Stress und Schlafstörungen – das hilft wirklich!

Frau mit Schlafstörungen
Wie hängen Stress und Schlafstörungen zusammen? © Fotolia

In einer neuen Studie beschreiben Wissenschaftler den Teufelskreis aus Stress und fehlendem Schlaf. Das Gute: Er lässt sich mit den richtigen Methoden durchbrechen.

Eine neue Studie, die vor Kurzem in der Fachzeitschrift Sleep veröffentlicht wurde, berichtet von einem engen Zusammenhang zwischen beruflichem Stress und Schlafstörungen. Die Wissenschaftler ziehen den Schluss, dass es am sinnvollsten ist, die Schlafprobleme zu behandeln, um den Kreislauf zu durchbrechen

 

Schlafstörungen sind weit verbreitet

„Schlafstörungen sind ein häufiges Problem der industrialisierten Welt. Darum müssen wir herausfinden, wie wir sie am besten lindern können“, sagt Studienleiter Torbjörn Akerstedt, Professor am renommierten Karolinska Institut in Stockholm. Laut dem Robert Koch-Institut leidet in Deutschland jeder Dritte unter Ein- oder Durschlafstörungen. Das sind allein hierzulande über 25 Millionen Betroffene. Oft suchen sie Jahre nach einer Ursache für ihr Problem – häufig ohne Erfolg.

Die Forscher um Akerstedt raten jetzt zu einem anderen Weg: Nicht den als stressig empfundenen Berufsalltag sollen Betroffene ändern, sondern sie sollen bei den Schlafstörungen selber ansetzen. „Der Einfluss von Schlafproblemen auf Stress zeigt, wie wichtig guter Schlaf für einen funktionierenden Alltag ist“, so Akerstedt. Verschwänden die Schlafprobleme, dann sei oft auch der Alltag leichter zu meistern. Der Teufelskreis wäre durchbrochen.

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie Daten einer Erhebung zum Thema Arbeit und Gesundheit, an der 4 827 Personen teilnahmen. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 48 Jahren. Frauen waren mit 2 655 Teilnehmern leicht überrepräsentiert. Die Wissenschaftler sehen die Daten aber trotzdem als repräsentativen Ausschnitt der arbeitenden Bevölkerung.

 

6 Tipps für einen guten Schlaf

Elektrogeräte stören den Schlaf: Elektrosmog wirkt ähnlich wie Licht auf den Körper: Die Produktion des Schlafhormons Melatonin wird gehemmt. Fernseher, Handy und Radiowecker haben im Schlafzimmer nichts verloren. Ein batteriebetriebener Wecker stört den Schlaf dagegen nicht.

Richtiges Essen fördert den Schlaf: Wer drei Stunden vor dem Schlafengehen sehr eiweißhaltige Lebensmittel (zum Beispiel Hühnerfleisch) isst, verbessert die Schlafqualität. Denn diese Nahrungsmittel enthalten Tryptophan - einen wichtigen Schlüssel zum Übergang in den Tiefschlaf.

Pflanzen rauben Sauerstoff: Grünpflanzen produzieren tagsüber Sauerstoff. Nachts aber kehrt sich das Prinzip um: Sie nehmen Sauerstoff auf. Die Folge: Die Luft im Raum wird schlechter und kann für erhebliche Einschlafprobleme sorgen. Deshalb: Pflanzen auf keinen Fall im Schlafzimmer unterbringen.

Lavendel hilft beim Einschlafen: Die Pflanze hüllt uns mit ihrem Duft ein – und hilft uns abzuschalten. Die beruhigende Wirkung lässt sich sogar messen: Im sogenannten EEG können Mediziner sie an Hirnströmen ablesen. Wer unter Schlafstörungen leidet, kann vor dem Zubettgehen 1-2 Tropfen Lavendelöl auf das Kopfkissen geben.

Kirschsaft für einen langen Schlaf: US-Forscher haben herausgefunden, dass der Saft der Montmorency-Kirsche den Spiegel des Schlafhormons Melatonin um bis zu 15 Prozent erhöht. Die Testpersonen schliefen dadurch im Versuch durchschnittlich 25 Minuten länger als gewöhnlich. Auch die Trockenfrüchte wirken Schlaf fördernd.

Kiefermuskulatur entspannen: Der Stressmuskel Nr. 1 sitzt am Kiefer, denn bei Belastung beißen wir die Zähne zusammen. Aber mit verkrampfter Muskulatur ist Einschlafen nicht möglich. So können Sie sich sanft entspannen: den Mund langsam so weit wie möglich öffnen, dann wieder schließen. Übung zehnmal wiederholen - und Sie schlafen wie ein Murmeltier.

Hamburg, 1. Juli 2015

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