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Sumatriptan bei Kopfschmerzen

Redaktion PraxisVITA

Die 28-jährige Patientin vor mit hat schon seit Jahren Migräne. Pochende, meist einseitige Kopfschmerzen gehören mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und davor Sehstörungen zu ihrer Welt. Pro Monat ein bis zweimal. Bislang reichten Schmerzmittel, jetzt nehmen die Schmerzen aber nur noch wenig ab. Zu wenig. Es braucht etwas Anderes.

Inhalt
  1. Triptane als Ausweg
  2. Sumatriptan – die längste Erfahrung bringt Verlässlichkeit
  3. Tipp: Achtung bei verstopften Gefäßen
  4. Meine Patientin stillt
 

Triptane als Ausweg

Diese Substanzen wirken direkt im Gehirn und verengen dort gezielt Blutgefäße. Auch haben sie eine antientzündliche Wirkung. Wichtig: Die Diagnose Migräne sollte vor der Einnahme feststehen. Triptane sollten so früh wie möglich nach Einsetzen des Kopfschmerzes genommen werden. Auch später ‚geht‘, oft ist die Wirkung dann aber leider etwas schwächer. Reicht das Triptan alleine nicht, kann zusätzlich ein Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Aspirin genommen werden.   

 

Sumatriptan – die längste Erfahrung bringt Verlässlichkeit

Da meine Patientin unter starker Übelkeit und Erbrechen bei ihren Migräneanfällen leidet, verordne ich ihr ein Nasenspray. Der bewährte Wirkstoff Sumatriptan gelangt so besonders schnell in den Blutkreislauf. Es gibt ihn seit den 90igern. Tabletten könnte sie erbrechen. Zäpfchen möchte sie nicht. Sumatriptan wirkt besonders schnell und intensiv. Es war damals das erste Triptan.

 

Tipp: Achtung bei verstopften Gefäßen

Egal ob verengte Herzkranzgefäße oder verstopfte Beinschlagadern: Da Substanzen wie das Sumatriptan die Blutgefäße weiter verengen, droht dann eine Unterversorgung. Daher: Finger weg. Da Sumatriptan auch ohne Rezept zu haben ist, heißt es für Apotheker, gut nachzufragen.

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Meine Patientin stillt

Hier heißt es immer, vorsichtig zu sein. Sumatriptan geht in die Muttermilch über. Der Tipp: 12 Stunden die Muttermilch abpumpen – und weg damit. Danach kann das Stillen weitergehen. Selbst eine versehentliche Anwendung in der Schwangerschaft (nicht empfohlen) scheint nach den bisherigen Beobachtungen kein Problem zu sein. Der Wissensvorteil des langen Einsatzes.

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