Sucht und Abhängigkeit erfordern eine Therapie

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Sucht ist in den meisten Fällen eine professionelle Therapie notwendig. Zwar spricht nichts gegen einen Versuch, eine Sucht auf eigene Faust in den Griff zu bekommen – zum Beispiel bei einer Nikotinsucht oder im Anfangsstadium einer Kauf- oder Sportsucht. Es liegt jedoch in der Natur der Abhängigkeit, dass sich dies gar nicht so einfach gestaltet.

Während der rational denkende Teil des Gehirns die Sucht überwinden möchte, drängt ein ganz tief sitzender Teil auf „Belohnung“, Erleichterung und Entspannung. Ohne das Suchtmittel oder die entsprechende Verhaltensweise scheint dies gar nicht mehr möglich.

Wenn Sie es also nicht schaffen, eine Sucht in Eigenregie zu überwinden, ist dies kein Grund sich zu schämen – sondern ein Argument mehr, professionelle Hilfe zu suchen. Es existieren ganz unterschiedliche Einrichtungen, die Ihnen helfen können:

  • In jeder größeren Stadt gibt es Beratungsstellen mit einem Schwerpunkt auf Suchtberatung; diese sind als erste Anlaufstelle ideal.
  • Bei einer ambulanten Behandlung begleitet Sie z. B. ein Psychiater oder Psychotherapeut in regelmäßigen Sitzungen auf Ihrem Weg aus der Sucht. Dies ist auch nach einer stationären Behandlung (z. B. nach einer Entzugsklinik) sinnvoll, um zurück im Alltag nicht rückfällig zu werden.
  • Eine stationäre Behandlung in einer Entzugsklinik ist häufig bei einer Alkohol- oder Drogensucht die sinnvollste Möglichkeit. Hier werden die Patienten während ihres Entzugs medizinisch und psychologisch sehr dicht von erfahrenen Ärzten betreut. Aber auch bei ausgeprägten Verhaltenssüchten ist ein Klinikaufenthalt oft eine gute Option.
  • Bei einer teilstationären Behandlung wird der Betroffene tagsüber in einer Tagesklinik behandelt und betreut, geht aber am Abend wieder nach Hause.
  • Gerade für Menschen mit Süchten und deren Angehörige gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen, in denen Betroffene einander unterstützen. Ein bekanntes Beispiel sind die Anonymen Alkoholiker (AA), aber auch bei seltenen Suchterkrankungen finden sich oft Menschen mit dem gleichen Problem.

Bei einer Sucht gibt es zur Therapie fast immer verschiedene Möglichkeiten und Hilfsangebote. Im Rahmen einer professionellen Suchtberatung können Sie genau erfahren, welche Optionen für Sie hilfreich sein könnten und welche Schritte Sie am besten gehen. Ziehen Sie am besten einen Arzt Ihres Vertrauens zurate, der Sie bei ihrem Weg aus der Sucht begleitet. Manchmal ist es auch sinnvoll, die Therapie bzw. den Entzug über einen bestimmten Zeitraum mit speziellen Medikamenten zu unterstützen.

Vorbeugung
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