Super-Bakterium bedroht die Welt

Laborteam
Wissenschaftler haben eine neue Variante des Typhus-Erregers entdeckt, gegen die herkömmliche Antibiotika nicht wirken © Fotolia

Diese Entwicklung bereitet Medizinern weltweit Sorge: Eine neue Form des Typhus-Erregers ersetzt in immer mehr Ländern die herkömmliche. Sie ist jedoch viel gefährlicher, denn gegen dieses Bakterium wirken herkömmliche Antibiotika nicht.

Ein Team internationaler Wissenschaftler analysierten Typhus-Proben aus 63 Ländern – in 21 fanden sie eine neue Variante des Typhus-Erregers (H58), die nicht auf die Standard-Behandlung mit Antibiotika ansprang. Der Grund liegt aus Sicht der Forscher in der übermäßigen Nutzung der gleichen Antibiotika – diese ließ den Typhus-Bakterien ausreichend Zeit, Resistenzen zu entwickeln.

 

H58 stellt weltweite Bedrohung dar

Die Folge dieser Entwicklung: Mediziner müssen im Kampf gegen Typhus andere Antibiotika einsetzen – doch die sind teurer und schwerer zu beschaffen. Die neue Variante breitet sich momentan in Afrika und Asien aus und stellt laut Meinung von Experten eine weltweite Bedrohung dar.

„Multiresistente Typhus-Erreger kommen und gehen seit den 1970ern. Das liegt daran, dass die Bakterien neue, resistente Gene entwickeln, die normalerweise verschwinden, wenn wir andere Medikamente einsetzen“, sagt Studienautorin Dr. Kathryn Holt von der University of Melbourne. „Bei H58 sind diese Gene ein fester Bestandteil des Genoms. Das heißt, dass die Antibiotikaresistenz bleiben wird.“ Rund 200.000 Menschen sterben jährlich an Typhus. Der Erreger wird über verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel übertragen.

Hamburg, 12. Mai 2015

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