Studie belegt: Künstliche Süßstoffe machen dick

Dr. Justus Meyer
Studie belegt: Künstliche Süßstoffe machen dick
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Weniger Kalorien als Zucker – das sollte doch eigentlich beim Abnehmen helfen. Tut es aber offenbar nicht. US-Wissenschaftler haben das jetzt mit einer Langzeit-Untersuchung belegt.

Die Forscher des US National Institute for Health in Baltimore werteten die Daten von 1454 Männern und Frauen über 28 Jahre hinweg aus. Ziel der Untersuchung: Herauszufinden, welchen Einfluss sogenannte low calorie sweetener (LCS), in der Regel künstliche Süßstoffe wie etwa Aspartam, auf das Körpergewicht haben – im Vergleich zu herkömmlichen Süßstoffen mit viel Kalorien, wie herkömmlicher Haushaltszucker.

Ergebnis der Studie: Personen, die LCS verwendeten, hatten durchschnittlich ein höheres Körpergewicht, einen höheren Body Mass Index, einen größeren Hüftumfang und litten häufiger unter Fettleibigkeit als Studienteilnehmer, die auf LCS verzichteten. Das Risiko für Fettleibigkeit ist laut der Studienautoren je nach Höhe des Konsum von LCS um bis zu 53 Prozent erhöht.

 

Warum fördern LCS Fettleibigkeit?

Die Forscher spekulieren in ihrem Paper über verschiedene Gründe. So könnten eine Veränderung der Darmflora und des Fettstoffwechsels durch die künstlichen Süßstoffe eine Rolle spielen. Auch das Belohnungssystem des Gehirns scheint auf LCS anders zu reagieren als auf kalorienreiche Süßstoffe. Das Signal "süß" könnte entwicklungsgeschichtlich stark mit der Erwartung vieler Kalorien verknüpft sein, so dass das Gehirn quasi in einen künstlichen Hunger versetzt wird, der mehr Nahrungsaufnahme befriedigt werden müsse – so eine knappe Erklärung für das Phänomen.

Aber die Autoren der Kohortenstudie räumen auch die Möglichkeit ein, dass verschiedene künstliche Süßstoffe unterschiedliche Wirkungen auf den menschlichen Körper haben könnten. Hier stellen unsere Experten Prof. Dr. Achim Peters und Dr. Udo Kienle die wichtigsten vor.

Hamburg, 27. November 2016

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