Stillen und Alkohol – geht das?

Mona Trautmann
Mutter stillt im Café
Stillende Mütter müssen einige Regeln beachten, wenn sie Alkohol trinken wollen – sonst schadet der Konsum dem Baby © iStock/Lolostock

In der Schwangerschaft und beim Stillen sollten Frauen auf Alkohol verzichten. Wollen Sie sich als stillende Mutter ausnahmsweise doch mal ein Glas Sekt genehmigen, gibt es einige Regeln, die Sie beim Thema Stillen und Alkohol befolgen sollten.

Über die Muttermilch bekommt das Kind lebenswichtige Nährstoffe. Nebenbei stärkt Stillen die Abwehrkräfte des Babys und fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind. Doch über die Milch gelangen auch Schadstoffe aus dem Körper der Mutter in den des Säuglings. Deshalb sollten stillende Frauen gut überlegen, bevor Sie Alkohol trinken. Bisher gibt es keinen festgelegten Grenzwert, unter dem Alkohol für das Kind unschädlich ist.

Junger Vater gibt Baby die Flasche
Möchte eine stillende Mutter zu besonderen Anlässen nicht auf ein Glas Alkohol verzichten, kann sie zuvor Milch abpumpen. Um das Baby sollte sich immer eine nüchterne Person kümmern© iStock/aywan88

Generell gilt: In der Schwangerschaft ist Alkohol tabu und auch in der Stillzeit ist es für das Kind am sichersten, auf Alkohol zu verzichten. Schließlich braucht ein bis zu zwölf Wochen alter Säugling etwa doppelt so lange wie die Mutter, um den Alkohol abzubauen. Entwicklungsstörungen und Probleme beim Stillen sind mögliche Folgen.

Wenn Stillende zu besonderen Anlässen doch zum Glas Sekt oder Wein greifen möchten, sollten sie einige Dinge beachten, um Ihrem Nachwuchs nicht zu schaden.

 

Wie viel Alkohol darf ich trinken?

Generell gilt für erwachsene Frauen der Genuss von bis zu 20 Gramm Alkohol als risikoarm. Sie könnten also ein oder zwei Gläser (100 Milliliter) Sekt oder Wein in der Woche trinken, wenn Sie stillen. Empfohlen wird jedoch, diese Menge Alkohol nicht regelmäßig, sondern nur zu besonderen Anlässen zu konsumieren.

 

Diese Regeln sollten Sie bei Alkoholkonsum in der Stillzeit beachten

  • Trinken Sie erst dann Alkohol, wenn Sie abschätzen können, in welchen Abständen Ihr Kind Milch trinken will (frühestens nach einem Monat Stillen).
  • Stillen Sie Ihr Baby unmittelbar bevor Sie Alkohol trinken möchten. So erhöhen Sie den zeitlichen Abstand zum nächsten Stillen. Dieser sollte zwei bis drei Stunden betragen.
  • Lassen Sie Ihr Baby von einer Person betreuen, die keinen Alkohol trinkt
  • Schlafen Sie nicht mit Ihrem Baby in einem Bett, wenn Sie Alkohol konsumiert haben – Ihre Reaktionsfähigkeit kann vermindert sein und Sie erkennen die Bedürfnisse des Kindes eventuell nicht rechtzeitig.

Eine Möglichkeit ist auch, im Vorhinein Muttermilch abzupumpen und diese im Kühlschrank aufzubewahren.

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Stillende Mutter können zum Beispiel ein bis zwei kleine Gläser Sekt pro Woche trinken© iStock/svetikd
 

Wie viel Alkohol gelangt in die Muttermilch?

Wenn Sie Alkohol trinken, geht dieser über das Blut auch in die Muttermilch. Etwa 30 bis 90 Minuten nach dem Trinken ist der Alkoholgehalt im Blut am höchsten. In der Muttermilch herrscht die gleiche Alkoholkonzentration wie im Blut. Doch nur ein Teil des Alkohols aus der Milch geht auf das Baby über: etwa 0,3 bis zwei Prozent der mütterlichen Alkoholdosis kommen beim Kind an.

 

Woher weiß ich, wie viel Promille ich habe?

Um zu wissen, wann Ihr Körper den Alkohol abgebaut hat, ist es hilfreich zu wissen, wie viel Promille Sie im Blut haben. Zur Berechnung des Promillewertes gibt es die Widmark-Formel:

Die aufgenommene Alkoholmenge in Gramm : (0,6 x Körpergewicht der Frau in Kilogramm) = Promille.

Wie viel Gramm reinen Alkohol ein Getränk enthält, können Sie auch mit dem Einheitenrechner von "kenn dein Limit" herausfinden. Den ungefähren Promillegehalt berechnet der Promillerechner von "beratung.help".

Sie können den Alkoholgehalt in der Muttermilch übrigens nicht senken, indem Sie Milch nach dem Alkoholkonsum abpumpen und wegschütten. Als Faustregel gilt, dass ein Getränk mit 10 Gramm Alkohol vom Körper innerhalb von zwei Stunden abgebaut wird – erst dann befindet sich auch in der Muttermilch kein Alkohol mehr.

 

Alkohol und Stillen – welche Gefahren bestehen für das Baby?

Alkoholkonsum in der Stillzeit kann folgende Auswirkungen auf den Säugling haben:

  • Schlafstörungen (leichter Schlaf)
  • Stillprobleme durch verringerte Milchbildung bei der Mutter
  • Alkohol in der Muttermilch kann den Saugreflex des Kindes beeinträchtigen
  • Da der Alkohol den Geschmack der Milch verändert, trinken manche Babys weniger
  • Der Konsum alkoholischer Getränke durch die Mutter kann die motorische Entwicklung des Babys hemmen
  • Eventuell wird die Gewichtszunahme beim Baby verlangsamt
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