Starker Haarausfall als Nebenwirkung

Redaktion PraxisVITA
Starker Haarausfall macht vielen Menschen sehr zu schaffen.  Medikamente können die Ursache sein
Starker Haarausfall macht vielen Menschen sehr zu schaffen. Medikamente können die Ursache sein © Fotolia

Ob Akne-Medikament, Blutdrucksenker oder ganz normale Kopfschmerztablette: Viele Wirkstoffe machen der Haarstruktur zu schaffen – manchmal bleibt die Schädigung sogar über Monate. PraxisVITA erklärt, wann starker Haarausfall eine Nebenwirkung sein kann.

 

Starker Haarausfall durch Akne-Mittel

Bei Akne und einer Reihe von weiteren Hautkrankheiten verschreiben Ärzte häufig Medikamente mit sogenannten Retinoiden. Diese Substanzen sind eng mit Vitamin A verwandt, das eigentlich die Haarfollikel vor Schäden schützt. Aber durch die Medikamente gelangt eine Überdosis an das Haar und versetzt es in eine Art Koma. Starker Haarausfall kann die Folge sein. Wissenschaftler haben außerdem festgestellt, dass Retinoide eine starke Wirkung auf Zellen haben, die den Haarbaustoff Keratin produzieren. „Daher können sie auch die Dichte, Verteilung und Farbe der gesamten Körperbehaarung beeinflussen“, bestätigen die Forscher. In den meisten Fällen hilft Betroffenen schon die Umstellung auf ein anderes Retinoid-Präparat.

 

Starker Haarausfall kann durch Operationen begünstigt werden

Eine Vollnarkose kann den Übergang der Haare in die Ruhe- bzw. Ausfallsphase beschleunigen. Typischerweise setzt dann zwei bis vier Monate später starker Haarausfall ein. Danach wachsen die Haare wieder wie zuvor.

 

Starker Haarausfall durch Krankheiten

Infektionen wie zum Beispiel eine lang anhaltende Durchfallerkrankung können den Wachstumszyklus stören. Medikamente zur Behandlung der Infektion verstärken den Haarausfall oft noch – nach wenigen Monaten verschwindet er aber wieder.

Starker Haarausfall
Starker Haarausfall kann auch durch bestimmte Wirkstoffe ausgelöst werden, die sich beispielsweise in Akne-Medikamenten befinden© Fotolia
 

Starker Haarausfall durch Hormonschwankungen

Der veränderte Hormonhaushalt während Schwangerschaft und Wechseljahren kann das Haarwachstum stören. Starker Haarausfall wird dadurch begünstigt. Meist normalisiert sich das jedoch nach einiger Zeit wieder. Außerdem kann der Arzt ein Hormonpräparat verschreiben.

 

Starker Haarausfall: Diese Hausmittel helfen

  • Bockshornklee: Die Samen der Pflanze enthalten Substanzen, die der Körper für den Haaraufbau benötigt. Außerdem harmonisieren sie den Hormonhaushalt. Täglich eine Tasse Tee (Apotheke) trinken, damit starker Haarausfall bekämpft wird
  • Kokosöl fördert die Nährstoffversorgung der Haarfollikel und schützt die Kopfhaut vor schädlichen Mikroorganismen. Einmal täglich einen Teelöffel in die Kopfhaut einmassieren
  • Zwiebelsaft: Wirksam besonders bei kreisrundem Haarausfall. In einer Studie regte roter Zwiebelsaft einmal täglich aufgetragen bei 71 Prozent aller Frauen das Haarwachstum wieder an
Kokosöl schützt vor Haarausfall
Kokosöl fördert die Nährstoffversorgung der Haarfollikel und schützt die Kopfhaut vor schädlichen Mikroorganismen© istock
 

Starker Haarausfall durch Medikamente

Gegen Bluthochdruck, aber auch Herzrhythmusstörungen verschreiben Ärzte häufig sogenannte Beta-Blocker. Besonders bei den Wirkstoffen Metoprolol und Propanolol kommt es als Nebenwirkung in einigen Fällen zu einem vorzeitigen Absterben der Haarwurzeln. Ein ähnlicher Effekt tritt bei den sogenannten ACE-Hemmern auf. Nach einer Umstellung oder dem Absetzen der Medikamente kehren die Haare jedoch wieder zurück und starker Haarausfall gehört der Vergangenheit an.

Ibuprofen

Das Schmerzmittel kann das Haar dünner machen. Im schlimmsten Fall ist auch starker Haarausfall eine mögliche Folge. Wie häufig diese Nebenwirkung auftritt ist jedoch völlig unklar: Manche Studien sprechen von 0,7 Prozent, andere von 2,7. In einem klinischen Versuch mit 21 Testpersonen, klagten 15 davon nach einer regelmäßigen Einnahme von Ibuprofen über Haarprobleme. Nach einer Umstellung auf eine alternativen Schmerztherapie verschwinden die Nebenwirkungen auf die Haare in der Regel nach etwa acht bis neun Monaten.

Haarausfall durch Medikamente
Medikamente wie Ibuprofen können das Haar dünner machen. Im schlimmsten Fall ist auch starker Haarausfall eine mögliche Folge.© istock

Antidepressiva

Nachdem ein neues Haar gesprossen und gewachsen ist, tritt es irgendwann in eine Ruhephase ein. Normalerweise dauert sie etwa drei Monate, am Ende stirbt das Haar ab. Eine ganze Reihe Antidepressiva wie Fluoxetin, Doxepin oder Imipramin kehrt diese Ruhephase um, sodass das Haar direkt abstirbt. Die Folge: Frühzeitger, starker Haarausfall, das Haar wird dünner. Die unerwünschte Nebenwirkung kann noch bis zu ein Jahr nach Beginn der Einnahme auftreten.

Blutverdünner

Um lebensgefährliche Blutgerinnsel zu verhindern, sind viele Patienten – vor allem nach Operationen – auf Blutverdünner angewiesen. Ärzte verschreiben dazu in der Regel ein sogenanntes Heparin. Dieses kann die Haarfollikel beschädigen und so zu einem vorübergehenden Ausfall führen. Es gibt zwar alternative Medikamente, die jedoch ebenfalls Haarausfall auslösen können.


Studien zeigen, dass auch Epilepsie und Schuppenflechte-Medikamente zu Haarausfall führen können. Auch durch ein Absetzen der Anti-Baby-Pille kann es zu vorübergehenden Haarproblemen kommen. Aber in Regel erlangen Betroffene mit der Hilfe ihres Arztes und einer Neueinstellung der Medikamente ihre schönen Haare nach wenigen Wochen wieder zurück.

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