Studie warnt: Fruchtsäfte machen Kinder krank

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Zucker kommt in vielen Produkten vor, die Kinder täglich zu sich nehmen. Auch Fruchtsäfte sind Zuckerfallen und können sich schlecht auf die Gesundheit von Kindern auswirken. © fotolia

Obst ist gesund und sollte auf dem Speiseplam von Kindern stehen. Um die Gesundheit ihrer Kinder zu fördern, geben Eltern ihren Sprösslingen daher oft hochkonzentrierte Fruchtsäfte zu trinken. Dass die auch schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben können, zeigt jetzt eine britische Studie.

Zucker kommt in vielen Produkten vor, die unsere Kinder täglich zu sich nehmen – in Fertiggerichten, Schokolade, aber auch in Fruchtsäften und Smoothies. Viele Eltern glauben, sie tun ihren Kindern etwas Gutes und geben ihnen Fruchtsäfte zu trinken. Das kann sich allerdings rächen: Durch Fruchtsäfte kann die tägliche Gesamtenergiezufuhr von Kindern massiv überschritten werden. Die Folgen: Immer häufiger leiden Kinder an Übergewicht und an Karies.

Im Rahmen einer britischen Studie wurden Fruchtsaft-Produkte unterschiedlicher Hersteller auf ihren Zuckergehalt untersucht.

 

Fruchtsaft verursacht Karies und Übergewicht

Bereits 2012 verzeichnete die britische Studie zur Zahngesundheit massive Zahnschädigungen bei 28 Prozent der Fünfjährigen. Nur ein Jahr später waren bereits zwölf Prozent der Dreijährigen von Karies betroffen. Aber nicht nur die Zähne leiden unter der übermäßigen Zuckeraufnahme. Auch kindliches Übergewicht wird mit Fruchtsäften in Verbindung gebracht.

Eine neue Studie untersuchte 203 Fruchtsaft-Produkte, die speziell für Kinder produziert wurden, auf zugefügten Zucker und den Gesamtzuckergehalt. Dabei orientierten sich die Wissenschaftler an der „British Soft Drink Association“, die Säfte in Kategorien einteilt. Untersucht wurden reine Fruchtsäfte, fruchtige Saftgetränke und Smoothies. Reine Fruchtsäfte bestehen zu 100 Prozent aus dem Saft der ganzen Frucht (mit Fruchtfleisch) und dürfen keine künstlichen Zucker enthalten. Von den Fruchtsäften unterscheiden sich die fruchtigen Saftgetränke im Fruchtanteil, der von einem bis zu 99 Prozent variieren darf, und im künstlichen Zuckerzusatz. Die Smoothies bestehen aus dem Saft der gesamten Frucht und dürfen keine künstlichen Zucker enthalten.

 

Zuckergehalt der Smoothies unterschätzt

Die Forscher untersuchten 21 Fruchtsäfte, 158 fruchtige Saftgetränke und 24 Smoothies auf Zucker. Sie stellten fest, dass sich der 100 prozentige Fruchtsaft mit einer Zuckerkonzentration von 10,7g/100ml im Mittelfeld einreiht. Fruchtige Saftgetränke zeigten die niedrigste Zuckerkonzentration (5,6 g/100ml) und Smoothies die höchste (mit 13,0g/100ml).

Von den 158 fruchtigen Saftgetränken enthielten mehr als die Hälfte so viel an Zucker (19g Zucker), wie es dem Gesamtenergiebedarf eines Kindes pro Tag entspricht.

Die Studie empfiehlt den Eltern, hochkonzentrierte Fruchtsäfte gegen ganze Früchte zu ersetzen. Diese enthalten weniger Zucker und viel gesunde Ballaststoffe. Experten raten,  die Fruchtsäfte ansonsten zu verdünnen und zu Mahlzeiten zu trinken. Das entlastet die kindliche Bauchspeicheldrüse, treibt den Blutzucker nicht so stark nach oben und kann Heißhunger verhindern.

Hamburg, 30. März 2016

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