Stillen macht Babys intelligent

Ein Baby wird gestillt
Muttermilch beeinflusst die spätere Intelligenz des Babys, zeigt eine brasilianische Studie © Fotolia

Muttermilch beeinflusst den IQ des Babys positiv, und zwar bis ins Erwachsenenalter – das zeigt eine aktuelle brasilianische Studie.

Die Gesundvorteile des Stillens sind bekannt: Es beugt Allergien und Übergewicht vor, stärkt das Immunsystem des Babys, senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod und wirkt nebenbei auch noch entspannend auf die Mutter.

Seit einigen Jahren beschäftigen sich Mediziner zudem mit der Frage, ob Stillen das Baby intelligenter macht. Einige Studien hatten darauf hingedeutet – allerdings wurde die spätere Intelligenz des Kindes dabei spätestens im Grundschulalter getestet und im Erwachsenenalter nicht weiterverfolgt. Außerdem berücksichtigten diese Untersuchungen keine sozialen Faktoren wie den sozialen Status der Eltern.

Eine aktuelle Studie brasilianischer Forscher hat jetzt erstmals die längerfristigen Auswirkungen des Stillens untersucht und dabei auch soziale Faktoren berücksichtigt.

 

Je länger die Stilldauer, desto höher der IQ

Dazu analysierten die Wissenschaftler der Universidade Federal de Pelotas Daten von knapp 6.000 Kindern und teilten sie in fünf Gruppen ein: Kinder der Gruppe 1 wurden weniger als einen Monat gestillt, Kinder der Gruppe 2 einen bis drei Monate, Kinder der Gruppe 3 drei bis sechs Monate, Kinder der Gruppe 4 sechs bis zwölf Monate und Kinder der Gruppe 5 mehr als zwölf Monate.

30 Jahre später ließen sie die 3.493 noch teilnehmenden Probanden einen Intelligenztest absolvieren. Dabei beobachteten die Forscher: Je länger die Stilldauer, desto höher der spätere IQ des Kindes. Drei Monate Stillen bedeuteten durchschnittlich 0,7 Punkte mehr im IQ-Test, ein Jahr vier Punkte. Wurde das Kind etwa mit Wasser oder Tee zugefüttert, verminderte sich der Effekt um rund die Hälfte. Auch im Bezug auf beruflichen Werdegang und Einkommen waren die als Babys gestillten Probanden erfolgreicher.

Soziale Faktoren wie Bildungsstand und Einkommen der Eltern, Alter der Mutter bei der Geburt und Rauchen in der Schwangerschaft wurden dabei herausgerechnet.

Als Grund für den IQ-steigernden Effekt der Muttermilch vermuten die Studienleiter die in ihr enthaltenen gesunden Fettsäuren, die für die Entwicklung des Gehirns förderlich sind.

Weitere positive Effekte des Stillens finden Sie hier.

Hamburg, 18. März 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.