Stillen lindert Schmerzen – auch bei der Mutter!

Dr. Justus Meyer
Stillende Mutter
Natürliches Schmerzmittel: Stillen lindert Beschwerden bei Kind und Mutter © fotolia

Wissenschaftler haben erstmals untersucht, welchen Einfluss das Stillen auf Schmerzprozesse im Körper der Mutter hat. PraxisVITA erklärt die Ergebnisse.

Was Mütter schon immer wussten, hat eine Studie kanadischer Forscher bereits 2006 wissenschaftlich belegt: Stillen verringert Schmerzen bei Neugeborenen. Es hat einen beruhigenden Effekt auf das Baby, bei dem der Organismus mehr körpereigene Schmerzmittel produziert.

Welchen Einfluss das Stillen auf mögliche Schmerzen der Mutter hat, stand bislang nicht im Fokus der Wissenschaft. Doch jetzt haben Mediziner aus Spanien erstmals untersucht, ob sich ähnliche Effekte zeigen. Die Mitautorin der Studie, Dr. Carmen Alicia Vargas Berenjeno von der Universitätsklinik Nuestra Senora de Valme, stellte die Ergebnisse kürzlich bei einem Kongress in Genf vor.

 

Wie lange sollten Mütter stillen?

Um für ihre Untersuchung vergleichbare Daten zu erhalten, beobachteten sie die Schmerzentwicklung bei Müttern, die ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hatten. Von den 185 Studienteilnehmerinnen litten insgesamt 11,4 Prozent unter postoperativen, chronischen Schmerzen. Die Rate bei Müttern, die ihr Kind nach der Geburt für mehr als zwei Monate gestillt hatten, lag jedoch nur bei acht Prozent im Vergleich zu 23 Prozent bei Müttern, die weniger als zwei Monate gestillt hatten. Die Studienautorin sieht in den Ergebnissen in erster Linie einen weiteren guten Grund für Mütter, ihre Kinder länger zu stillen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Stillzeit von mindestens sechs Monaten. In den USA folgen dieser Empfehlung jedoch nur knapp 52 Prozent aller Mütter. In Deutschland werden Kinder im Durchschnitt etwa sieben Monate lang gestillt, 30 Prozent der Mütter stillen aber weniger als zwei Monate.

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