Struma: Frühzeitiges Altern durch kranke Schilddrüse

Struma
Eine Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Neben Jodmangel können auch Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis Ursache sein © alamy

Die am häufigsten auftretende Schilddrüsenkrankheit ist der Kropf – medizinisch Struma genannt. Er entwickelt sich aufgrund jahrzehntelangen Jodmangels.

Fast 20 Prozent der Deutschen, so die Schätzungen, leiden unter einer Struma, ohne es zu wissen. Dabei handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern nur um ein Symptom. Die Struma zeigt an, dass etwas mit der Schilddrüse nicht stimmt.

 

Die Struma ist ein Warnsignal

Je länger eine Struma besteht, desto größer wird die Gefahr, dass sich eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder knotige Gewebsveränderungen, die nicht selten zu einer Schilddrüsenüberfunktion Hyperthyreose) führen, entwickeln. Genaue Untersuchungen verraten, ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt, eine Entzündung, ein bösartiger Tumor oder – was am wahrscheinlichsten ist – ein Jodmangel. Um arbeiten zu können, benötigt die Schilddrüse Jod aus der Nahrung. Bekommt sie zu wenig davon, wächst sie, um wenigstens das vorhandene Jod optimal nutzen zu können. Es entsteht eine Struma.

Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Lebensfreude, Darmträgheit und sogar Muskelschwäche sind deshalb nicht unbedingt "typische Alterserscheinungen". Vielmehr können sich dahinter Schilddrüsenkrankheiten verstecken, die wegen ihrer unspezifischen Symptome und ihres schleichenden Auftretens fehlgedeutet und falsch behandelt werden. Daher sollte bei solchen Problemen und Beschwerden – auch wenn keine Struma sichtbar ist – immer an eine Fehlfunktion der Schilddrüse gedacht werden.

Experten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass besonders bei älteren Menschen Schilddrüsenerkrankungen ernstgenommen und unbedingt behandelt werden müssen. So kann ihnen ihre Lebensfreude und Lebensqualität weiter erhalten bleiben.

 

Struma: Früherkennung statt Operation

Rechtzeitig entdeckt lässt sich eine Struma gut behandeln – mit einer Kombination aus dem körpereigenen Hormon L-Thyroxin und Jod. Dadurch wird der Jodmangel ausgeglichen und die kranke Schilddrüse entlastet. Sie beginnt, wieder zu schrumpfen. Die meisten Schilddrüsen-Operationen lassen sich so vermeiden.

Werden Jodmangel und Vergrößerungen jedoch nicht rechtzeitig behandelt, können sich Knoten bilden. Mit Medikamenten versucht man, deren Wachstum zu stoppen. Klappt das nicht oder besteht die Gefahr, dass sie bösartig werden, hilft nur eine Operation.

 

Einer Struma vorbeugen – mit Jodsalz

In den letzten Jahren hat sich die Jodversorgung etwas verbessert, weil immer mehr Menschen jodiertes Speisesalz verwenden. Tipp: Essen Sie außerdem möglichst oft Seefisch. Und kaufen Sie Wurst- und Backwaren, die mit Jodsalz hergestellt wurden.

 

Leiden Sie unter einer Struma?

Was Sie sonst noch tun können? Einen einfachen Selbsttest machen. Dabei werden bereits leichte Schwellungen sichtbar. Noch besser ist natürlich eine Untersuchung beim Arzt.

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