Stottern erfordert schnelle Hilfe für die Betroffenen

besondere Zuneigung für Kinder die stottern
Stotternde Kinder brauchen viel Zuneigung. Bei einem bleibenden Stottern müssen Eltern rechtzeitig einen Arzt aufsuchen – sonst kann die Entwicklung des Kindes nachhaltig beeinträchtig werden © Fotolia

Wenn Kinder stottern, ist schnelle Hilfe gefragt. Denn die Erfolge einer Therapie zeigen sich besonders bei Vorschulkindern. Bei Erwachsenen ist eine Therapie deutlich schwieriger. Es gibt jedoch einige Techniken, die zum flüssigeren Sprechen verhelfen.

Stottern wird oft mit Dummheit gleichgesetzt, über Stottererwitze wird immer wieder überheblich gelacht. Doch für rund eine Million Bundesbürger ist ihr Sprachproblem keineswegs zum Lachen. Im Gegenteil: Viele trauen sich aus Scham nicht mehr zu telefonieren oder sich in der Schule zu Wort zu melden, andere finden keinen Job. Fachärzte wissen: Stottern ist eine ernst zu nehmende Behinderung – aber es gibt Hilfen.

 

Ursachen für das Stottern

Stottern ist keine Frage mangelnder Intelligenz oder eine psychische Störung, sondern beruht auf einer Fehlfunktion bei der Verarbeitung von Nervensignalen für das Sprechen. Auch Atemstörungen sind beteiligt und eine eventuelle erbliche Veranlagung, meinen Sprachforscher und -therapeuten. Aber die genaue Ursache für die Sprechblockaden ist bisher nicht geklärt, Entwicklungsstottern. Mehr als die Hälfte aller Kinder kämpfen im dritten und vierten Lebensjahr mit dem so genannten Entwicklungsstottern. Meist verschwindet diese mehr oder minder auffällige Sprachstörung. Doch bei etwa einem Drittel der Kinder wird aus dem harmlosen Stottern während der Sprachentwicklung etwas Krankhaftes. Ein bleibendes Stottern kann das Aufwachsen des Kindes empfindlich stören – wenn die Eltern nicht rechtzeitig einen Arzt zu Rate ziehen.

 

Therapieansätze bei der Sprachstörung

Erwachsene Stotterer haben oft Schwierigkeiten im Beruf. Auch kann das Stottern bei Erwachsenen schwieriger therapiert werden. Doch in der zweiten Lebenshälfte wird das Stottern oft von selbst allmählich immer leichter, sodass viele chronische Stotterer im Alter nur noch wenig oder gar nicht mehr stottern.

Insbesondere verhelfen verschiedene Sprechtechniken und Atemschulung als Behandlung zum flüssigeren Sprechen. Wer mit Geduld, Verständnis und Respekt zuhört, hilft stotternden Menschen am meisten. Vor allem: Lachen Sie nie über Stotterer, sondern immer nur mit ihnen.

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