Sterilisation der Frau: Vorteile und Risiken

Michelle Kröger

Die Sterilisation der Frau ist eine Langzeitverhütungsmethode. Durch einen operativen Eingriff wird die Frau dauerhaft unfruchtbar. 

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Die Sterilisation der Frau ist meist eine endgültige Entscheidung Foto:  iStock/maxym-azovtsev
Inhalt
  1. Was passiert bei einer Sterilisation?
  2. Mögliche Komplikationen bei der Sterilisation der Frau
  3. Für wen eignet sich die Sterilisation?
  4. Welche Vorteile hat die Frau durch eine Sterilisation?
  5. Kann eine Sterilisation bei Frauen auch Nachteile haben?
  6. Dauerhaft unfruchtbar ohne Weg zurück?
 

Was passiert bei einer Sterilisation?

Bei einer Sterilisation der Frau, auch Tubensterilisation genannt, werden die Eileiter (Tuben) verschlossen. Auf diese Weise können Eizellen die Gebärmutter nicht mehr erreichen und somit auch nicht von männlichen Spermien befruchtet werden. Stattdessen wird die herangereifte Eizelle über die Schleimhäute des Eileiters an die Bauchhöhle abgegeben und dort abgebaut.

Der Eingriff wird in der Regel unter Vollnarkose und je nach Wunsch ambulant oder stationär durchgeführt. Es gibt zwei Möglichkeiten der Tubensterilisation: Zum einen die Endometriumablation, bei der beide Eileiter durch große Hitze verödet werden, zum anderen die Eileiterdurchtrennung. Beide Varianten der Tubensterilisation stellen eine Alternative zur Hysterektomie, der operativen Entfernung der Gebärmutter, dar.

 

Mögliche Komplikationen bei der Sterilisation der Frau

Wie jede Operation birgt auch die Sterilisation der Frau ein gewisses Risiko auf Komplikationen. Folgende operationsbedingte Folgen können auftreten:

  • Blutungen
  • Infektionen
  • Schädigung von Blutgefäßen, Darmwand oder innerer Organe
  • Störung der Wundheilung

Außerdem ist auch die Vollnarkose mit gewissen Risiken verbunden. So erhöht eine Narkose das Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Blutgerinnsel beziehungsweise Thrombosen.

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Für wen eignet sich die Sterilisation?

Für Paare, die mit der Familienplanung abgeschlossen haben und sich demnach kein (weiteres) Kind wünschen, bietet die Sterilisation der Frau eine langfristige und sichere Verhütungsmethode.

Allerdings wird diese Form der Verhütung ausschließlich nach eingehenden Beratungsgesprächen durchgeführt. Kein Mediziner muss die Sterilisation bei einer Frau durchführen. Ärzte bestimmen nach eigenem Ermessen, ob und wann Sie diesen Eingriff für richtig erachten und durchführen können.

In der Regel wird die Durchtrennung der Eileiter ohne medizinischen Grund erst dann vorgenommen, wenn eine Frau das gebärfähige Alter überschritten hat. Je älter die Frau, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Arzt sich dieser Operation annimmt. Die Sterilisation von Minderjährigen ist generell untersagt.

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Neben der endgültig abgeschlossenen Familienplanung können folgende Gründe für eine Sterilisation möglich sein:

  • Andere Verhütungsmethoden werden nicht vertragen oder sind unerwünscht
  • Medizinische Gründe schließen andere Methoden aus
  • Andere Verfahren werden aus moralischen oder religiösen Gründen abgelehnt
  • Eine Schwangerschaft soll aus medizinischen Gründen sicher verhindert werden
 

Welche Vorteile hat die Frau durch eine Sterilisation?

Zwar ist die Sterilisation mit einer Operation und dem dazugehörigen Risiko auf Komplikationen verbunden. Jedoch hat sie nach erfolgreichem Eingriff auch zahlreiche positive Aspekte vorzuweisen – egal ob sie mit oder ohne medizinische Notwendigkeit stattfand.

So stellt die Sterilisation der Frau eine hormonfreie Verhütungsmethode dar, die die Sexualität nicht beeinträchtigt und nur selten Nebenwirkungen hat. Mit einem Pearl-Index von ca. 0,2 bis 0,5 bietet sie sicheren Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und damit auch ein sorgenfreieres Sexualleben. Darüber hinaus entstehen nach dem Eingriff keine Folgekosten.

 

Kann eine Sterilisation bei Frauen auch Nachteile haben?

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Sterilisation sind die zuvor aufgezählten Vorteile gegen negative Aspekte und mögliche Risiken abzuwägen. Wenn man ernsthaft über eine Sterilisation nachdenkt, sollte man unbedingt einen Arzt zurate ziehen.

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Man sollte berücksichtigen, dass sich die eigene Sicht auf Familie und Kinder genauso wie die momentane Lebenssituation ändern kann. Folgende Nachteile sind in jedem Fall zu betrachten:

  • Die Sterilisation ist ein endgültiger Entschluss
  • Psychische Folgen, wie Zweifel, Vorwürfe und Depression
  • Mögliche Komplikationen bei der Operation
  • Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Mögliche Fehlfunktion der Eierstöcke
  • Frühzeitiger Eintritt in die Wechseljahre
  • Keine Übernahme der Kosten von gesetzlichen Krankenkassen
  • Erhöhtes Risiko auf Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft
  • Kein hundertprozentiger Schutz vor einer Schwangerschaft
 

Dauerhaft unfruchtbar ohne Weg zurück?

Es gibt viele Gründe, warum eine Frau die Entscheidung einer Sterilisation rückgängig machen möchte: Eine veränderte Lebenssituation, ein neuer Partner, Streit oder ein Todesfall in der Familie gehören dazu. Doch ist die Sterilisation der Frau immer eine endgültige Entscheidung für dauerhafte Unfruchtbarkeit? Oder gibt es vielleicht doch eine Möglichkeit, die Fruchtbarkeit der Frau nach einer Sterilisation wiederherzustellen?

In der Theorie ist dies tatsächlich möglich und wird Refertilisierung genannt. Der sehr komplizierte mikrochirurgische Eingriff macht den Verschluss der Eileiter rückgängig. Allerdings ist die realistische Chance, nach einer Refertilisation wieder schwanger zu werden, äußerst gering.

Je länger die Sterilisation zurückliegt und je älter die Frau ist, desto unwahrscheinlicher wird die Chance auf ein Kind. Wer sich als Frau für die Sterilisation entscheidet, sollte davon ausgehen, nach dem Eingriff dauerhaft unfruchtbar zu sein.

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