Stoffbinden: Nachhaltige und gesunde Alternative zu Einwegbinden?

Redaktion PraxisVITA

Menstruationsprodukte sind selten nachhaltig. Binden und Tampons sind nicht wiederverwendbar – Stoffbinden können eine Alternative sein. 

Stoffbinden auf Hintergrund
Stoffbinden sind eine nachhaltige Alternative für Menstruationsprodukte Foto:  iStock/Igishevamaria
Inhalt
  1. Was sind Stoffbinden?
  2. Warum sollte man Stoffbinden benutzen?
  3. Wie funktionieren waschbare Stoffeinlagen?
  4. Wie wasche ich Stoffbinden richtig?
  5. Wie transportiere ich benutzte Stoffbinden?
  6. Was sind die Vorteile von Stoffbinden?
  7. Kritik an Stoffbinden

Frauen produzieren während ihrer Periode lange Zeit eine Menge Müll – ob sie wollen oder nicht. Schätzungsweise bis zu 17.000 Tampons oder Binden sollen Frauen in einem Leben benutzen. Im Zuge der Zero-Waste-Bewegung entstehen jedoch immer mehr Produkte, die diese Flut an Wegwerfprodukten eindämmen sollen. Stoffbinden sind eine dieser Alternativen.

 

Was sind Stoffbinden?

Bei Stoffbinden handelt es sich um wiederverwendbare Damenbinden. Meist werden diese aus mehreren Schichten saugfähiger Baumwolle oder Hanf hergestellt.

Nach dem Gebrauch landen sie nicht wie herkömmliche Binden in den Mülleimer, sondern kommen in die Waschmaschine. So können sie nach dem Trocknen ganz einfach wiederverwendet werden. Damit die Binden beim Tragen nicht verrutschen, sind sie meist mit zwei "Flügeln" ausgestattet, die sich mit einem Druckknopf fest verbinden lassen.

Stoffbinden sind in verschiedenen Stärken, Größen und Formen erhältlich und stehen damit bekannten Wegwerf-Binden in Sachen Alltagstauglichkeit nicht nach. 

 

Warum sollte man Stoffbinden benutzen?

Zugegeben, die Vorstellung, eine mit Blut vollgesaugte Binde nicht zu entsorgen und stattdessen aufzubewahren und anschließend zu waschen, ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig. Haben Sie es jedoch erst einmal ausprobiert, werden sie schnell feststellen, dass gar nicht so viel dabei ist – und dass die vielen Vorteile überwiegen. Schon der Umwelt zuliebe sollten Sie auf waschbare Stoffbinden oder eine Menstruationstasse umsteigen. Zudem schonen diese langfristig Ihren Geldbeutel, sind gesünder und hautfreundlicher. 

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Wie funktionieren waschbare Stoffeinlagen?

Im Grunde funktionieren Stoffbinden genauso wie Einwegbinden. Durch das Tragen dieser Einlagen in der Unterhose wird das Blut während der Periode aufgefangen und aufgesaugt. Mehrere Schichten von saugfähigen Stoffen wie Baumwolle, Hanf, Bambus oder Wolle sorgen dafür, dass kein Blut durch die Binde in die Unterwäsche gerät. Manche Stoffe sind auch zusätzlich im unteren Teil durch eine wasserabweisende Schicht verstärkt. Diese besteht jedoch meist aus Kunststoff – und ist damit nicht nachhaltig.

 

Wie wasche ich Stoffbinden richtig?

Die meisten Stoffbinden lassen sich problemlos zusammen mit anderer Wäsche bei 40 bis 60 Grad in der Waschmaschine waschen, manche halten sogar Kochwäsche aus. Experten empfehlen, die Binden vor dem Waschgang kurz in kaltes Wasser zu legen, um sicherzugehen, dass das Menstruationsblut keine bleibenden Flecken hinterlässt.

 

Wie transportiere ich benutzte Stoffbinden?

Auch wenn Stoffbinden je nach Stärke der Menstruationsblutung oft bis zu sechs Stunden oder länger trocken halten, bleibt es nicht aus, dass man auch mal unterwegs die Binde wechseln muss. Für diesen Fall gibt es sogenannte Wetbags. Dabei handelt es sich um kleine, wasserdichte Beutel, die bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden können. Sie kennen diese Taschen vielleicht bereits von der hygienischen Aufbewahrung von Schwimmkleidung oder Windeln. 

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Was sind die Vorteile von Stoffbinden?

  • umweltfreundlich: Stoffbinden werden meist aus natürlichen Materialien hergestellt, sind oft auch nach Jahren noch verwendbar und am Ende manchmal sogar kompostierbar. Manche Stoffbinden werden auch aus gebrauchten Handtüchern oder Bettbezügen hergestellt. Sie sind angenehm und gut für die Haut. 
  • Tragekomfort: Natürliche Stoffe fühlen sich meist sehr weich an auf der Haut. Außerdem sind in Stoffbinden keine schädlichen Kunststoffe enthalten.
  • Finanzielle Einsparungen: Stoffbinden sind auf lange Sicht günstiger. Besonders wenn Stoffbinden als DIY-Projekt in Heimarbeit hergestellt werden, schonen Sie Ihren Geldbeutel. Aber auch gekauft lohnt sich die Investition schon nach wenigen Jahren.
  • Individualisierbar: Stoffbinden können individuell angepasst werden. Während es bei Wegwerfbinden nur wenige verschiedene Einheitsgrößen gibt, können Stoffbinden ganz individuell auf die Unterwäsche oder den Körper einer Frau und die Stärke ihrer Blutung angepasst werden.
  • Gesundheit: Stoffbinden sind gesünder. Eine bessere Luftzirkulation durch die Verwendung von natürlichen Materialien stellt sicher, dass der Geruch des Menstruationsblutes geringer gehalten wird. Außerdem beugen Stoffbinden Scheidenpilz sowie Ausschlag, Allergien und Entzündungen vor.

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Kritik an Stoffbinden

  • alltagsungeeignet: Stoffbinden sind im alltäglichen Gebrauch nicht wirklich praktisch und es erfordert einiges an Planung und Vorbereitung die Menstruationsprodukte zu verwenden. Sie verursachen mehr Arbeit, müssen aufbewahrt, transportiert und gewaschen werden.
  • teure Erstanschaffung: Im Vergleich zu anderen Hygieneartikeln und Menstruationsprodukten sind Stoffbinden in der Anfangs-Anschaffung zunächst teuer. Rund 13 bis 20 Euro kostet eine Binde, mindestens zwei bis drei sollte eine Frau sich kaufen, wenn sie ganz auf Stoffbinden setzen will. Nach einigen Jahren hat sich die Anschaffung jedoch wieder ausgeglichen. 
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