Starke Regelschmerzen? So hilft die Akupunktur

Zwei Jahre lang hatte Katrin* (38) aus Hamburg während der Menstruation starke Regelschmerzen und Bauchkrämpfe. Welche Behandlung ihr dauerhaft helfen konnte, lesen Sie hier.

Die Bauchkrämpfe sind so heftig, dass Katrin beunruhigt ist. "Starke Regelschmerzen – das kannte ich bis vor zwei Jahren gar nicht", sagt die Krankengymnastin aus Hamburg. Katrin hofft damals noch, dass die Krämpfe nicht mehr wiederkommen. Aber bei der nächsten Regel fangen sie wieder an. Katrin geht zur Frauenärztin: "Sie untersuchte mich genau, sagte: , Da ist nichts.' Ich war völlig überrascht."

 

Bauchmuskeln sind verspannt

Katrin merkt, wie verkrampft ihre Bauchmuskeln während der Menstruation sind, will das Problem mit Entspannungsübungen lösen. Aber es wird immer schlimmer. Auch zwischen den Regelblutungen hat Katrin jetzt immer häufiger Schmerzen. Manchmal kann sie nicht zur Arbeit gehen. Und ihren geliebten Volleyball-Sport muss sie aufgeben, so stark sind die Schmerzen. Sie strahlen schon bis in den Rücken aus.

Wieder geht Katrin zur Frauenärztin. Die empfiehlt jetzt eine Bauchspiegelung. Ergebnis: Der Blinddarm ist leicht entzündet, wird gleich entfernt. Ansonsten ist nichts Auffälliges zu entdecken. Aber die Schmerzen bleiben. Die Ärztin empfiehlt jetzt die Pille. Aber Katrin verträgt sie nicht.

 

Was hilft gegen starke Regelschmerzen?

Katrin informiert sich. Sie hört, dass Akupunktur sehr wirksam ist, vereinbart einen Termin bei Dr. Hasso Thalmann, praktischer Arzt in Hamburg und Experte für die chinesische Heilmethode. Er macht ihr Mut: "Akupunktur hilft besonders gut bei starken Regelschmerzen."

Er erklärt ihr: Auf unsichtbaren Bahnen (Meridianen) fließt die Lebensenergie Chi durch den Körper. Wird sie blockiert, entstehen Krankheiten. Jedes Organ (zum Beispiel die Gebärmutter) liegt auf einem der Meridiane, die auch unter der Haut verlaufen. Der Arzt sticht mit sehr feinen Nadeln in bestimmte Punkte auf der entsprechenden Bahn. Dr. Thalmann: "Dort liegen sehr viele Sinneszellen. Durch den Stich werden im Gewebe Stoffe freigesetzt, die Schmerzsignale ans Gehirn blockieren oder abschwächen." Wichtig ist auch die Reflexwirkung: Die feinen Nadelreize in bestimmten Hautbereichen (Headsche Zonen) lassen die Energie wieder fließen und beeinflussen die verbundenen Organe: Sie werden zur Selbstheilung angeregt. Bei starken Regelschmerzen reguliert die Behandlung auch zu starke Hormonschwankungen.

 

Schmerzen lassen langsam nach

Bei Unterleibsbeschwerden werden rund 20 Nadeln gesetzt – in Bauch, Ohren, Hände, Füße und Rücken. Die Nadeln bleiben etwa 10 Minuten in der Haut. Dr. Thalmann: "Man spürt nach dem Einstich ein angenehmes Schwere- oder Wärmegefühl, manchmal auch ein sanftes Kribbeln an den Stichstellen. Das heißt, dass die Nadeln richtig gesetzt wurden." Katrin lässt sich ein- bis zweimal pro Woche behandeln. Schon nach sechs Sitzungen hat sie keine Schmerzen mehr. Katrin ist begeistert: "Seitdem geht es mir prima!"

"Akupunktur ist nicht nur sehr gut gegen Unterleibsbeschwerden", sagt Dr. Hasso Thalmann, praktischer Arzt und Experte für Akupunktur aus Hamburg: "Die Methode wirkt gegen Schmerzen aller Art, zum Beispiel Migräne, Gelenkprobleme oder Nervenschmerzen."

 

Auch chinesische Massagen oder Atemübungen bringen Linderung

Auch bei anderen Krankheiten, zum Beispiel Tinnitus (Ohrgeräusche), Allergien, Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magen-Darm-Beschwerden, hat sie sich bewährt, ist dabei praktisch ohne Nebenwirkungen. Die Akupunktur gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Weitere TCM-Methoden können gute Therapie-Ergänzungen sein, vor allem die chinesische Kräutermedizin: Der Arzt stellt die Rezeptur individuell zusammen, je nach Alter, Beschwerden und Lebensgewohnheiten. Außerdem sind zum Beispiel Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten durch glimmende Kräuter), Tuina (chinesische Massage) sowie Qi Gong und Tai Chi (Bewegungs- und Atemübungen) möglich.

Je nach Umfang kostet eine Akupunktur-Sitzung zwischen 50 und 70 Euro. Einige gesetzliche Krankenkassen bezahlen die Behandlung. Fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach.

*Name von der Redaktion geändert

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