Staphisagria: Gegen psychosomatischen Beschwerden

Redaktion PraxisVITA

In der Homöopathie kommt Staphisagria vor allem bei psychosomatischen Symptomen zum Einsatz, etwa Kopf- oder Magenschmerzen, aber auch Hautausschläge oder Harnwegsinfekte. Heilpraktiker wenden es zudem bei äußeren Wunden wie Schnitten oder Insektenstichen an. Das gilt es bei der Einnahme zu beachten.

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Staphisagria wird in der Homöopathie bei psychosomatischen Beschwerden wie Bauchschmerzen angewandt Foto:  iStock/AndreyPopov
Inhalt
  1. Was ist Staphisagria?
  2. Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Staphisagria angewandt
  3. Wie wird Staphisagria dosiert und angewendet?
  4. Staphisagria für Baby und Kind?
 

Was ist Staphisagria?

Staphisagria, auch Stephanskraut genannt, ist ein homöopathisches Arzneimittel, das aus der Pflanze Ranunculaceae gewonnen wird, die vor allem in Südeuropa wächst.

Früher wurde die Pflanze zu einer Salbe zubereitet und als Mittel gegen Läuse eingesetzt. Heute ist Staphisagria als homöopathisches Mittel bekannt, das insbesondere bei psychosomatischen Beschwerden helfen soll. Dafür wird es verdünnt (potenziert).

Angst, Kummer und Stress können psychosomatische Erkrankungen wie Migräne, Tinnitus oder Gastritis begünstigen. Die Krankheit erhöht den Stress oft noch mehr. Wichtig ist dann der Ausbruch aus dieser Spirale, etwa mithilfe einer Gesprächstherapie
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Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Staphisagria angewandt

In der homöopathischen Medizin wird Staphisagria vor allem bei körperlichen Symptomen angewandt, die durch psychische Belastungen wie Kummer, Kränkungen oder Ärger entstehen können. Zu diesen Beschwerden gehören unter anderem:

  • Bauchkoliken und Magenschmerzen
  • eine gestörte Leistungsfähigkeit
  • Hautausschläge
  • Harnwegsinfekte

Doch auch äußere Verletzungen und Schnitte, entzündete Insektenstiche, Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Gerstenkorn oder Bindehautentzündungen zählen zu den typischen Anwendungsgebieten von Staphisagria.

Darauf, dass Staphisagria das richtige Mittel zur Behandlung ist, weisen sogenannte "Leitsymptome" hin. Diese treten meist zusätzlich zu den eigentlich zu behandelnden Beschwerden auf und umfassen nervöses Zittern, zorniges Verhalten, empfindliche Reaktionen auf Kränkungen, Reizblase, Gähnen ohne Müdigkeit, ständiges Leeregefühl im Magen und Hunger.

 

Wie wird Staphisagria dosiert und angewendet?

Für eine Selbstbehandlung empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) Tropfen oder Kügelchen, sogenannte Globuli, in der Potenz C12. Diese Globuli lösen sich im Mund auf. Pro Dosis können etwa zwei bis drei Globuli eingenommen werden.

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Dann gilt es abzuwarten, wie das Mittel wirkt. Sollte sich der Zustand stark verschlechtern, muss die Anwendung ausgesetzt werden. Falls nicht, kann die Einnahme dieser Dosierung bis zu viermal am Tag wiederholt werden.

 

Staphisagria für Baby und Kind?

Bei Kindern wird Staphisagria ebenso wie bei Erwachsenen verwendet, um Stich- und Schnittwunden sowie Insektenstiche besser ausheilen zu lassen. Auch Zahnprobleme wie Karies sollen sich durch die Behandlung mit Stephanskraut bessern lassen. Grundsätzlich orientieren sich Heilpraktiker bei der Auswahl des Medikaments an dem emotionalen Zustand des kleinen Patienten. Wenn das Kind nach einem explosionsartigen Wutanfall oder einer peinlichen Situation kränkelt, können Eltern Staphisagria probieren.

Die Dosierung liegt bei einem Streukügelchen für Babys und zwei bis drei Globuli für Kleinkinder. Insbesondere bei starken oder lang anhaltenden Beschwerden sollten sowohl Kinder als auch Erwachsene sich jedoch bei einem Arzt vorstellen. Möglicherweise kommt Staphisagria dann zum Einsatz, um die schulmedizinische Behandlung zu ergänzen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quelle:

  • Bleul, G. et al. (2015): Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs. DZVhÄ, Berlin
  • Staphisagria – Stephanskörner, in: homoeopathie-online.info
  • Wiesenauer, M. & Kirschner-Brouns, S. (2007): Das große Homöopathie-Handbuch. Gräfe
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