Stillen schützt vor Diabetes

Mutter stillt ihr Baby
Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Stillen den Stoffwechsel der Mutter verändert und so hilft, Diabetes vorzubeugen © Fotolia

Stillen ist nicht nur für das Baby gesund – es schützt auch die Mutter. Eine aktuelle Studie belegt: Stillende Mütter haben ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes. Womit das zusammenhängt, erfahren Sie hier.

Stillen liefert ein wahres Gesundheitspaket für die ersten Lebensmonate Auch die Mutter profitiert, wie eine kürzlich im Fachmagazin "Annals of Internal Medicine" veröffentlichte Studie beweist. Demnach erkranken Frauen im Laufe ihres Lebens seltener an Typ-2-Diabetes, wenn sie ihre Kinder gestillt haben.

Für ihre Studie wertete Erica Gunderson von der Forschungsabteilung der Krankenkasse Kaiser Permanente in Oakland die Ergebnisse der „Study of Women, Infant Feeding and Type 2 Diabetes After GDM Pregnancy“ (SWIFT) aus. Im Fokus dieser Untersuchung standen Daten von 959 Frauen, die während der Schwangerschaft an einem Diabetes erkrankten. Das Ergebnis: 113 Frauen entwickelten in den folgenden zwei Jahren einen Typ-2-Diabetes. 17 von ihnen hatten voll gestillt. Für die Epidemiologin ergab sich daher eine Rate von 3,95 Neuerkrankungen. Bei den 29 Frauen, die überwiegend gestillt hatten, betrug die Krankheitshäufigkeit 4,88; wenn die Kleinen Babynahrung bekamen, waren es 6,47 Neuerkrankungen und bei Frauen, die niemals gestillt hatten, kam es zu 8,79 Neuerkrankungen. Je intensiver die Frauen ihre Säuglinge stillen, desto geringer ist also das spätere Diabetesrisiko.

Gunderson errechnete anhand dieser dosis-abhängigen Wirkung das Risiko für jede Kontrollgruppe: Für die teilweise stillenden Frauen, für die überwiegend stillenden und für die Frauen, die ausschließlich stillten. Das Ergebnis: Je nach Still-Variante verminderte sich das Risiko, innerhalb von zwei Jahren an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, um 36 Prozent, 46 Prozent und 54 Prozent.

 

Warum schützt Stillen vor Diabetes?

Das Stillen verändert den Stoffwechsel der Mutter und damit auch die Anfälligkeit für Stoffwechselkrankheiten. Frauen, die lange gestillt haben, weisen im Schnitt niedrigere Blutfettwerte und höhere Adiponectin-Spiegel auf. Adiponectin ist ein Hormon, das sich positiv auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel auswirkt, indem es z.B. die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen verbessert.

 

So gesund ist Stillen

Doch Stillen schützt nicht nur vor Typ-2-Diabetes. Welche Vorteile es außerdem bringt, erfahren Sie hier.

Hamburg, 25. November 2015

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