28. SSW: Vorzeitige Wehen erkennen und vermeiden

Veronika Toth Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

In der 28. SSW müssen viele Frauen aufgrund von Beschwerden kürzertreten: Unterleibsschmerzen, Übungswehen oder gar vorzeitige Wehen sind jetzt möglich. Damit das Baby nicht als Frühgeburt zur Welt kommt, ist es wichtig, die letzten Wochen bis zum errechneten Geburtstermin gut auf den Körper zu hören.

 

Wie lassen sich in der 28. SSW vorzeitige Wehen von Übungswehen unterscheiden?

Bereits ab der 20. SSW sind Übungswehen möglich. Es handelt sich hierbei aber nicht um echte Wehen, die am Anfang des Geburtsweges stehen. Vielmehr trainiert die Gebärmutter für die Geburt: Der Bauch wird hart und rund – etwa für eine Minute. Das passiert in unregelmäßigen Abständen und ist nicht weiter besorgniserregend. Ab der 36. Schwangerschaftswoche tragen sie maßgeblich dazu bei, das Ungeborene in die richtige Geburtsposition zu schieben.

Was vorzeitige Wehen von Übungswehen unterscheidet, sind deutlich spürbare Unterleibsschmerzen mit einer gewissen Regelmäßigkeit, manchmal begleitet von einem Druckgefühl. Die Regelmäßigkeit ist es auch, die den Muttermund öffnet und eine Geburt ermöglicht. Außerdem dauern vorzeitige Wehen länger als 30 Sekunden. Typisch ist außerdem, dass sich die Spannung zuerst im oberen Teil der Gebärmutter ausbreitet und sich dann wie eine Welle nach unten bis zum Muttermund verschiebt. Bei drei bis vier Wehen stündlich ist es möglich, dass eine Frühgeburt bevorsteht.

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Was sind häufige Ursachen für eine Frühgeburt in der 28. SSW?

Die Gründe für eine Frühgeburt in der 28. Schwangerschaftswoche können sehr unterschiedlich sein und selten eindeutig benannt werden. Mögliche Ursachen sind:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • vorausgegangene Fehlgeburt
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Infektionen der Scheide
  • Schwangerschaft vor dem 18. und nach dem 35. Lebensjahr
  • Genuss von Nikotin und Alkohol
  • Psychosoziale Gründe: zum Beispiel Stress, Überforderung, Existenzangst
  • vorausgegangene Frühgeburt oder Totgeburt

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Sind Babys überlebensfähig, wenn sie ab der 28. SSW zur Welt kommen?

Babys, die in der 28. Schwangerschaftswoche oder danach zur Welt kommen, gelten als „sehr früh Geborene“: Die meist weniger als 2.500 Gramm leichten Kinder haben laut Studien in dieser 28. SSW dank moderner Medizin trotzdem eine durchschnittliche Überlebenswahrscheinlichkeit von 96 Prozent.

 

28. Schwangerschaftswoche: Ist Sport erlaubt?

In der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) fühlen sich viele Frauen noch sehr fit und genießen sich und ihr Baby in vollen Zügen. Wer in dieser Zeit noch wie gewohnt Sport treibt, sollte aber unbedingt auf die Zeichen des Körpers achten. Treten beim Sport nämlich plötzlich Unterleibsschmerzen auf, sollte die Sporteinheit beendet werden. Werden die Schmerzen im Unterleib von Schwindel oder Atemproblemen begleitet, ist der Gang zum Arzt empfehlenswert.

Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Schwangere ab der 28. Schwangerschaftswoche auf andere Sportarten umsteigen. Ideal sind beispielsweise Schwimmen, Gymnastik und Yoga sowie Spazierengehen. Es gibt eine Vielzahl an Sportkursen dieser Art, extra für Schwangere. Die Trainer sind ausgebildet und geben wertvolle Tipps. Denn nicht jede Yogastellung ist in der 28. SSW genauso unbedenklich wie ohne.

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Quellen:

Frühgeburt: Wenn es der Nachwuchs eilig hat, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Goerke, Kay (2006): Taschenatlas der Geburtshilfe, Stuttgart: Georg Thieme Verlag

Kainer, Franz & Nolden, Annette (2018): Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche

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