Studie: Magersucht auch eine Stoffwechselerkrankung

Christiane Rose

Magersucht (Anorexie) kann nicht länger als rein psychische Erkrankung betrachtet werden. Eine aktuelle Studie aus den USA legt nahe, das auch der Stoffwechsel eine Rolle bei der Erkrankung spielt. Die Behandlung von Magersucht könnte sich dadurch ändern.

Eine magersüchtige Frau steht vor dem Spiegel
Magersucht ist keine rein psychische Erkrankung – darauf deutet eine aktuelle Studie hin Foto:  iStock/KatarzynaBialasiewicz

In der Studie, die im Journal „Nature Genetics“ veröffentlicht wurde, ist die DNA von 17.000 Menschen mit Magersucht mit der von 55.000 gesunder Menschen verglichen worden.
Die Forscher haben herausgefunden, dass der Stoffwechsel eine wichtige Rolle bei der Magersucht spielt. 

Sie identifizierten acht genetische Marker, die mit Magersucht gehäuft auftreten, darunter Depression und Angststörungen, physische Überaktivität und auch Stoffwechselstörungen. Das bedeutet, dass Magersucht nicht nur als psychische Störung angesehen und behandelt werden kann, sondern auch als Stoffwechselerkrankung betrachtet werden muss.

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Meilenstein in der Anorexie-Forschung

Diese Studie wird als Meilenstein und Neubeginn im Verständnis der Krankheit betrachtet. Es sollen damit neue Behandlungsansätze gefunden werden. Dafür müssen die Forscher jedoch noch tiefer in die Analyse der DNA eintauchen. Angestrebt werden 100.000 Proben, um zu aussagekräftigen Erkenntnissen zu gelangen. Gemeinsam mit Neurologen und Pharmakogenetikern wollen die Wissenschaftler Medikamente entwickeln, die die Behandlung der Magersucht medikamentös unterstützen können.

Bisher gibt es keine Medikamente für die Therapie von Anorexie. In Zukunft könnten sie aber die verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätze ergänzen. Das Forscherteam möchte seine Untersuchungen auch auf andere Essstörungen ausdehnen, um eine genetische Landkarte der Essstörungen als Gesamtheit zu erstellen.

Quelle:
Watson, Hunna J., et al. (2019): Genome-wide association study identifies eight risk loci and implicates metabo-psychiatric origins for anorexia nervosa. In: Nature genetics.

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