Ständig heiser – Was kann ich tun?

Nach dem Eingriff hat sie ihre Stimme endlich wieder
Die Erleichterung bei Ellen Pusch ist groß: Nach dem Eingriff hat sie ihre Stimme endlich wieder © Shutterstock

Hartnäckige Viren können auf Ihren Stimmlippen immer wieder kleine Knötchen verursachen. Die Folge: Halsschmerzen und ständige Heiserkeit. Ein neuartiges Medikament hemmt die Erreger.

 

Die Stimme wurde ständig heiser

Die Stimme wurde ständig heiser. Ellen Pusch wusste Bescheid: „Jetzt muss ich wieder für eine Woche ins Krankenhaus und operiert werden.“ Zehn Mal war das in den letzten 20 Jahren der Fall. Immer wieder wurde sie im Hals unter Vollnarkose operiert, ohne Aussicht auf endgültige Heilung.

Alles begann mit einem unangenehmen Fremdkörpergefühl. Dann wurde ihre Stimme ständig heiser. „Zunächst glaubte ich an eine Erkältung. Doch seltsamerweise blieben die typischen Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber aus", erinnert sich die Kölnerin.

 

Ursache für die ständige Heiserkeit: ein Tumor

Deshalb ging die Außenhandels-Kauffrau nach einer Woche zum HNO-Arzt. Der stellte schnell die Ursache der ständigen Heiserkeit fest: Auf ihrer rechten Stimmlippe hatte sich ein Papillom gebildet, ein kleiner, gutartiger Tumor. Der Mediziner überwies sie ins Krankenhaus, wo die Wucherung chirurgisch entfernt wurde. Eine Woche lang musste Ellen Pusch danach in der Klinik bleiben. Doch der Erfolg war nicht von Dauer. „Schon nach einem Jahr wurde meine Stimme wieder dünner, die Halsschmerzen kamen zurück und ich war ständig heiser.“ Ihr HNO-Arzt erklärte, das sei ganz normal. Denn verantwortlich sei ein Virus. Und den könne man nicht vernichten. Nur die von ihm verursachten Wucherungen würden weggeschnitten.

Aggressive Viren

Auslöser der Tumoren an den Stimmlippen ist ein besonderer Stamm der Humanen Papilloma-Viren. Diese Erregerfamilie ist auch dafür bekannt, dass sie bei Frauen den gefürchteten Gebärmutterhalskrebs auslöst. Während diese Krebsform bösartig ist, bleibt die Variante an den Stimmlippen meist gutartig.

Die gegen Gebärmutterhalskrebs empfohlene HPV-Impfung könnte nach Meinung der Mediziner auch Einfluss auf den Virenbefall der Stimmlippen haben. Ob aber bereits infizierte Patienten von einer Impfung nachträglich profitieren, ist noch nicht nachgewiesen. Darum ist bis heute eine endgültige Heilung der Krankheit nicht möglich.

Nach insgesamt zehn Operationen wechselte Ellen Pusch in eine Kölner Klinik. Hier arbeitet Dr. Gero Quante als Experte für Stimm- und Sprachstörungen.

 

Neues Medikament hält Viren in Schach

Dr. Quante: „Durch eine neue Operationstechnik können wir die Missbildungen auf den Stimmlippen jetzt ganz gezielt und schonend entfernen. Weil dabei gesunde Strukturen nicht verletzt werden, ist der Eingriff sogar ambulant möglich.“

Und noch eine Besonderheit wendet der Experte an: „Zum Schluss spritze ich ein Medikament, das die Neubildung des Tumors hemmt. Dadurch verlängert sich die Zeit bis zur nächsten Behandlung jeweils um mehrere Jahre.“

Die Erleichterung bei Ellen Pusch ist groß. Nach dem Eingriff hatte sie ihre Stimme gleich wieder und durfte sofort nach Hause. „Die Kosten der Operation hat die Krankenkasse voll bezahlt“, freut sie sich.

 

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