Stiller Reflux: Symptome, Ursachen und Behandlung

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Stiller Reflux unterscheidet sich vom herkömmlichen Reflux. Alles über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

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Inhalt
  1. Was ist stiller Reflux?
  2. Stiller Reflux – welche Symptome haben die Patienten?
  3. Stiller Reflux – was sind die Ursachen?
  4. Wie diagnostizieren Ärzte den stillen Reflux?
  5. Stiller Reflux – welche Behandlung ist möglich?
 

Was ist stiller Reflux?

Auslöser des stillen Refluxes ist Magensäure, die nach oben steigt und Entzündungen hervorruft. Das typische Sodbrennen tritt aber nicht auf, daher der Name “Stiller Reflux”. Magensaft enthält Salzsäure, um Lebensmittel “vorzuverdauen”, bevor sie in den Darm gelangen. Steigt die Flüssigkeit nach oben in Richtung Speiseröhre, kommt es zum Sodbrennen mit ausgeprägten Schmerzen hinter dem Brustbein.

Der stille Reflux führt nicht zu Sodbrennen. Gasförmige Salzsäure steigt aus dem Magen auf und erreicht den Kehlkopf, den Rachen, die Nasen und die Nebenhöhlen. Hier können mittelfristig massive Beschwerden auftreten, die man nicht mit dem eigentlichen Reflux in Verbindung bringt.

Eine Schüssel Haferbrei mit Bananen
Hausmittel Soforthilfe bei Reflux

 

Stiller Reflux – welche Symptome haben die Patienten?

Die Beschwerden erinnern oft an Erkältungen und werden nicht mit dem stillen Reflux in Verbindung gebracht.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Patienten müssen sich oft räuspern, haben ein raues Gefühl im Hals oder leiden an Schluckbeschwerden.
  • Entzündungen im HNO-Bereich, etwa Kehlkopf- oder Nasennebenhöhlenentzündungen kommen hinzu. Mitunter sind die Ohren betroffen.
  • Beim sogenannten Paukenerguss sammelt sich Flüssigkeit im Innenohr an.
 

Stiller Reflux – was sind die Ursachen?

Beim stillen Reflux gelangt Magensäure in gasförmiger Form nach oben. Möglicherweise ist der Schließmuskel oben im Magen erschlafft und erfüllt seine Aufgabe nur unzureichend.

Auch Gewebebrüche, sogenannte Hernien, führen zu den Beschwerden. Dabei gelangt ein Teil des Magens durch das Zwerchfell nach oben. Nicht zuletzt kann Übergewicht eine Rolle spielen.

Bei starkem Übergewicht erhöht sich der Druck im Bauchraum, und Magensaft gelangt leichter nach oben.

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Wie diagnostizieren Ärzte den stillen Reflux?

Ärzte werden chronische bakterielle oder virale Entzündungen, die zu ähnlichen Beschwerden führen können, bei ihrer Diagnostik ausschließen. Das gelingt mit Abstrichen und mit Blutproben. Um den stillen Reflux nachzuweisen, schieben sie eine Sonde in die Nase oder in den Rachen. Der Messfühler reagiert auf Säure. Ein pH-Wert unter 4,0 spricht für die Krankheit. Weitere Untersuchungen folgen, um herauszufinden, warum Säure nach oben steigt. Auch eine Kehlkopf- oder Nasenspiegelung ist ratsam.

 

Stiller Reflux – welche Behandlung ist möglich?

Für die Therapie des stillen Refluxes haben Ärzte verschiedene Möglichkeiten. Sie können Säureblocker verordnen. Dazu gehören Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol. Die Medikamente sind wirksam, stehen aber langfristig mit einem höheren Osteoporose-Risiko in Verbindung. Es gibt aber auch Magengele auf der Basis von Magaldrat, einem Silicat, das überschüssige Säure bindet. Die Arzneimittel eignen sich sogar in der Schwangerschaft.

Auch ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, wenig fetten Speisen und keinen sauren oder stark zuckerhaltigen Getränken kann zur Besserung der Beschwerden führen.

Stiller Reflux kann auch durch eine Operation behandelt werden, allerdings nur, wenn die Ärzte schwerwiegende Defekte in den anatomischen Strukturen des Magens finden.

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Quellen:

Hanns-Wolf Baenkler (2015), Kurzlehrbuch Innere Medizin, Stuttgart: Thieme-Verlag.

Irmtraut Koop (2013), Gastroenterologie compact, Stuttgart: Thieme-Verlag.

"Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit", in: AWMF online,

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