Stiftung Warentest: Schmerzmittel schädlicher als gedacht?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Kurz mal eine "Ibu" oder schnell mal eine Paracetamol - Schmerzmittel werden heutzutage immer häufiger genommen. Stiftung Warentest hat über 20 Schmerzmittel-Wirkstoffe (darunter verschreibungspflichtige und rezeptfreie) getestet. Das Ergebnis ist überraschend.

Hand mit Tabletten
Auch verschreibungspflichtige Medikamente sollten sparsam eingenommen werden Foto:  istock/stock colors

Schmerzmittel sind ein gängiges Mittel, um Beschwerden schnell und effektiv zu lindern. Bei Kopf-, Zahn-, und Gelenkschmerzen sind sie gar nicht mehr wegzudenken. Dabei steht die Schmerzlinderung zunächst einmal im Vordergrund. Wer allerdings häufiger zu Wirkstoffen wie Paracetamol, Acetylsalicysäure oder Ibuprofen greift, sollte sich die Nebenwirkungen einmal genauer anschauen. Stiftung Warentest hat 20 Schmerzmittel getestet.

 

 Stiftung Warentest warnt vor Nebenwirkungen bei rezeptfreien Schmerzmitteln

Die rezeptfreien Arzneimittel, die man problemlos in der Apotheke kaufen kann, gehören zu den nicht-opioiden Schmerzmitteln. Darunter fallen Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol. Wie sie wirken? Sie hemmen die Bildung von Prostaglandinen, die unter anderem das Schmerzempfinden, die Blutgerinnung und Entzündungen im Körper beeinflussen. Sie entstehen unter anderem nach Gewebeschäden. Ein Problem bei der Einnahme von Schmerzmitteln, welche die Bildung von Prostaglandinen unterdrücken: Prostaglandine wirken im Körper ebenfalls positiv auf Niere, Magen und das Herz-Kreislauf-System. Die Einnahme von prostaglandine-unterdrückenden Mitteln kann daher das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigen (darunter u.a. Ibuprofen). Paracetamol und Acetylsalicysäure können hingegen gehörig auf den Magen schlagen, wie Stiftung Warentest bestätigt.

Ein Mann nimmt Tabletten
Service Ibuprofen oder Paracetamol – was hilft wann?

Ganz besonders raten die Experten der Stiftung Warentest von der Einnahme von Kombi-Präparaten aus unterschiedlichen nicht-opioiden Schmerzmitteln ab - insbesondere in Kombination mit Coffein. Eine bessere und schnellere Wirkung durch Coffein sei nicht therapeutisch nachweisbar und erhöhe das Risiko für Nebenwirkungen, so Stiftung Warentest. 

Stiftung Warentest empfiehlt bei der Einnahme von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln: Nicht länger als vier Tage am Stück nehmen!

 

Suchtgefahr und Schmerzunempfinden: Die Gefahren von verschreibungspflichtigen Medikamenten

Ebenfalls von Stiftung Warentest getestet wurden Opioide. Sie seien lediglich für starke Schmerzen gedacht, da sie ein hohes Suchtpotenzial bergen. Sie dürfen nur auf ärztliche Anordnung eingenommen werden - zum Beispiel in der Krebstherapie. Generell gilt und insbesondere für verschreibungspflichtige Arzneimittel: Je länger man ein Schmerzmittel einnimmt, desto höher der Gewöhnungseffekt. Die Schmerzschwelle im Gehirn sinkt, sodass der Schmerzeffekt bei längerer Einnahme verstärkt wird.

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