Stoßwellentherapie bei Fersensporn

Bei einem Fersensporn gibt es verschiedene Therapie-Möglichkeiten. Eine von ihnen ist die Stoßwellentherapie. Wann eine Fersensporn-Behandlung mittels sogenannter Stoßwellen infrage kommt, welche Risiken es bei der Fuß-Behandlung gibt und wer die Kosten übernimmt, das erfahren Sie hier!

Person mit Fersensporn wird mit Stoßwellentherapie behandelt
Bei einem Fersensporn gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Eine davon ist die Stoßwellentherapie Foto: iStock/zoranm

Eine Stoßwellentherapie ist eine Möglichkeit, unangenehme Fersenschmerzen durch einen Fersensporn komplikationsarm und schnell zu behandeln. Welche Vorteile die Therapie hat? Ein Überblick.

Wann Fersensporn-Schmerzen durch Stoßwellentherapie behandeln?

Zwar heilen die Überlastungsschäden am Fuß (Fersensporn) in der Regel auch von alleine aus, dies kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen und ist in der Regel mit starken Schmerzen verbunden. Eine Fersensporn-Behandlung durch eine sogenannte Stoßwellentherapie ist immer dann empfehlenswert, wenn die Schmerzen in der Ferse, auch "fasciitis plantaris" genannt, zu einer immer stärker werdenden Belastung werden und für den/die Patient:in ein großer Leidensdruck entsteht. Leiden Sie an chronischen Fersenschmerzen, kann eine Stoßwellentherapie eine gute Option sein, die Beschwerden zu lindern.

Sind alle konservativen Behandlungsmethoden wie zum Beispiel eine Schmerzmittel-Therapie, Dehnübungen oder die Anwendung von bewährten Hausmitteln ausgeschöpft und zeigen die eben genannten Methoden gegen einen Fersensporn keine Erfolge, empfiehlt der/die Orthopäd:in in diesem Fall häufig eine Stoßwellentherapie, um die Schmerzen in der Ferse rasch zu lindern. Dabei handelt es sich nicht um einen operativen Eingriff, sondern um eine minimalinvasive Behandlungsmethode gegen die Entzündung und Schmerzen im Fußbereich. 

Stoßwellentherapie bei Kalkablagerung in der Ferse: Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Die sogenannten Stoßwellentherapie, in Fachkreisen auch extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) genannt, wird bei einem Fersensporn in der Regel durch eine/einen Orthopäd:in durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein nicht-operatives Verfahren. Unterschieden wird hierbei zwischen zwei Arten der Durchführung: Der fokussierten Stoßwelle (gebündelte Stoßwelle, die tiefer eindringen kann) und der radiären Stoßwelle (Wirkung in der Fläche). Bei einem Fersensporn kommt in der Regel die fokussierte Stoßwellentherapie gegen die Beschwerden zum Einsatz. 

Ultraschall und Stoßwellen: Wo ist der Unterschied?

Wird Ultraschall über die Schallgeschwindigkeit beschleunigt, spricht man von Stoßwellen.

Fokussierte Stoßwellentherapie bei Fersensporn

Bei der fokussierten Stoßwellentherapie werden mit einer Schallsonde energiereiche Ultraschallwellen (Stoßwellen) auf die schmerzende Körperstelle, in diesem Falle der Fuß, gerichtet. Die beschleunigten Ultraschallwellen setzen in dem Moment Energie frei, in dem sie auf eine feste Masse wie Haut, Muskeln und Gewebe treffen und können so zum Beispiel angestaute Kalkablagerungen "zertrümmern". Bei der Behandlung eines Fersensporns ist dies allerdings nur ein Nebeneffekt.

Fersensporn zertrümmern? Nicht durch Ultraschall!

Obwohl durch die Behandlung mit Ultraschallwellen zum Teil auch Kalkablagerungen abgebaut werden, zielt eine fokussierte Stoßwellentherapie bei einem Fersensporn vor allem darauf ab, die Entzündungen der Ferse zu lindern und nicht die Kalkablagerungen zu behandeln oder gar den Sporn zu "zertrümmern". Der Fersensporn selbst verschwindet bei der Behandlung meist nicht! Vielmehr werden die Nervenzellen an der schmerzenden Stelle durch die Stoßwellen aktiviert und körpereigene Botenstoffe freigesetzt. Dadurch werden die Schmerzen gelindert und die Beschwerden können in vielen Fällen sogar ganz verschwinden. 

Um einen Fersensporn erfolgreich mit Ultraschallwellen zu behandeln, sind in der Regel drei bis fünf Sitzungen je zehn bis 15 Minuten bei einem Arzt oder einer Ärztin nötig. Die Behandlung wird ambulant durchgeführt. Dabei erzeugt ein Stoßwellengerät etwa zehn starke Druckimpulse pro Sekunde, die auf den Körper wirken. Vor der Behandlung wird ein Kontaktgel auf die Haut aufgetragen.

Die Behandlung selbst gilt als relativ schmerzarm und wird in der Regel ohne Betäubung durchgeführt. Bei stärkeren Schmerzen kann jedoch eine örtliche Betäubung erfolgen. Sprechen Sie mit Ihrem bzw. Ihrer Ärzt:in darüber.

Wie erfolgreich ist eine Fersensporn-Behandlung durch Ultraschall?

Bei den meisten Patient:innen (circa 75 Prozent) ist die Ultraschall-Therapie sehr erfolgreich und die Schmerzen verschwinden nach nur kurzer Zeit. Es gibt jedoch auch Patient:innen, die gar nicht auf die Behandlungsmethode durch Ultraschallwellen ansprechen, oder einige, die zwar eine Schmerzlinderung erfahren, jedoch die Schmerzen selbst nicht in Gänze verschwinden. In diesem Fall ist eine weitere Behandlung notwendig.

Risiken bei einer Fersensporn-Behandlung durch Bestrahlung

Die Risiken der Stoßwellentherapie wegen eines Fersensporns sind sehr gering. Schwere Nebenwirkungen treten in der Regel nicht auf. Studien berichten, dass vereinzelnd bei Patient:innen der Riss der Fußsohlen-Sehnenplatte verzeichnet wurde, dieser sei jedoch nicht direkt auf die Stoßwellentherapie zurückzuführen gewesen. 

Schmerzen nach Stoßwellentherapie in der Ferse

Im Zuge der Stoßwellentherapie selbst kann es jedoch zu folgenden leichten Symptomen kommen, die nach ein paar Tagen wieder abklingen:

  • Hautrötungen an der Fußsohle

  • blaue Flecken 

  • Schwellungen

Fersensporn-Behandlung durch Ultraschall-Bestrahlung: Wer übernimmt die Kosten?

Gehen die Fersenschmerzen nicht mehr von alleine weg, ist eine weiterführende Behandlung meist unumgänglich. Die Kosten für eine Stoßwellentherapie belaufen sich auf circa 60 bis 100 Euro pro Sitzung, die nicht in jedem Fall von der Krankenkasse übernommen werden. Informieren Sie sich nach ausführlicher ärztlicher Beratung darüber, ob Ihre Krankenkasse die Kosten auch wirklich übernimmt und gegebenfalls anschließend darüber, welche Behandlungsalternativen es bei einem stark ausgeprägten Fersenschmerz noch gibt.

Schmerzen aufgrund einer fasciitis plantaris (Fersensporn) sind für viele Betroffenen besonders unangenehm. Gut, dass es gleich mehrere Behandlungsmöglichkeiten gibt, die nicht sehr schmerzhaft sind. Eine Stoßwellentherapie bei einem Fersensporn gilt heute als gängige Praxis von Orthopäd:innen mit guten Erfolgschancen auf Heilung.

Quellen
  • Buch, M., Knorr, U., Fleming, L., Theodore, G., Amendola, A., Bachmann, C., ... & Siebert, W. E. (2002). Extrakorporale Stoßwellentherapie beim symptomatischen Fersensporn–eine Übersicht. Der Orthopäde, 31(7), 637-644.
  • Hornig, K., Ullrich, C., & Weinert, F. (2020). Praxisbuch Stoßwellentherapie. Fischer Gustav Verlag GmbH & Company KG.
  • Schlüter, P. (2019). Die Krux mit der Abrechnung der Stoßwellentherapie. Orthopädie & Rheuma, 22(2), 53-53.
  • Stoßwellentherapie: Linderung bei schmerzender Ferse möglich, in: medizin-transparent.at