Studie: Putzt die elektrische Zahnbürste besser?

Redaktion PraxisVITA

Es geht um eine Grundsatzfrage: Oldschool schrubben oder hightech mit der elektrischen Zahnbürste reinigen? Für beide Varianten gibt es leidenschaftliche Streiter. Doch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es nur eine richtige Antwort auf die Frage, welche Zahnbürste besser reinigt.

Eine Frau putzt sich die Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste
Elektrische Zahnbürsten schützen besser vor Parodontitis, aber nicht vor Karies Foto:  PeopleImages/iStock

Forscher von der Universität Greifswald untersuchten in einer elfjährigen Langzeitstudie, welche Zahnbürste besser vor Parodontitis, Zahnverlust und Karies schützt. 2.819 Erwachsene ließen zwischen 2002 und 2006 ihre Zähne untersuchen – nach jeweils sechs und elf Jahren wurden diese Untersuchungen wiederholt.

 „Elektrische Zahnbürsten sind in Deutschland in allen Altersgruppen beliebter geworden, aber nur wenige Studien haben ihre Langzeitwirksamkeit getestet“, so Studienautor Dr. Vinay Pitchika. Die steigende Beliebtheit der elektrischen Zahnbürste zeigt auch die aktuelle Forschungsarbeit: Während zu Beginn der Studie erst 18 Prozent elektrisch putzten, waren es nach elf Jahren bereits 37 Prozent.

 

Elektrische Zahnbürsten schneiden besser ab

„Unsere Studie zeigt, dass elektrische Zahnbürsten für die Aufrechterhaltung einer guten Mundgesundheit am vorteilhaftesten sind und mit einem verminderten Fortschreiten von Parodontitis und mehr erhaltenen Zähnen einhergehen“, fasst Pitchika die Ergebnisse der Studie zusammen.

Konkret zeigte die Ausweitung, dass das Putzen mit einer elektrischen Zahnbürste mit weniger Zahnfleischtaschen verbunden ist. Zahnfleischtaschen sind Spalträume zwischen der Zahnwurzel und dem umliegenden Gewebe und gelten als Indiz einer Parodontitis, also einer fortgeschrittenen Zahnfleischentzündung. Unbehandelt kann sich diese Entzündung auf den gesamten Zahnhalteapparat ausbreiten und es kann zur Lockerung der Zähne und schließlich zum Zahnverlust kommen. In den elf Jahren Beobachtungszeit verloren die Probanden der Studie, die elektrisch putzten, im Schnitt 0,4 Zähne weniger als Studienteilnehmer, die per Hand putzten. Das entspricht einem um 20 Prozent geringeren Zahnverlust.

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Schützen elektrische Zahnbürsten auch besser vor Karies?

Für das Auftreten von Karies spielte die Auswahl der Zahnbürste dagegen keine Rolle. Stattdessen liegt der Schlüssel hierbei in der Zahncreme, so Pitchika: „Es ist davon auszugehen, dass Fluorid in Zahnputzcremes eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Karies oder der Verringerung von Kariesprogression spielt.“

 

Richtig putzen mit der Handzahnbürste

Wer lieber mit einer Handzahnbürste putzt, sollte auf die richtige Technik achten. „Viele Menschen richten durch falsches Putzen in ihrem Mund größeren Schaden an als durch Süßigkeiten“, so Zahnmediziner Dr. Goran Bajic. Optimal ist die Fege-Technik: die Borsten in einem Winkel von etwa 45 Grad in Richtung des Zahnfleisches aufsetzen. Dann mit leichtem Druck fegende Bewegungen über die Zahnoberfläche machen und Richtung Zahn ausbürsten. Zudem sollte nicht länger als drei Minuten geputzt werden, sonst kann das den Zahnschmelz verletzen. Ganz wichtig auch: Nach dem Putzen den Mund nicht mit Wasser ausspülen, sondern den Schaum nur ausspucken. Nur so kann das Fluorid seine Schutzwirkung optimal entfalten.

Quelle:
Pitchika, V. et al. (2019): Long‐term impact of powered toothbrush on oral health: 11‐year cohort study, in: Journal of Clinical Periodontology.

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