Süßkartoffel gegen Kartoffel: Was ist gesünder?

Süßkartoffeln
Süßkartoffeln liegen voll im Trend. Aber sind sie deshalb gesünder als normale Kartoffeln? © Fotolia

Welche Knolle ist leckerer, gesünder und besser für die Figur? Praxisvita hat die beiden Kartoffelvarianten einmal unter die Lupe genommen und gibt Tipps für die Zubereitung.

Die Kartoffel zählt zu den beliebtesten Nahrungsmitteln der Deutschen. Doch sie hat auch einen Ruf als Dickmacher. Immer öfter wird die Süßkartoffel als gesündere Alternative zur Kartoffel angepriesen. Doch hält sie, was sie verspricht? Praxisvita macht den Check.

 

Süßkartoffel

Süßkartoffeln enthalten kaum Fett (0,1 Gramm bei 100 Gramm), 108 Kilokalorien und sind daher für Figurbewusste die erste Wahl. Zudem hat die Süßkartoffel einen wesentlich niedrigeren glykämischen Index, der Blutzuckerspiegel steigt also nicht so stark an. Beides sorgt dafür, dass wir länger satt bleiben.

Die Nahrungspflanze kann außerdem mit ihrem hohen Gehalt an sogenannten Carotinoiden überzeugen, die unsere Zellen vor Giftstoffen schützen und die Immunkräfte stärken. Auch Schwangere können von den Süßkartoffeln profitieren: die darin enthaltenen Mengen an Folsäure fördern die gesunde Entwicklung von Embryozellen und Embryonalgewebe. Punkten können die Kartoffeln weiterhin mit Mineralstoffen und Spurenelementen wie Mangan, Kupfer und Eisen. Auch die Vitamine B2, B6, E und H (Biotin) sind in den Knollen enthalten. Kalium hat zudem einen positiven Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt, ist entwässernd und wirkt blutdrucksenkend.

Geschmacklich erinnern Süßkartoffeln an mehlig kochende Kartoffeln. Charakteristisch ist – wie der Name verrät – der leicht süßliche Geschmack. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie mehr Zucker enthält als andere Sorten: Eine Süßkartoffel hat 13 Gramm Zucker im Vergleich zu nur 2 Gramm einer weißen Kartoffel.

 

Kartoffel

100 Gramm Kartoffeln enthalten rund 0,3 Gramm Fett, haben rund 70 Kilokalorien und sind damit vergleichsweise kalorienarm. Ihr schlechter Ruf kommt nur durch die ungesunde Zubereitungsweise zustande (z.B. als Pommes frites oder Bratkartoffeln). Reguläre Kartoffeln bieten Ihnen die gleichen Mengen an Kalzium wie Süßkartoffeln und decken damit vier Prozent Ihres Tagesbedarfs. Auch Phospor ist in großen Mengen enthalten und dient dazu, die Knochen zu stärken. Die Kartoffel liefert mit zwei Prozent zwar nur recht wenig Eiweiß, dafür ist dieses aber besonders hochwertig. Der Körper kann die Proteine der Kartoffel relativ leicht in körpereigene Eiweiße umwandeln.

 

Wer gewinnt?

Eisen, Proteine, Magnesium und Kalium liefern beide Knollen. Im Fett- und Kohlenhydratvergleich schneiden beide ähnlich ab, auch hinsichtlich der Kalorien unterscheiden sie sich kaum. Süßkartoffeln enthalten allerdings mehr Zucker, aber auch Salz. Zu den Pluspunkten der Süßkartoffel gehört der hohe Gehalt an Vitamin C, Beta Carotin und Vitamin E. Ein höherer Ballaststoff-, Zucker- und Salzgehalt sorgt dafür, dass man sich von Süßkartoffeln länger satt fühlt. Sie eignen sich daher besser zum Abnehmen und schlank bleiben. Bei Problemen mit Zucker oder Salz sollte man jedoch eher zur Kartoffel greifen. Diese enthält außerdem knochenspendenden Phosphor und größere Mengen an Vitamin B, die Herz- und Hirngesundheit fördern.

 

Bratkartoffeln, Pommes & Co.: Worin die meisten Vitamine und Nährstoffe stecken

Kartoffeln sind wahre Nährstoffbomben. Das Problem: Bei der Zubereitung können die wertvollen Inhaltsstoffe schnell verloren gehen. Hier typische Kartoffelgerichte – und wie sie schonend gelingen:

Bratkartoffeln

Beim kurzen und heißen Braten in der Pfanne bleiben fast alle Vitamine erhalten. Tipp: Rohe Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden, um die Garzeit kurz zu halten. Um Fett zu sparen, eine beschichtete Pfanne nehmen.

Folienkartoffeln

Folienkartoffel
Ofenkartoffeln können besonders schonend zubereitet werden, wodurch sie herrlich im Geschmack sind und gleichzeitig viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben!© Fotolia

Obwohl sie lange im Ofen garen müssen, schützt die Alufolie den größten Teil der Inhaltsstoffe. Tipp: Kleine Kartoffeln wählen und mit Schale garen.

Pellkartoffeln

Das Wasser schwemmt viele Nährstoffe aus. Weil die Schale diesen Vorgang aber zumindest verlangsamt, belegen Pellkartoffeln immerhin noch den dritten Platz. Tipp: Mit wenig Wasser oder nur mit Dampf garen.

Salzkartoffeln

Der Klassiker fällt beim Vitamingehalt durch. Ohne schützende Schale gehen viele Inhaltsstoffe einfach ins Wasser über. Tipp: Kochwasser für Suppe oder Soße verwenden. Das Kartoffelwasser ist zudem ein guter Dünger: Es enthält wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, welche die Pflanzen zum Wachsen und Blühen anregt.

Kartoffelpüree

Durch den Sauerstoff wird beim Pürieren ein Teil der Vitamine zerstört. Aus Pellkartoffeln hergestellt, ist Püree aber trotzdem noch eine durchaus gesunde Beilage.

Pommes frites

Kurz frittiert, behalten sie zwar viele Vitamine, sind aber sehr fettreich. Ofen-Pommes sind kalorienärmer, enthalten aber leider auch weniger Nährstoffe. Tipp: Egal welche Variante: In selbst gemachten Sükartoffel-Pommes stecken mehr gesunde Stoffe als in Imbiss-Fritten.

Hamburg, 20. Oktober 2015

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