Stevia: Der unbekannte Zuckerersatz

Alexander Scherb

Zuckerersatzstoffe gibt es viele und Stevia ist zwar recht neu im hart umkämpften Markt, konnte zunächst aber eine beispiellose Karriere hinlegen. Mittlerweile hat der Hype um den Zuckerersatzstoff zwar etwas nachgelassen, man bekommt ihn trotzdem in gut sortierten Supermärkten und zahlreichen Getränken und Süßigkeiten. Doch was ist Stevia überhaupt und welche Informationen liegen uns Verbrauchern vor?

Eine Tasse mit einer aufgerissenen Stevia-Tüte
Stevia wird häufig zum Süßen des Tees verwendet Foto:  krblokhin/iStock
Inhalt
  1. Woher kommt Stevia?
  2. Welche Vitamine und Nährstoffe stecken in Stevia
  3. Wie wirkt Stevia?
  4. Wie schmeckt Stevia?
  5. Was sind Stevia-Alternativen?
 

Woher kommt Stevia?

Auch wenn Stevia bei uns recht neu ist, bei den südamerikanischen Naturvölkern wird die Pflanze Stevia rebaudiana schon seit Jahrhunderten zum Süßen von Nahrungsmitteln genutzt. Nicht umsonst hat sie dort auch den Beinamen Süßkraut oder Honigkraut. Obwohl Stevia rebaudiana ursprünglich aus Brasilien und Paraguay kommt, wird die Pflanze mittlerweile weltweit angebaut. Auch in Europa gibt es einige Stevia-Plantagen. Anders als in Südamerika, werden in Deutschland aber nicht die Blätter der Pflanze verkauft, sondern dessen Inhaltsstoff Steviosid als konzentriertes Pulver oder Flüssigkeit.

 

Welche Vitamine und Nährstoffe stecken in Stevia

Da in Deutschland nur das Konzentrat der Pflanze angeboten wird, ist von den natürlichen Inhaltsstoffen nicht mehr viel übrig. Zwar sind noch Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Magnesium und Phosphor enthalten, allerdings in sehr geringen Mengen. Außerdem schwanken die Inhaltsstoffe je nach Hersteller stark. Dafür kann Stevia bei Diabetikern punkten, denn der Süßstoff lässt den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen und hat kaum Kalorien. Und immerhin handelt es sich bei dem Pulver um ein Naturprodukt.

 

Wie wirkt Stevia?

Stevia besitzt eine 30-mal höhere Süßkraft als herkömmlicher Haushaltszucker. Dementsprechend muss mit dem Ersatzstoff umgegangen werden. Man kann Zucker nicht eins zu eins durch Stevia ersetzen. Studien zufolge gibt es beim Gebrauch von Stevia keine Nebenwirkungen oder sonstige Risiken. Frühere Befürchtungen, Stevia könnte krebserregend sein, konnten nicht bestätigt werden. Gegenteilig betrachtet hat Stevia aber auch keine sonstigen positiven Eigenschaften.

Heilpflanzen Stevia - natürlicher Schutz vor Diabetes

 

Wie schmeckt Stevia?

Obwohl die Hersteller alles tun, um Stevia möglichst geschmacksneutral zu produzieren, klagen manche Konsumenten über einen bitteren Nachgeschmack. Andere wiederum behaupten, Stevia würde künstlich süß schmecken. Sicherlich hängen diese beiden Aussagen auch mit dem persönlichen Empfinden der einzelnen Personen zusammen. In einer Blindstudie konnten die Versuchspersonen keinen geschmacklichen Unterschied zwischen Lebensmitteln mit Stevia und ihren gezuckerten Pendants ausmachen. Vieles ist also auch der Einbildung geschuldet.

So schmeckt Stevia am besten

Wichtig vorab: Wer mit Stevia kochen oder backen möchte, muss die Rezepte dem Süßstoff anpassen. Auch bei Getränken sollte der Zuckerersatzstoff sparsam eingesetzt werden, ansonsten wird es schnell unangenehm süß.

Rezept Stevia-Schokomuffins

Zutaten (für 12 Muffins)

  • 85 g Stevia-Schokolade (Vollmilch oder Zartbitter)
  • 2 Eier
  • 200 g Naturjoghurt
  • 180 g Weizenvollkornmehl
  • 1 Pck. Backpulver
  • 3 EL Kakaopulver
  • 1 EL Rum (nach Belieben)
  • 10-12 Tropfen Stevia-Flüssigextrakt

    Zubereitung
    Die Schokolade zerkleinern und zur Seite stellen. Die Eier in einer Schüssel aufschlagen und schaumig schlagen. Den Joghurt mit dem Stevia-Extrakt hinzugeben und alles gut verrühren, damit sich die Süße gut verteilt. Anschließend das Mehl mit dem Backpulver und dem Kakao vermischen. Die Joghurtmasse hinzugeben und alles gut verrühren. Die gehackte Schokolade unterrühren und auf Wunsch den Rum hinzugeben. Den fertigen Teig in passende Förmchen füllen und in einem vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (bei Ober- und Unterhitze 200 Grad) circa 30 Minuten backen. Im Anschluss die Muffins herausnehmen und abkühlen lassen.

Vorsicht bei…

Angeblich hat Stevia keine Nebenwirkungen. Allerdings fehlt es für eine endgültige Aussage an Langzeitstudien. Das Gerücht, das Stevia krebserregend ist, konnte nicht bestätigt werden. Die Zulassung in Europa gestaltete sich lange Zeit als schwer, eben weil es nicht genügend Informationen über den Süßstoff gab. Mittlerweile haben Studien zwar belegt, dass Stevia ungefährlich ist, allerdings sollte man diesen Forschungen skeptisch gegenüberstehen, da sie fast ausschließlich von Firmen in Auftrag gegeben wurden, die ein Interesse an der Zulassung des Stoffes hatten (Coca-Cola hat die Zulassung von Stevia als Süßmittel in Europa vorangetrieben). Unabhängige Studien über Stevia gibt es bisher nicht.

 

Was sind Stevia-Alternativen?

Alternativen zu Stevia gibt es reichlich. Wer nicht aus körperlichen Gründen auf Zucker verzichten muss, kann auf zahlreiche andere Süßstoffe wie Honig, Ahornsirup oder Birkenzucker zurückgreifen. Diese sind wissenschaftlich weit besser erforscht, bieten Ihnen genügend Auswahl und besitzen oftmals zahlreiche andere positive Eigenschaften. Diabetiker haben es da schon schwerer. Neben Aspartam und Xylit gibt es für sie nur wenig Alternativen zum Süßen von Speisen und Getränken.

Gesunde Ernährung Fünf gesunde Zuckeralternativen

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