Sterbehilfe – Abstimmung im Bundestag

Zwei junge Hände halten eine alte Hand
Ab wann soll Sterbehilfe strafbar sein? Darüber haben Abgeordnete heute im Bundestag abgestimmt © Fotolia

Sollte Sterbehilfe straffrei sein oder sollten sogar Angehörige hart bestraft werden, die einem Familienmitglied beim Suizid helfen? Über diese Frage haben Bundestagsabgeordnete heute abgestimmt.

Nach einer mehrstündigen Debatte haben die Abgeordneten über vier Gesetzesentwürfe zum Umgang mit Sterbehilfe abgestimmt, der Fraktionszwang wurde dabei aufgehoben. Nach drei Durchgängen wurde ein Gesetzesentwurf mehrheitlich angenommen.

 

Was ändert sich durch das neue Gesetz?

Der Gesetzentwurf der Gruppe um die Abgeordneten Michael Brand (CDU/CSU), Kerstin Griese (SPD), Kathrin Vogler (Die Linke) und Dr. Harald Terpe (Bündnis 90/Die Grünen) trägt den Titel Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung.“ Die Entscheidung für diesen Entwurf wurde von Experten erwartet. Ziel des Gesetzes ist es, die gewerbsmäßige Sterbehilfe zu unterbinden. Wer mit dem Tod anderer Geschäfte macht, nimmt demnach eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft in Kauf. 360 von 602 Abgeordneten stimmten für den Entwurf.

Damit sieht die Rechtslage künftig folgendermaßen aus: Die aktive Sterbehilfe, bei der einem Patienten ein tödliches Mittel durch eine andere Person verabreicht wird, ist nach wie vor strafbar. Täter müssen mit mehreren Jahren Haftstrafe rechnen. Die Beihilfe zum Suizid dagegen ist weiterhin straffrei – wer einem Angehörigen beim Suizid hilft, hat also nichts zu befürchten. Strafbar machen sich jedoch künftig Vereine oder Einzelpersonen, die die Beihilfe zum Suizid kommerziell betreiben – diese Regelung ist neu. Der Hintergrund: Experten befürchten, dass diese Einrichtungen die Beihilfe zum Suizid als normale Behandlungsmethode erscheinen lassen und Betroffene dazu verleiten könnten, sich das Leben zu nehmen.

Hamburg, 6. November 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.