Stress bei Kindern lässt Knochen schrumpfen

Gestresstes Kind
Viele Kinder leiden psychisch unter dem Druck des Schulalltags. Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass Stress bei Kindern auch die Knochen schädigt © Fotolia

Stress geht Kindern im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz – das haben deutsche Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Praxisvita verrät, wie Stress bei Kindern sich auf die Knochen auswirkt.

 

Stress bei Kindern immer häufiger

Leistungsdruck in der Schule und in Nachhilfe-, Sport- und Musikkursen, dazu der Drang, im sozialen Gefüge der Klasse zu bestehen – mehrere Studien zeigen, dass Stress bei Kindern immer häufiger wird.

Dieser Druck kann schwere Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben: Die Zahl der Depressionen bei Grundschülern steigt. Wissenschaftler der Universität Bonn wollten nun herausfinden, ob sich Stress bei Kindern auch auf das Knochenwachstum auswirkt.

 

Stress bei Kindern beeinflusst Knochendichte

Dazu führten sie eine Studie mit 175 Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren durch. Die Kinder waren alle normalgewichtig, gesund und ernährten sich nahezu gleich.

Die Mädchen und Jungen gaben eine Urinprobe ab, die auf Cortisol untersucht wurde – dieses Hormon setzt unser Körper frei, wenn wir unter Stress stehen. Zusätzlich wurde eine computertomographische Untersuchung ihres Unterarms durchgeführt.

Das Ergebnis: Je mehr Cortisol im Urin eines Probanden nachweisbar war, desto instabiler war der Unterarmknochen. „Instabil“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Knochendichte verringert hatte. Außerdem war der Außenumfang des Knochens durch Stress bei Kindern jeweils geschrumpft. Das Erschreckende für die Experten: Diese Auswirkungen zeigten sich schon bei geringfügig erhöhten Cortisolwerten.

Mädchen am Gemüsestand
Forscher wollen herausfinden, ob sich der Knochenschädigung bei Kindern durch eine gezielte Ernährung entgegenwirken lässt© Fotolia
 

Knochenschädigung mit Ernährung vorbeugen

Die Studienleiter betonen die Wichtigkeit dieser Ergebnisse für die Vorbeugung von Knochenerkrankungen – geschwächte Knochen können zum Beispiel zu Osteoporose (Knochenschwund) führen.

Eine Folgestudie soll jetzt zeigen, ob sich der Knochenschädigung durch eine gezielte Ernährung entgegenwirken lässt. Vorangegangene Studien mit erwachsenen Probanden liefern Hinweise darauf, dass eine obst- und gemüsereiche Nahrung den Cortisolspiegel senken kann.

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