Stille Entzündungen: 8 Warnsignale, die Sie beachten sollten

Anders als akute Entzündungen äußern sich stille Entzündungen eher unspezifisch. Doch sie können schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen. Daher sollte man diese 8 Warnsignale beachten.

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Normalerweise äußert sich eine Entzündung zum Beispiel durch Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen. Bei stillen Entzündungen – im Englischen silent inflammation genannt – sind die Symptome nicht so genau erkennbar, weshalb diese Entzündungen oft unbemerkt ablaufen. Doch es gibt Anzeichen, die darauf hindeuten: Auf diese 8 Warnsignale sollten Sie achten!

Stille chronische Entzündung: Wie gefährlich ist das?

Eigentlich sind Entzündungen ein wichtiges und auch gesundes Warnzeichen des Körpers – Eindringlinge wie Viren oder Bakterien werden bekämpft. Das ist eine lebenswichtige Reaktion. Doch wenn die Entzündung zu lange dauert und chronisch wird, kann sie den Körper schädigen.

Dies ist bei einer stillen Entzündung der Fall: Sie schwelt vor sich hin und wird durch bestimmte Reize immer wieder angefacht. Sie tritt nicht lokal begrenzt auf, sondern im gesamten Körper, daher wird sie auch „systemisch“ genannt.

Werden die Entzündungsprozesse nicht gestoppt, können schwere Erkrankungen die Folge sein, wie zum Beispiel:

  • Chronische Darmentzündungen, etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

  • Herz-Kreislauf-Störungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt

  • Krebs

  • Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Multiple Sklerose

  • Diabetes

  • Allergien

  • Parodontitis

  • Hautkrankheiten wie Rosazea, Schuppenflechte

Ein Arztbesuch ist also dringend angeraten, wenn man eines der folgenden Warnsignale an sich feststellt.

Stille Entzündungen im Körper: 8 Symptome als Warnsignal

Eine stille Entzündung zeigt Symptome, die sehr unspezifisch sind und daher meist nicht sofort an einen entzündlichen Prozess im Körper denken lassen. Da der Körper kann die andauernde Entzündung nicht zielgerichtet bekämpfen, das Immunsystem ist geschwächt.

Auf diese 8 Warnsignale sollten Sie achten:

1. Stille Entzündungen führen zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen

Der Körper befindet sich im Dauerkampfmodus, wodurch man sich ständig müde oder antrieblos fühlen und sich schwer konzentrieren kann.

2. Infektanfälligkeit bei stiller Entzündung

Da das Immunsystem durch den entzündlichen Prozess angegriffen ist, haben Krankheitserreger leichtes Spiel.

3. Stille Entzündungen führen zu Schlafstörungen

Nicht nur Stress, sondern auch eine Entzündung kann den Schlaf stören und zu Unruhe führen.

4 Nachtschweiß durch stille Entzündung

Nächtliches Schwitzen kann ebenfalls auf eine chronische Entzündung im Körper hindeuten. Allerdings kann es auch andere Ursachen geben – etwa eine Krebserkrankung oder die Wechseljahre. Dies sollte von einem Arzt abgeklärt werden.

5. Stille Entzündungen und Schwindel

Oftmals reagiert der Körper mit Schwindel. Tritt dieser ohne erkennbare Ursache, beispielsweise bei Kreislaufproblemen oder im Zusammenhang mit Kopfschmerzen, auf, kann dies auf eine silent imflammation hinweisen.

6. Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Folge einer stillen Entzündung

Durch den entzündlichen Prozess kann die Darmflora, das sogenannte Mikrobiom, gestört werden. Die Folge können Risse in der Darmschleimhaut sein, dann gelangen Nahrungsbestandteile ins Blut, wo sie für eine Antikörper-Reaktion sorgen können.

7. Stille Entzündungen mit Sehstörungen

Auch die Augen können von dem Abwehrmechanismus in Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn eine Untersuchung andere mögliche Ursachen ausschließt, sollte man an eine Entzündung denken.

8. Stille Entzündung kann Depression auslösen

Nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Symptome reichen von erhöhter Reizbarkeit bis hin zu depressiven Verstimmungen. Auch hier sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden, um die Ursache für das seelische Tief zu identifizieren.

Die Auslöser von stillen Entzündungen

Eine chronische Entzündung entwickelt sich langsam und schubweise. Klassische Auslöser sind beispielsweise Zahnentzündungen, die streuen, Nasennebenhöhlenentzündungen, die nicht behandelt werden oder abgekapselte Abszesse im Körper. Diese vor sich hin schwelenden Herde ermöglichen es den Krankheitserregern, sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper ausbreiten – und das immer wieder und immer weiter. Eine große Rolle spielt bei stillen Entzündungen die Ernährung, denn bestimmte Lebensmittel wie Zucker, Fett und tierische Produkte fördern diese Entzündungsprozesse und sorgen dafür, dass sie immer wieder aufflammen.

Stille Entzündung: Blutwerte geben Auskunft

Aber wie wird diese Reaktion des Körpers nachgewiesen? Die Antwort: Eine stille Entzündung ist im Blut erkennbar. Ein Anzeichen ist beispielsweise, wenn im Labor ein Anstieg der Zahl weißer Blutkörperchen festgestellt wird. Außerdem ist der sogenannte CRP-Wert – ein Hinweis auf Entzündungsproteine – dauerhaft leicht erhöht. Dazu kann eine Blutsenkung Anzeichen für eine stille Entzündung sein.

Gibt es gegen eine stille Entzündung Medikamente?

Wie bei allen Entzündungen kommen auch in diesem Fall zur schnellen Linderung meist Cortison sowie nicht-steroidale Entzündungshemmer wie Aspirin oder Ibuprofen zum Einsatz.

Zudem kann bei stillen Entzündungen auch Homöopathie wirksam sein. Welche Globuli man nehmen sollte, hängt allerdings von der Art der Beschwerden ab. Daher sollte man sich vor der Einnahme genau beraten lassen.

Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Stille Entzündung – Therapie durch Ernährung

Wie lassen sich stille Entzündungen behandeln? Wegen der Bandbreite an Symptomen muss auf die Beschwerden individuell geschaut werden. Eine übergreifen Therapie gibt es noch nicht – der Schulmedizin fehlen noch wissenschaftliche Studien, die bisherigen Grundlagen reichen noch nicht aus.

Expert:innen empfehlen jedoch einhellig, auf die Ernährung und ein gesundes Körpergewicht zu achten. Zu viel Zucker und Fett sowie zu viele tierische Lebensmittel begünstigen das Aufflammen der stillen Entzündungen. Man sollte seine Ernährung umstellen und mehr frische, vegetarische, pflanzenbetonte sowie ballaststoffreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Außerdem sollte man auf entzündungshemmende Inhaltstoffe und eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren achten und nur gute Qualität wählen. Auch regelmäßige Bewegung und Stressabbau – etwa durch Yoga oder Meditation – sind ratsam, um gegen stille Entzündungen anzugehen.

Quellen
  • Bauchfett, G. Der Einfluss der Ernährung auf stille Entzündungen.
  • Schmiedel, V. (2018). Omega-3 und stille Entzündungen. Erfahrungsheilkunde, 67(04), 198-204.
  • Krüger, K. (2017). Der stille Feind in meinem Körper: wie chronische Entzündungen uns krank machen und was wir dagegen tun können. Scorpio.