Studie belegt: 24h-Blutdruckmessung unerlässlich

Verena Elson
Die 24-Stunden-Blutdruckmessung eignet sich besser zur Diagnose von Bluthochdruck als Einzelmessungen, lautet das Ergebnis einer spanischen Studie
Die 24-Stunden-Blutdruckmessung eignet sich besser zur Diagnose von Bluthochdruck als Einzelmessungen, lautet das Ergebnis einer spanischen Studie © Solovyova/iStock

Zur Diagnose von Bluthochdruck sollte immer auch eine 24-Stunden-Messung durchgeführt werden – denn so könnten viele vorzeitige Todesfälle verhindert werden. Zu diesem Ergebnis kommen spanische Forscher in einer aktuellen Studie.

Das Team um José Ramon Banegas an der Universidad Autónoma de Madrid wertete die Daten von knapp 64.000 Spaniern aus, bei denen zwischen 2004 und 2014 sowohl Einzelmessungen des Blutdrucks als auch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchgeführt wurde – eine Methode, die bisher nicht zum Standardverfahren zur Bluthochdruck-Diagnose gehört.

In einem Beobachtungszeitraum von knapp fünf Jahren starben 3.808 der Patienten, 1.295 davon an Herz-Kreislauferkrankungen. Bei dem Abgleich mit den Ergebnissen der Blutdruckmessungen fiel den Forschern auf: Die 24-Stunden-Messung sagte das Sterberisiko eines Patienten deutlich genauer voraus als Einzelmessungen.

 

Was passiert bei einer 24-Stunden-Messung?

Bei der 24-Stunden-Messung wird der Blutdruck über 24 Stunden in regelmäßigen Abständen (etwa alle 15 bis 30 Minuten) gemessen. Dazu wird wie bei der Einzelmessung eine Manschette um den Oberarm gelegt. Diese Manschette ist mit einem Gerät verbunden, das die Werte aufzeichnet und an einem Gürtel befestigt ist. Der Patient kann mit dieser „Ausrüstung“ seinem normalen Tagesablauf nachgehen.

 

Warum kommt es zu den abweichenden Ergebnissen?

Der Grund für die präziseren Messergebnisse bei der 24-Stunden-Messung ist, dass die Blutdruckwerte bei vielen Patienten schwanken – wird etwa immer zu einem Zeitpunkt gemessen, an dem sie besonders niedrig sind, kann das laut den Studienautoren zu Fehlbehandlungen führen. Dazu kommt der sogenannte Weißkitteleffekt: Wenn der Blutdruck beim Arzt gemessen wird, sind Patienten häufig aufgeregt und der ermittelte Wert fällt höher aus als bei der Messung zu Hause – eine 24-Stunden-Messung kann auch hier genauere Werte liefern.

 

So geht Blutdruckmessen richtig

Eine 24-Stunden-Messung wird freilich nur durchgeführt, wenn ein Anfangsverdacht auf Bluthochdruck besteht. Dazu misst der Arzt den Blutdruck wiederholt an unterschiedlichen Tagen. Um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, sollte die Messung am rechten und am linken Arm erfolgen – der höhere Wert ist dann der entscheidende. Ein großer Unterschied zwischen den an den beiden Armen ermittelten Werten deutet zudem auf ein erhöhtes Risiko für die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit hin, wie eine 2012 veröffentlichte Studie zeigte.

Wer seinen Blutdruck regelmäßig zu Hause misst, sollte darauf achten, dass das Blutdruckmessgerät noch zuverlässige Ergebnisse liefert. Denn nach längerem Gebrauch kann es zu Schwankungen in den Messergebnissen kommen – die Folge kann eine falsch eingestellte Medikation sein.

Blutdruckmessgeräte sollten darum etwa alle zwei Jahre überprüft und geeicht werden. Die Eichung führen einige Apotheken und Fachhändler für Medizinprodukte durch – Patienten sollten sich bei einer Apotheke in ihrer Nähe nach dem nächstliegenden Anbieter erkundigen.

Doch ab welchen Werten liegt eigentlich ein Bluthochdruck vor? Und welche Unterschiede gibt es zwischen den Ergebnissen bei der Messung zu Hause, in der Praxis und der Langzeitmesssung über 24 Stunden? Wie optimale Blutdruckwerte bei den verschiedenen Messmethoden aussehen, erfahren Sie hier.

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