Stress macht sozial

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Positive Seite von Stress
  3. 3. Stress ist nicht gleich Stress
  4. 4. Widerstandskraft lässt sich trainieren
  5. 5. Wie der Körper bei Stress reagiert
  6. 6. Stress - ein Nervenkiller
  7. 7. Tipps aus der Stressforschung

Es ist der wohl am meisten unterschätzte Aspekt der Stressreaktion: Stress macht uns sozial. Um diese Seite von Stress zu verstehen, müssen wir über Hormone sprechen, über Oxytocin. Das "Kuschel-Hormon" steigert unsere Empathie und macht uns Hilfsbereit. Gleichzeitig wirkt Oxytocin allerdings auch als Stresshormon. Warum es auch in dieser Funktion ein echter Herzbeschützer ist, lesen Sie hier.

Kinder umarmen ihren Opa
Umarmungen machen uns glücklich. Dabei wird das "Kuschel-Hormon" Oxytocin freigesetzt© iStock

Das sogenannte  Bindungshormon wird ausgeschüttet, wenn wir jemanden umarmen. Oxytocin ist ein Neuro-Hormon. Es schärft die sozialen Instinkte des Gehirns  und motiviert uns, Dinge zu tun, die enge Verbindungen stärken. Oxytocin lässt uns Körperkontakt suchen und steigert unsere Empathie. Wir gewähren dadurch auch anderen Menschen eher Hilfe und Unterstützung.

 

Oxytocin und Adrenalin gehören zur Stressreaktion

Aber es gibt etwas, was die meisten mit Oxytocin nicht in Verbindung bringen. Es ist ein Stress-Hormon. Unsere Hirnanhangdrüse setzt es frei, wenn wir unter Druck geraten. Es ist genauso Teil der Stressreaktion wie Adrenalin, das unser Herz höher schlagen lässt. Und wenn Oxytocin während der Stressreaktion freigesetzt wird, motiviert uns das, Unterstützung zu suchen.

 

Das Stress-Hormon Oxytocin kann unser Herz schützen

Wenn das Leben also schwer ist, will unsere biologische Stressantwort, dass wir umgeben sind von Menschen, die um uns besorgt sind. Okay, und wie macht uns das Wissen um diese Seite des Stresses gesünder? Oxytocin wirkt nicht nur in unserem Gehirn. Es wirkt auch in unserem Körper als ein natürlicher Entzündungshemmer und hilft unseren Blutgefäßen, in Stressphasen entspannt zu bleiben. Seine Hauptaufgabe besteht jedoch darin, unser Herz zu schützen vor den Nebenwirkungen der Stressreaktion. Oxytocin hilft nämlich den Herzzellen, sich nach einem durch Stress verursachten Schaden zu regenerieren. Und das Tolle ist, dass dieser physische Nutzen von Oxytocin durch soziale Kontakte und Unterstützung verstärkt werden.

Eine Frau gibt am Computer Erklärungen
Statistiken am Computer und andere knifflige Dinge müssen wir nicht alleine lösen: Wenn wir uns Unterstützung suchen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das unseren Körper entlastet© iStock

Wenn wir also unter Stress Unterstützung suchen, sei es um jemandem zu helfen oder um selbst Hilfe anzunehmen, setzt unser Körper mehr Oxytocin frei. Unsere Stressantwort wird gesünder und wir erholen uns schneller von der Anspannung. Es ist eine Art eingebauter Mechanismus, der unsere Belastbarkeit stärkt. Einfach nur dadurch, dass wir unter Stress den Kontakt zu anderen suchen.

Stress ist nicht gleich Stress
Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.