Stressresistenz: Mit diesen 6 Tipps stressresistenter werden

Nicht nur den Körper können wir widerstandsfähiger machen, auch die Psyche kann immuner gegen Belastungen werden – denn Stressresistenz ist erlernbar. Mit diesen 6 Tipps werden Sie garantiert stressresistenter.

Stressresistenz: Mit diesen 6 Tipps stressresistenter werden
Wer seine Stressresistenz trainieren möchte, sollte sich regelmäßige Auszeiten für sich nehmen und "herunterfahren" Foto: iStock / trelciuc Dumitru

Wenn der Körper nicht mehr so belastbar ist, macht sich das durch Schmerzen, eine erhöhte Infektanfälligkeit und müde Muskeln bemerkbar. Um gegenzusteuern, ruhen wir uns aus oder stellen unsere Ernährung um.

Was aber, wenn die Seele mit den täglichen Herausforderungen nicht mehr so gut umgehen kann? Stress und Burnout gehören heute zu den großen Volkskrankheiten. Da sie sich unterschiedlich zeigen, ist es gar nicht so einfach, ein Rezept für eine gute Stressresistenz zu finden. Wie gelingt es, besser mit Stress umzugehen? Lässt sich die Psyche trainieren, um widerstandsfähiger zu werden?

Stressresistenz Definition: Es geht um die psychische Widerstandskraft

Stressresistenz oder stressresistent bezeichnet die Widerstandsfähigkeit gegen Stress. Wer eine gute Stressresistenz aufweist, kann besser mit Konflikten, Disharmonie und psychischen Belastungen umgehen. Was nicht bedeutet, dass stressresistente Personen nichts mehr fühlen und deswegen keine positiven Dinge mehr wahrnehmen. Im Gegenteil, wer stressresistent ist, kann besser selektieren und die negativen Einflüsse aus seinem Leben ausklammern.

Stressresistenz ist kein Hexenwerk. Jeder Mensch kann lernen, mit Stress besser umzugehen. Denn es handelt sich um eine erlernbare Fähigkeit, die gut trainiert werden kann. Auch im Erwachsenenalter entwickelt sich die Persönlichkeit weiter, wir lernen lebenslang – auch durch Schicksalsschläge und länger andauernde Stressperioden.

Nicht stressresistent? Woran merke ich das?

Manche können mit Stress gut umgehen, sie haben ein Gefühl dafür, was sie tun müssen, damit die negativen Umstände nicht belastend werden. Andere weht, im übertragenen Sinn, schon der kleinste Windhauch um. Sie haben nicht so ein „dickes Fell“ und leiden mehr unter Konflikten und äußeren Einflüssen als andere. Stabilität im Leben, in den Beziehungen und im Job stärken die seelische Belastbarkeit.

Für Menschen, die nicht so resistent gegen äußere Widrigkeiten sind, können schon einfache alltägliche Herausforderungen enorm stressig werden. Jeder Behördengang, jedes Gespräch, zum Beispiel mit den Lehrer:innen der Kinder stellt sie vor scheinbar unlösbare Probleme.

Wer nicht so stressresistent ist, zeigt häufiger diese Symptome:

  • Muskuläre Verspannungen, weil sich die Betroffenen unbewusst ständig anspannen
  • Einschlaf- und Durchschlafprobleme, weil bevorstehende Herausforderungen im Kopf herumgewälzt werden
  • Suchtverhalten, indem Alkohol, Zigaretten und Drogen dazu genutzt werden, um „herunterzukommen“
  • Gewichtsprobleme, weil auch Essen belohnen und entspannen kann
  • Körperliche Zeichen wie Herzklopfen, Schwindel, Übelkeit, Durchfall insbesondere vor belastenden Ereignissen

Stressresistenz erhöhen steigert auch das persönliche Glück

Ein Lächeln auf den Lippen, Komplimente machen, Sport treiben, ein Tier streicheln – all das führt dazu, dass der Organismus Glückshormone wie Serotonin, Oxytocin oder Dopamin ausschüttet. Und diese sorgen für Wohlbefinden, Entspannung und Glück.

Um die Stressresistenz zu erhöhen, bedarf es eigentlich nur weniger Stellschrauben, die wir im Leben ändern sollten. Wenn Sie diese 6 Tipps beherzigen, können Sie stressresistenter und gleichzeitig glücklicher werden. 

Stressresistent werden mit diesen Tipps

1. Den Stress annehmen

Wenn alles zu viel wird, die Belastung unermesslich scheint, sollte man nicht versuchen, gegen einen unlösbaren Berg anzukämpfen. Besser ist es, den Stress bewusst und wertfrei anzunehmen. Sich klar machen: „Das ist ein Zustand, der ist jetzt da und der wird wieder vorüber gehen“. Bewusstes Atmen im 5-3-5 Modus kann helfen herunterzukommen. Dabei sollten Sie fünf Sekunden einatmen, drei Sekunden anhalten und fünf Sekunden wieder tief ausatmen.

2. Regelmäßige Auszeiten im Alltag einplanen

Kein Mensch hält es auf Dauer aus, ständig in Aktions- und Kampfbereitschaft zu sein. Um Belastungen standzuhalten, braucht der Mensch immer wieder Pausen und Auszeiten. Vorbilder in der Natur wie die Löwen zeigen uns das: Sie ruhen sich viel aus, um stark für die Jagdphasen zu sein. Menschen können dies erreichen durch Innehalten, das Smartphone weglegen und einfach einmal die Gedanken laufen lassen. Tee trinken, Meditieren, ins Grüne schauen sind mögliche Methoden, um die persönliche Auszeit zu gestalten. 

3. Positive Fluchtbilder schaffen

In besonders stressigen Momenten, in denen Sie nicht mehr weiterwissen, können positive „Fluchtbilder“ die Situation entschärfen. Schaffen Sie sich ein positiv aufgeladenes Bild. Das kann eine Person sein wie die gutmütige Großmutter, ein Lieblingstier, ein religiöses Motiv wie ein Buddha oder ein Bild aus der Natur wie das Meer oder ein schöner Baum. Denken Sie in diesen Momenten bewusst an dieses schöne Bild, es wird Ihnen helfen, sich positiv „aufzuladen“.

4. Bewegung und Sport ausüben

Spazierengehen, Tanzen, Kraftsport – ganz gleich, welche Art von Bewegung: Sport baut die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ab. Es ist nie zu spät, mit regelmäßiger Bewegung zu starten. Das muss kein Hochleistungssport sein, aber etwas ins Schwitzen sollte man kommen.

5. In Kontakt treten und Sorgen teilen

Berührung, Augenkontakt, Umarmungen, Massagen oder Tiere streicheln: Momente mit anderen Menschen oder Tieren zu teilen und Nähe herzustellen, sorgen für eine Ausschüttung von Serotonin und Oxytocin. Diese Glücks- und Bindungshormone helfen, mit anstrengendem Stress fertigzuwerden. Das Sprechen über Sorgen hilft ebenfalls, um mit Stress besser umzugehen.

6. Gut Schlafen

Das A und O der Regeneration und der möglichen Stressresistenz bildet ein guter Schlaf. Gerade viele gestresste Berufstätige gönnen sich im Alltag nicht genug Schlaf. Gehen Sie früher ins Bett und legen Sie Wert auf gesunden und ausreichenden Schlaf! Das lädt die Batterien auf und hilft, Stress abzupuffern.

Stressresistenz trainieren: Von Meditation bis zu Nahrungsergänzung

Neben diesen 6 Tipps für die Stressresistenz gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, um psychisch widerstandsfähiger zu werden. Sie sollten viel Wasser trinken, sich mit Meditation befassen und auch Ihre Ernährung auf den Prüfstand stellen. Manchmal fehlen wichtige Mineralstoffe wie Vitamin B12, das hilft, die Nerven zu stabilisieren.

Wenn der Stress zu viel wird, können pflanzliche Arzneimittel zur Linderung von begleitenden Beschwerden wie Müdigkeit und Schwächegefühl angewendet werden. Solch ein pflanzliches Heilmittel ist die Rosenwurz (Rhodiola), deren Extrakte das Stresshormon Cortisol reduzieren helfen.

Gleich welche Methode Sie wählen, um widerstandsfähiger zu werden – Stressresistenz lässt sich einüben, damit Sie dauerhaft stressresistent werden.

Quelle:

Vortrag von Veit Lindau im Bauer Verlag zum Thema „Glück“, am 20.10.2021