Stillhütchen: Saug-Helfer für die Kleinen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Das Stillen ist für Baby und Mutter zunächst eine ungewohnte Situation. Und gerade zu Beginn verläuft es häufig nicht ohne Komplikationen. Hat das Neugeborene ernste Probleme, an der Brust zu saugen, kann ein Stillhütchen bei der Nahrungsaufnahme helfen.

Frau legt Baby an ihre Brust zum Füttern
Das Stillen bereitet besonders zu Beginn vielen Müttern Probleme Foto:  istock/Jgaunion
Inhalt
  1. Stillhütchen: Was genau ist das eigentlich?
  2. Wo kann man Stillhütchen kaufen?
  3. Wann ist die Benutzung eines Stillhuts sinnvoll?
  4. Stillen mit Stillhütchen: Die richtige Anwendung
  5. Vor- und Nachteile von Stillhütchen
 

Stillhütchen: Was genau ist das eigentlich?

Der Stillhut, manchmal auch Brusthut genannt, ist ein transparenter Aufsatz für die Brust, der einer Brustwarze nachempfunden ist. Er ist in der Regel aus Silikon oder Latex und in verschiedenen Größen (S/M/L) erhältlich.

 

Wo kann man Stillhütchen kaufen?

Stillhütchen gibt es sowohl in der Apotheke, als auch in der Drogerie und im Online-Versandhandel von verschiedenen Marken zu kaufen. Die Kosten variieren zwischen fünf und zehn Euro.

 

Wann ist die Benutzung eines Stillhuts sinnvoll?

  • Bei flachen Brustwarzen, Hohl- oder Schlupfwarzen
  • Verkürztem Zungen- und/oder Lippenbändchen des Neugeborenen
  • Bei Frühgeburten, als erste Hilfe, das Trinken zu erlernen
 

Stillen mit Stillhütchen: Die richtige Anwendung

Bevor der Stillhut als Hilfsmittel verwendet wird, gilt es zunächst einmal, die Ursache des Stillproblems herauszufinden. Komplikationen gerade in der Anfangszeit – etwa beim Anlegen der Brust oder bei besonders wunden Brustwarzen – sind in der Regel ganz normal. Hebammen und Stillberater können in der ersten Phase eine entscheidende Hilfe sein.
Hat das Baby dennoch Probleme richtig und lang genug an der Brustwarze zu saugen, kommt der Brusthut, auch Stillhütchen genannt, zum Einsatz.

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Step 1: Stillhut auf der Brust richtig anlegen

Bevor das Hütchen der Brustwarze übergestülpt wird, muss es zunächst einmal gereinigt werden. Hierzu wird empfohlen, das Silikon-Hütchen einmal kurz auszukochen und abkühlen zu lassen. Das Stillhütchen wird nun auf die empfindliche Brustwarze der Mutter gestülpt. Wichtig dabei ist, dass der Hut passgenau auf die Brustwarze platziert wird, also nicht zu groß oder zu klein ist. Treten Schmerzen bei der Mutter während des Stillens mit Stillhütchen auf, könnte es an der falschen Größe liegen.

Am einfachsten ist es, die Ränder des Stillhuts einmal kurz mit Wasser – oder auch mit einem Spritzer Muttermilch – anzufeuchten und dann die vorgeformte Brustwarze, also den Schaft des Hütchens zur Hälfte nach hinten umzustülpen. Anschließend den Stillhut auf der Brustwarze platzieren. Der Stillhut saugt sich nun an der Brustwarze fest und sollte im besten Fall einen guten Halt bieten. 

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Step 2: Baby passend platzieren

Im zweiten Schritt kann nun das Baby an die Brust der Mutter herangeführt werden. Die Lippen des Babys werden auf den Rand des Stillhuts platziert, sodass es – genau wie an der richtigen Brustwarze – an dem Stillhut saugen kann.

Grafik zeigt das Anlegen eines Stillhütchens
Das Stillhütchen wird zunächst ein wenig aufgerollt und dann mittig auf der Brustwarze platziert Foto: Praxisvita

Step 3: Stillhütchen richtig reinigen

Nach der Anwendung wird empfohlen, das Stillhütchen unter fließendem, warmen Wasser mit einem Klecks Spülmittel zu reinigen. Alle 24 Stunden sollte das Stillhütchen einmal ausgekocht werden. Das Hütchen kann über einen längeren Zeitraum verwendet werden und hat kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist das Silikon allerdings verfärbt und lässt es sich nicht mehr so leicht reinigen, sollte auf ein neues Stillhütchen gewechselt werden. 

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Vor- und Nachteile von Stillhütchen

Die Verwendung eines Stillhuts wird von vielen kritisiert und meist nur als äußerste Notlösung zu empfohlen, wenn sich das Stillproblem anders nicht lösen lässt.
Der Grund: Man vermutet, dass es durch den Einsatz des Hütchens zu einer verminderten Ausschüttung des Stillhormons Prolaktin und des Hormons Oxytocin, des Bindungshormons kommt. Im Zuge dessen könnte es zu einer verminderten Milchbildung bei der Mutter des Kindes kommen sowie einer Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Bindung. Ob ein Stillhütchen tatsächlich notwendig ist, darüber sollten Mütter sich unbedingt im Vorfeld mit einer Hebamme oder einem Stillberater austauschen.

Quellen:

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