Studie: Wie die Körpertemperatur die Lebenserwartung beeinflusst

Wissenschaftler:innen fanden jetzt im Rahmen einer Studie heraus, dass die Körpertemperatur die Lebenserwartung stark beeinflussen kann. Die Ergebnisse der Studie im Überblick.

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Im Durchschnitt wird ein Mensch heute 80 Jahre alt. Dabei kann die Lebensdauer von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, unter anderem vom Stoffwechsel. Nun hat ein internationales Team von Forschenden in einer Studie entdeckt, dass die Körpertemperatur die Lebenserwartung deutlich verändern kann. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Metabolism“ veröffentlicht.

Körpertemperatur und Lebenserwartung: Versuche an Hamstern und Mäusen

Die Studie wurde von Expert:innen des Shenzhen Institute of Advanced Technology (SIAT) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit Forschenden der Wenzhou University (China) und der University of Aberdeen (Schottland) durchgeführt. Für die Analysen nahm das Team Versuche an Hamstern und Mäusen vor.

Die Tiere wurden über einen längeren Zeitraum einer Temperatur von 32,5 Grad ausgesetzt. Die Folge: Die Körpertemperatur stieg stark an, während sich der Stoffwechsel verringerte. Bisher galt ein schneller Stoffwechsel als Faktor, der die Lebenserwartung bei Säugetieren verkürzt, da mehr Energie verbraucht wird – doch in der Studie hatte der niedrigere Stoffwechsel keinen positiven Einfluss auf die Lebensdauer der Versuchstiere.

Studie: Höhere Körpertemperatur verkürzt Lebenserwartung

Stattdessen zeigte sich, dass die Körpertemperatur eine entscheidende Wirkung hat: „Wir fanden heraus, dass sich die Lebensdauer der Nagetiere verkürzt, wenn sie diesen Bedingungen ausgesetzt werden“, erklärte Studien-Mitautor Prof. John R. Speakman laut einer Pressemitteilung. Der langsamere Stoffwechsel hat die Lebensdauer also nicht verlängert, sie wurde im Gegenteil durch die höhere Körpertemperatur der Tiere verkürzt.

Längere Lebenserwartung durch niedrigere Körpertemperatur

In einem zweiten Teil der Untersuchung wurde die hohe Körpertemperatur der Mäuse und Hamster mit Ventilatoren heruntergekühlt. Daraufhin blieb der Stoffwechsel konstant niedriger, aber zusätzlich sank auch die Körpertemperatur. Dies führte dazu, dass sich die Lebensdauer wieder normalisierte. Daraus schließt das Team, dass eine niedrigere Körpertemperatur die Lebenserwartung verlängert.

Körpertemperatur wird vom Hypothalamus gesteuert

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Frauen 83,4 Jahre und bei Männern 78,6 Jahre. Neben einem hohen Stoffwechsel können unter anderem folgende Faktoren die Lebenszeit beeinflussen:

  • Ernährung

  • Körperliche Bewegung

  • Stress

  • Medizinische Versorgung

Normalerweise liegt die Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,4 Grad, wobei sie morgens niedriger ist als abends. Während des Tages kann sie zudem schwanken, was zum Beispiel an Alter, Geschlecht, Flüssigkeitszufuhr, Bewegung, Zyklus oder Krankheiten liegen kann.

Verantwortlich für die Temperaturregulierung im Körper ist der Hypothalamus im Zwischenhirn. Er steuert das vegetative Nervensystem und ist auch für die Temperatur zuständig: Liegt sie unter 37 Grad, werden Signale zur Wärmeproduktion ausgesendet, bei über 37 Grad dagegen Signale für eine Abkühlung, etwa durch Schweiß. Gemessen wir die Temperatur über Nervenzellen in der Haut und den Organen.

Illustration vom Kopf mit Hypothalamus in Rot
Der Hypothalamus im Zwischenhirn Foto: iStock/decade3d