowie auf Körperstraffungsoperationen und Gesichtschirurgie.

Quelle:

Hyperhidrose: Ohne Anlass schweißgebadet, in: Pharmazeutische Zeitung

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