Stark schwitzen am Kopf: Die häufigsten Ursachen und Maßnahmen

Gaby Scheib

Schwitzen ist normal und schützt den Körper vor Überhitzung. Übermäßige Schweißausbrüche können aber das Leben beeinträchtigen – wie zum Beispiel stark schwitzen am Kopf. Welche Ursachen das haben und was man dagegen tun kann.

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Inhalt
  1. Was ist übermäßiges Schwitzen bzw. Hyperhidrose am Kopf?
  2. Stark schwitzen am Kopf – was sind die Gründe?
  3. Schwitzen am Kopf in den Wechseljahren
  4. Viele schwitzen nur nachts am Kopf
  5. Plötzlicher Schweißausbruch am Kopf: Was tun?

Schweiß unter den Achseln, auf der Stirn oder an den Füßen ist ganz normal. Vor allem, wenn man sich körperlich betätigt. Doch woran liegt stark schwitzen am Kopf? Das ist nicht nur unangenehm, man sieht auch schnell ungepflegt aus. Wie lassen sich solche übermäßigen Schweißausbrüche behandeln?

 

Was ist übermäßiges Schwitzen bzw. Hyperhidrose am Kopf?

Im Normalfall ist Schwitzen gut – schwitzt man aber zu stark, kann es für die Betroffenen belastend sein. Der Fachausdruck dafür lautet „Hyperhidrose“. Krankhaftes Kopfschwitzen nennen die Experten „Hyperhidrosis craneales“. Durch das Haar, insbesondere wenn es voll ist, wird der Schweißfluss noch verstärkt, weil die Luft nicht gut zirkulieren kann. Das kann zu Kopfjucken führen und sich auch auf andere Partien – zum Beispiel Haaransatz, Schläfen, Nacken oder Ohren – ausbreiten. Vielen Betroffenen ist das sehr peinlich und sie möchten etwas dagegen tun.

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Stark schwitzen am Kopf – was sind die Gründe?

Rund zwei Millionen Schweißdrüsen sorgen dafür, dass der Körper nicht überhitzt. Die meisten sind für die Wärmeregulierung zuständig und befinden sich an Handflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen und Stirn. Doch viele Menschen leiden auch unter Kopfschwitzen. Woran liegt das?

Starkes Schwitzen am Kopf: die Ursachen

  • Veranlagung: Bei manchen bestimmen die Gene – die Schweißdrüsen sind überaktiv, was schon für Kinder problematisch wird.
  • Krankheiten: Experten vermuten, dass auch bestimmte Erkrankungen zum Schwitzen am Kopf führen können, zum Beispiel Gicht, Krebs oder Parkinson, aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion.
  • Medikamente: Arzneimittel gegen Schmerzen oder Hormonpräparate können zu verstärktem Schwitzen am Kopf führen.
  • Ernährung: Alkohol und Nikotin, stark gewürzte Speisen, fette und schwer verdauliche Gerichte können ebenfalls für Schweiß am Kopf sorgen.
  • Blutzuckerspiegel: Fällt öfter mal eine Mahlzeiten aus, sinkt der Blutzuckerspiegel und vermehrtes Kopfschwitzen kann die Folge sein.
  • Häufiges Haarewaschen: Lieber einmal weniger als zu oft – denn auch das kann Schweißausbrüche am Kopf fördern.
  • Psychische Faktoren: Wer oft gestresst, nervös oder angespannt ist, kann dies eventuell auch am schwitzenden Kopf spüren. 

Kann man selbst nicht feststellen, woran das Kopfschwitzen liegt, sollte man der Ursache mithilfe eines Arztes auf den Grund gehen.

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Schwitzen am Kopf in den Wechseljahren

Die Hormonumstellung in der Menopause bringt viele Frauen an den Rand der Verzweiflung: Der Körper zeigt die unterschiedlichsten Symptome, die sehr belastend sein können. Dazu zählt sehr häufig übermäßiges Schwitzen – nicht nur, aber auch am Kopf. Abhilfe kann eine Hormonersatztherapie bieten. Doch sie ist wegen möglicher gesundheitlicher Folgen, zum Beispiel durch das erhöhte Thrombose- und Schlaganfallrisiko, umstritten. 

 

Viele schwitzen nur nachts am Kopf

Es gibt auch Menschen, die vor allem in der Nacht unter Kopfschwitzen leiden. Meistens liegt das dann an zu hohen Temperaturen im Schlafzimmer oder zu dicken Bettdecken. Außerdem kann auch hier ein ungesunder Lebensstil mit zu viel Alkohol und Nikotin, zu fettem oder reichlichen Essen die Ursache sein. Hilft eine Änderung dieser Umstände nicht, sollte auch hier ein Arzt konsultiert werden.

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Plötzlicher Schweißausbruch am Kopf: Was tun?

Manche Ursachen kann man selbst ändern – etwa durch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder indem man die Haare weniger oft wäscht. Leidet man plötzlich unter Schweißausbrüchen, sollte ein Arzt befragt und eine Krankheit ausgeschlossen werden. Andernfalls gibt es sowohl medizinische Möglichkeiten als auch einfache Hausmittel, die helfen könnten. 

Das hilft gegen stark schwitzen am Kopf:

  • Salbeiaufguss auftragen: Die enthaltenen ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide wirken sich positiv auf die Schweißproduktion aus – einfach einen Salbeiaufguss abkühlen lassen, in die Kopfhaut einmassieren und nach 10 Minuten ausspülen.
  • Babypuder zweckentfremden: Ähnlich wie Trockenshampoo hat auch Babypuder einen trocknenden Effekt; es sollte jedoch nicht zu viel gepudert werden, sonst sehen die Haare grau aus.
  • Ernährung umstellen: Viel Wasser sowie weniger Alkohol, Nikotin, Koffein und scharfes Essen kann helfen.
  • Regelmäßig wechselduschen: Das fördert die Durchblutung und reguliert die Schweißbildung.
  • Aluminiumchlorid nutzen: Antitranspirante für den Kopf am besten tropfenweise auf die Finger geben und vor dem Schlafengehen in die Kopfhaut einmassieren. Achtung bei Verletzungen der Kopfhaut! Prozedur zwei bis vier Tage nacheinander anwenden und dann nur noch nach Bedarf.
  • Botox spitzen: Auch das Nervengift kann eine Lösung sein – es hemmt die Signalübertragung zu den Schweißdrüsen und damit auch die Schweißproduktion. Allerdings ist die Behandlung recht schmerzhaft und teuer und muss regelmäßig alle paar Monate wiederholt werden.


Es gibt also verschiedene Ursachen für das Kopfschwitzen und einige Wege, damit umzugehen. Wichtig ist jedoch herauszufinden, welche individuellen Faktoren genau zum stark Schwitzen am Kopf führen – und gegebenenfalls mit einem Arzt etwas dagegen zu unternehmen.

 

Quellen: 
Hyperhidrose – Ursachen und Therapie von übermäßigem Schwitzen in: aerzteblatt.de
Schwitzen: Zu viel oder gar nicht mehr? in: ans-clinic.de
Übermässiges schwitzen Gesicht in: hyperhidrose-info.de
Ohne Anlass schweißgebadet in: Pharmazeutische Zeitung

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