Stresshormone abbauen: Wie gelingt das am besten?

Katharina Flick

Wir leben in stressigen Zeiten – die meisten Menschen werden im Beruf immer stärker gefordert, außerdem versuchen sie noch ausreichend Zeit für Familie und Freunde aufzuwenden und dann kommen häufig noch Dinge hinzu, wie beispielsweise ein Wasserrohrbruch, die zusätzlich Stress verursachen.

Stress gehört zu unserem Alltag: Aber wie kann man Stresshormone natürlich abbauen?
Stress gehört zu unserem Alltag: Aber wie kann man Stresshormone abbauen?
Inhalt
  1. Den Cortisolspiegel senken: Was hilft beim Abbau von Stresshormonen?
  2. Warum sind Stresshormone für den Körper schädlich?
  3. Was bewirken Stresshormone im Körper?
  4. Wie produziert der Körper Stresshormone?

All diese Faktoren sorgen dafür, dass unser Körper in Alarmbereitschaft ist. Er schüttet Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin aus und treibt unseren Körper so zu Höchstleistungen an. Viele kommen dann gar nicht mehr zur Ruhe – mit zum Teil schweren gesundheitlichen Folgen.

Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden als Stresshormone bezeichnet. Im Körper befindet sich eine sogenannte Stressachse, die vom Hypothalamus, einem Abschnitt des Zwischenhirns, über die Hirnanhangsdrüse bis zu den Nebennieren verläuft. Nach einander werden hier zunächst das Stresshormon Adrenalin, dann Noradrenalin und schließlich Cortisol ausgeschüttet und gelangen so ins Blut. Die Folge: Unser Körper steht unter Hochspannung!

Stresshormone sind von der Evolution als „Retter in der Not" angelegt und befähigen den Körper in besonders angespannten Situationen zu Höchstleistungen. Geraten Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ins Blut, werden alle Sinne aktiviert, der Blutzuckerspiegel und der Blutdruck steigen, unser Körper ist bereit, sich der Gefahr zu stellen.

Alltagsstress kann einem das Leben zeitweise ganz schön schwer machen
Stress Alltagsstress: Diese 7 Übungen helfen sofort

 

Den Cortisolspiegel senken: Was hilft beim Abbau von Stresshormonen?

  1. Bewegung: Sport, am besten an der frischen Luft, ist der ideale Ausgleich für den Körper. Die Bewegung sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen, der Körper kann „Dampf ablassen", Stoffwechsel und Durchblutung werden wieder angeregt.
  2. Meditation & Yoga: Leidet man unter ständigen Stressphasen, kann es helfen, sich selbst Wege zur Entspannung zu suchen. Ob Meditation am Morgen oder Yoga zum Abend.
  3. Hobbys pflegen: Statt sich in der Freizeit nur berieseln zu lassen, können Hobbys wie Malen, Stricken oder Salsa tanzen für einen kreativen Ausgleich sorgen. Auch hier werden Glückshormone ausgeschüttet und wir haben das Gefühl, langsam zur Ruhe zu kommen.

Im Video verraten unsere Expertinnen, was noch gegen Stress und Erfolgsrduck hilft:

 

Warum sind Stresshormone für den Körper schädlich?

Werden Stresshormone in Notsituationen ausgeschüttet, sind sie wahre Lebensretter. In unserer heutigen Zeit werden sie jedoch viel zu oft produziert, denn der Körper ist aufgrund von vielen Terminen und Dingen, die erledigt werden müssen, in einer Art Dauerfeuer.

Ist der Cortisolspiegel dauerhaft erhöht, kann dies dazu führen, dass der Körper krank wird. Verspannungen und Schlafstörungen hängen beispielsweise oft mit einem zu hohen Stresspegel zusammen. Auch folgende schwerwiegende Erkrankungen stehen oft mit Stress in Verbindung:

  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen
  • Störung des Immunsystems
  • Gedächtnisverlust
  • Konzentrationsstörungen 
  • Erschöpfung und depressiven Verstimmungen
  • Bei Frauen: Zyklusstörungen
  • Störung des Stoffwechsels

Zwei Freundinnen sitzen in einem Kaffee und unterhalten sich
Stress Selbsttest: Wie gut ist meine Work-Life-Balance?

Natürliche Unterstützung beim Abbau von Stresshormonen

Damit Stresshormone nicht zum Krankmacher werden, können natürliche Helfer das nervliche Gleichgewicht wiederherstellen. Lavendel ist eine wertvolle Heilpflanze, die bei Stress und dadurch hervorgerufener innerer Unruhe unterstützend wirken kann, um wieder zur Ruhe zu kommen.

Als besonders effektiv hat sich hier das Öl von Arzneilavendel erwiesen. Die Inhaltsstoffe gelangen innerhalb weniger Minuten über die Blut-Hirn-Schranke zu den Neuronen ins limbische System. Dort wirken sie der Übererregung von Nervenzellen entgegen. Dadurch werden die Nervenbotenstoffe wieder ins Gleichgewicht gebracht und lösen die innere Unruhe. Gegenüber chemisch-synthetischen Mitteln hat die Naturarznei viele Vorteile: Die Verträglichkeit ist gut, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. Zudem macht das Lavendel-Öl weder müde noch abhängig und kann so sanft dabei helfen, Stresshormone abzubauen.

 

Was bewirken Stresshormone im Körper?

Die Stresshormone sorgen dafür, dass der Körper in Alarmbereitschaft ist. Alle nebensächlichen Tätigkeiten, die nicht unmittelbar für die Stresssituation benötigt werden, werden heruntergefahren.

  • Der Atem beschleunigt sich, gleichzeitig schwemmt die Milz mehr rote Blutkörperchen aus, um so den Sauerstoff möglichst schnell zu den Muskeln zu transportieren.
  • Puls und Blutdruck steigen an.
  • In der Leber wird mehr Blutzucker produziert.
  • Die Muskeln werden besser durchblutet und der Muskeltonus steigt.
  • Das Blut gerinnt schneller - so wird der Körper vor Blutverlust geschützt.
  • Die Immunabwehr wird hochgefahren.
  • Verdauung und Sexualfunktionen gehen zurück.
  • Nahrungsaufnahme und Schlaf werden als Bedürfnis zurückgestellt.
 

Wie produziert der Körper Stresshormone?

Das limbische System, ein Verbund verschiedener Hirnstrukturen im Inneren unseres Gehirns, ist unter anderem für die Verarbeitung von Emotionen verantwortlich. Amygdala, ein kleiner, mandelförmiger Komplex von Nervenzellen im unteren Bereich des Gehirninneren, gehört zu diesem limbischen System und steuert das Erleben von Stress und Angst, sowie die psychischen und physischen Reaktionen auf solche Stressmomente. Um diese Fluchtreaktion auszulösen, nutzt die Amygdala zwei Wege, entweder über das sogenannte sympathische Nervensystem oder über den sogenannten Hypothalamus.

Eine Frau macht autogenes Training
Geist & Psyche Autogenes Training: So funktioniert die Entspannungstechnik

Das sympathische Nervensystem bezeichnet Nervenstränge im Rückenmark, über die die Warnung „Achtung, Gefahr in Verzug" direkt zum Mark der Nebenniere transportiert wird. Dort werden die sogenannten Katecholamine, nämlich Adrenalin und kleine Mengen von Noradrenalin ausgeschüttet.

Parallel setzt die Kettenreaktion des Hypothalamus ein, an deren Ende das Stresshormon Cortisol in der Nebenniere ausgeschüttet wird. Gemeinsam mit dem sympathischen Nervensystem sorgen die Hormone dafür, dass unser Körper mehr Sauerstoff und Energie bekommt und so in Alarmbereitschaft versetzt ist.

Ist der Körper immer wieder Stress ausgesetzt, setzen die Prozesse automatisch viel schneller ein, wir produzieren schneller größere Mengen an Cortisol. Das liegt daran, dass die Amygdala nicht nur die Stressreaktion in Gang setzt, sie veranlasst unser Gehirn auch, sich die Stress auslösende Situation zu merken. So lernen wir den Stressauslöser kennen und die Stressreaktion läuft beim nächsten Mal noch schneller ab.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2021 praxisvita.de. All rights reserved.