Stiftung Warentest testet Lachs: Starker Parasitenbefall bei Wildlachs

Lachs gehört in Deutschland zu den beliebtesten Fischsorten. Die Qualität kann sich aber erheblich unterscheiden. Stiftung Warentest hat sich Lachs aus dem Supermarkt genauer angeschaut: Bei einer Sorte wurde ein starker Parasitenbefall festgestellt.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Stiftung Warentest hat 25 Lachssorten untersucht – sieben Wildlachse aus der Tiefkühltruhe und 18 gefrorene und gekühlte Zuchtlachse. Zu den Beurteilungskriterien gehörten unter anderem der Geschmack, die Konsistenz sowie die Belastung mit Schadstoffen und Mikroorganismen.

Besonders der letzte Punkt ist für Verbraucher:innen wichtig. Fisch aus Aquakulturen ist oft mit Quecksilber, Blei oder Pflanzenschutzmitteln belastet, die der Gesundheit schaden können. Zudem kann gezüchteter Fisch Rückstände von Antibiotika aufweisen, die auf den Fischfarmen dem Futter beigemischt werden. Trotzdem sind Zuchtlachse die Testsieger.

Stiftung Warentest: Zuchtlachs überzeugt

20 Lachsorten erhielten von den Prüfern der Stiftung Warentest die Note „gut“, vier Fischfilets waren „befriedigend“, nur eines bekam die Note „ausreichend“. Vier Fischsorten konnten besonders überzeugen – darin konnte weder eine starke Belastung mit Schadstoffen wie Quecksilber, Blei, Kadmium oder Pflanzenschutzmitteln festgestellt werden, noch waren darin nennenswerte Antibiotika-Rückstände oder andere Verunreinigungen enthalten. Das Überraschende: Unter den Testsiegern sind ausschließlich Zuchtlachs-Filets.

Die Testsieger im Überblick:

  • „Fischerstolz“-Filet von Lidl, gekühlt 15 Euro pro Kilo, Gesamtnote 1,7
  • Profish-Filet von Real, gekühlt, 20 Euro pro Kilo, Gesamtnote 1,9
  • „Gut Bio“-Lachsfilets von Aldi Nord, tiefgefroren, 30 Euro pro Kilo, Gesamtnote 1,9
  • Bio-Lachsfilet von Edeka Bio, tiefgefroren, 27.20 Euro pro Kilo, Gesamtnote 1,9

Zuchtlachse schneiden im Geschmack besser ab

Dass Zuchtlachs besser als Wildlachs abgeschnitten hat, liegt vor allem an der sogenannten „sensorischen Beurteilung“, die unter anderem Aussehen, Geschmack und Konsistenz des Fisches umfasst. So seien gezüchtete Lachsfilets dem Testurteil zufolge zarter und saftiger. Der Grund dafür sei der Fettgehalt, wie Stiftung Warentest erklärt. Durch die Ernährung sind gezüchtete Lachse fettreicher – und dadurch geschmacksintensiver. Zudem werden Wildlachse mehr als ein Jahr länger in Frost gelagert, bevor sie verkauft werden. Das könne sich auf das Aroma auswirken, erklärt Stiftung Warentest.

Starker Parasitenbefall bei Wildlachs

Ein weiteres Ergebnis: In allen untersuchten Wildlachs-Sorten wurden Parasiten (Nematoden) „teils in hohen Gehalten“ festgestellt. Generell sind Wildlachse stärker als gezüchtete Lachse mit Parasiten belastet. Die Fadenwürmer können mit bloßem Auge nicht erkannt werden. Eine Gesundheitsgefährdung besteht allerdings nicht. Denn die Fadenwürmer sterben ab, sobald sie „gefroren, gegart oder gesalzen werden, so Stiftung Warentest.

Gut zu wissen: Wer einen Beitrag zum Umweltschutz beitragen möchte, sollte ausschließlich Wildlachs aus dem Pazifik kaufen, wie die Umweltorganisation WWF empfiehlt. Denn der konventionelle Fischfang belastet die Meeresumwelt und führt zur Überfischung. Daher sollte man beim Kauf ein Blick auf die Herkunft und die Haltung werfen und auf das Bio-Siegel achten.

Quelle:

Zucht­lachs vor Wildlachs, in: test.de

WWF Fischratgeber, in: wwf.de