Stinkende Blähungen: Ursachen und wie man sie vermeidet

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Jeder Mensch sondert Gase ab, aber stinkende Blähungen können richtig unangenehm sein. Welche Ursachen sind für solche Blähungen verantwortlich und welche Tricks gibt es, um sie zu vermeiden? Alle Antworten!

Inhalt
  1. Woher kommen stinkende Blähungen?
  2. Extrem stinkende Blähungen: Bakterien als Ursachen für faule Gerüche
  3. Reizdarm geht häufig mit stinkenden Blähungen einher
  4. Klebriger Stuhl oft in Kombination mit stinkenden Blähungen
  5. Stinkende Blähungen abends
  6. Stark stinkende Blähungen: Das hilft!

Ist es Ihnen in der Öffentlichkeit auch schon einmal passiert, dass unbeabsichtigt Luft dem Darm entwich? Es ist schon unangenehm genug, wenn es die Umgebung mitbekommt, dass der Pups laut war. Noch viel peinlicher aber ist es, wenn es sich um stinkende Blähungen handelt, die womöglich häufig auftreten. Da ist Hilfe gefragt. Welche Ursachen stecken hinter den riechenden Darmwinden und wie kann man sie vermeiden? 

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Woher kommen stinkende Blähungen?

Richtige Sorgen muss sich niemand machen, wenn Blähungen stinken. Jeder Mensch sondert täglich über den Darm ungefähr einen Liter Luft ab. Das ist normal und hängt unter anderem mit der Luft zusammen, die wir automatisch beim Reden oder der Nahrungsaufnahme mit verschlucken. Bis zu 14 Litern an Gasen werden außerdem täglich im Verdauungstrakt gebildet. Schon im Magen wird bei der Zerkleinerung der Nahrung Kohlendioxid freigesetzt. Im Darm selbst leisten Millionen von Bakterien bei der Verdauung und Freisetzung von Nährstoffen wichtige Arbeit.

Dieses sogenannte Mikrobiom ist ein wichtiger Teil des Verdauungssystems. Wenn bestimmte Bakterienstämme nicht ausreichend vorhanden sind oder ganz fehlen, kann es zu Gärprozessen und damit vermehrt zu Blähungen kommen. Treten diese häufiger auf, spricht man von Meteorismus.

 

Extrem stinkende Blähungen: Bakterien als Ursachen für faule Gerüche

Luft sondert jeder ab, aber warum stinkt diese manchmal so stark? Haben Sie häufiger unter solchen Pupsen zu leiden und haben sich vielleicht schon gefragt, ob Sie nicht innerlich verfaulen? Keine Sorge, das sind nicht Sie, das sind die Bakterien, die für chemische Reaktionen verantwortlich sind.

Die Darmbakterien sorgen bei der Zersetzung der Nahrungsmittel dafür, dass sich schwefelhaltige Gase bilden. Und diese sind für den Gestank verantwortlich. Wenn es also nach verfaulten Eiern riecht, war das Mikrobiom am Werk. Bei der Verdauung vieler ballaststoff- und eiweißreicher Nahrungsmittel entsteht besonders viel Gestank. Forscher der Monash University in Melbourne stellten fest, dass besonders das in proteinhaltigen Lebensmitteln enhaltene Cystein für den Gestank verantwortlich ist. 

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Zu ballaststoffreichen Lebensmitteln gehören:

  • Haferflocken
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkornprodukte
  • Quinoa
  • Nüsse

Besonders schwefelhaltig sind proteinhaltige Nahrungsmittel wie:

  • Eier
  • Milchprodukte
  • Fleisch
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen

Blähend wirken außerdem:

  • Kohlgemüse wie Rosenkohl oder Blumenkohl
  • Zwiebeln

Nehmen Sie viele solcher Nahrungsmittel zu sich, produziert der Darm ordentlich Schwefel und scheidet diesen über stinkende Fürze wieder aus. Das Sprichwort „Du bist, was Du isst“ zeigt sich hier besonders. 

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Reizdarm geht häufig mit stinkenden Blähungen einher

Nicht immer hängen Blähungen nur mit der Nahrung zusammen. Auch Erkrankungen wie der sogenannte Reizdarm oder das Reizdarmsyndrom sorgen für eine Schieflage des Mikrobioms im Darm. Betroffene leiden unter einer gestörten Darmtätigkeit und haben eine reduzierte Barrierefunktion der Darmwand. Das Mikrobiom beim Reizdarm scheint in seiner Zusammensetzung nicht wie bei Gesunden im Gleichgewicht zu sein. Das sorgt für Verdauungsprobleme wie Durchfall und das Entstehen von schwefelhaltigen Gasen.

Treten zu den stinkenden Blähungen andere Symptome wie Durchfälle, Bauchschmerzen oder gar Blut im Stuhl auf, sollten Sie sich an einen Gastroenterologen wenden. Neben dem Reizdarm können auch andere Darmerkrankungen wie Morbus Crohn mit stinkenden Blähungen einhergehen. 

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Klebriger Stuhl oft in Kombination mit stinkenden Blähungen

Leiden Sie unter stinkenden Blähungen und beobachten gleichzeitig Stuhlveränderungen? Scheint der Stuhlgang klebrig oder fettig? Mediziner nennen dies den Fettstuhl bzw. den Pankreasstuhl. Ursache kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein, aber auch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse oder der Galle. Schwimmt der Stuhlgang in der Toilette oben oder hinterlässt klebrige Spuren in der Kloschüssel und sieht er klebrig, schmutzig aus? Stinkt der Stuhlgang oder die Blähungen übel? Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um auszuschließen, dass es sich um den Fettstuhl und seine möglichen Erkrankungen handelt.

 

Stinkende Blähungen abends

Manchmal sind wir den ganzen Tag so in Aktion, dass wir kaum zum Verdauen kommen. Deswegen ist es gar nicht so selten, dass sich stinkende Blähungen vor allem abends bemerkbar machen. Im täglichen Stress sorgt das vegetative Nervensystem dafür, dass die Verdauungstätigkeit gedrosselt wird, damit der Organismus alle Energie konzentriert, um Arbeit, Familie und andere Herausforderungen zu bewältigen.

Wenn wir abends zur Ruhe kommen, übernimmt der Parasympathikus die Regie und ermöglicht, dass die Verdauungsorgane ins Arbeiten kommen. Deswegen ist es gerade bei gestressten Menschen nicht ungewöhnlich, wenn stinkende Blähungen erst in den Abendstunden auftreten. 

Foto: iStock
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Die Periode sorgt für stinkende Pupse

Frauen leiden gerade während der monatlichen Periode verstärkt unter stinkenden Blähungen. Verantwortlich ist das Hormon Progesteron, das eine entspannende Wirkung hat und für eine Darmträgheit sorgt, die sich mit stinkenden Blähungen äussern kann.

 

Stark stinkende Blähungen: Das hilft!

Ernährung und Gewohnheiten sind die Hauptfaktoren für das Auftreten von stinkenden Blähungen. Deswegen hilft es, wenn an diesen Stellschrauben gedreht wird.

Vermeiden Sie zu viele ballaststoff- und eiweißreiche Kost, wenn Sie an Blähungen leiden. Nehmen Sie Lebensmittel wie Hülsenfrüchte oder Zwiebeln nur in kleinen Portionen zu sich und kauen Sie gründlich. Gerade Hülsenfrüchte wie Trockenerbsen sollten lange eingeweicht und gegart werden, dann blähen sie weniger. 

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Greifen Sie stattdessen zu:

  • Bananen
  • Kartoffeln
  • Spargel
  • Weizen
  • Artischocken

Diese können bei übelriechenden Blähungen helfen.

Außerdem sollten sich Betroffene regelmäßig bewegen und somit auch einen trägen Darm wieder in Schwung bringen. Denn Sport und Bewegung regen auch den Darm zu mehr Beweglichkeit an.

Pflanzliche Arzneimittel helfen bei Ungleichgewicht des Mikrobioms

Gerade, wenn sich im Darm zu viele gasbildende Bakterien befinden, kann es zu einem Ungleichgewicht des Mikrobioms und vermehrt zu stinkenden Blähungen kommen. Neben ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung können pflanzliche Wirkstoffe helfen, dass die gasbildenden Bakterien nicht die Überhand gewinnen.

So hemmt hochkonzentriertes Kümmelöl selektiv das Wachstum potenziell krankmachender gasbildender Bakterien. Wird es in Kombination mit Pfefferminzöl eingenommen, können stinkende Blähungen und begleitende Beschwerden wie Bauchschmerzen auf sanfte Weise gemildert werden. Die Wirkstoffkombination von Pfefferminzöl und Kümmelöl kann in Kapselform über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und ist gut verträglich.

Stinkende Blähungen haben oft harmlose Ursachen, hartnäckige Beschwerden können Sie durch eine Ernährungsumstellung und mit pflanzlichen Arzneimitteln relativ schnell bekämpfen.

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Quellen:

Was gegen Blähungen hilft, in: internisten-im-netz.de

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