Sprossen: Vielfältiges Superfood

Alexander Scherb Medizinredakteur
Frische Alfalfasprosse
© iStock/NatashaPhoto
Inhalt
  1. Was sind Sprossen eigentlich?
  2. Welche Sprossen gibt es?
  3. Sprossen: Vitamine und Nährstoffe
  4. Sprossen: Wirkung
  5. Sprossen: Geschmack
  6. So schmecken Sprossen am besten
  7. Rezept: Gebratene Nudeln mit Sprossen (vegetarisch)
  8. Darauf sollten Sie bei Sprossen achten
  9. Alternativen zu Sprossen

Es gibt viele leckere Sprossenarten, die jedes Gericht wunderbar erweitern. PraxisVITA stellt die verschiedenen Sprossen vor und erklärt die Eigenschaften des Superfoods.

 

Was sind Sprossen eigentlich?

Der botanische Name von Sprossen macht direkt deutlich, was Sprossen eigentlich sind: Sämlinge. Sprossen sind junge Austriebe von essbaren Pflanzen. Von fast allen essbaren Pflanzen sind auch die Sämlinge essbar. Nur die Sprossen von Nachtschattengewächsen (wie beispielsweise Kartoffeln, Tomaten oder Paprika) sind nicht verzehrbar. 

 

Welche Sprossen gibt es?

Beliebte Sprossen sind Bambussprossen, Rosenkohl-Sprossen, Rotkohl-Sprossen und Kresse. Aber es gibt noch zahlreiche andere Sorten, wie zum Beispiel Sprossen vom Hopfen, Kohlrabi, Rettich, Erbsen und sämtliche Getreidesorten. Da Sprossen nichts anderes sind, als die jungen Triebe von Pflanzen, gibt es quasi genauso viele Sprossen-Arten wie Gemüse. 

 

Sprossen: Vitamine und Nährstoffe

Sprossen gelten als sehr vitaminreich. Sie beinhalten aber auch zahlreiche Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Proteine und Ballaststoffe. Dabei ist die Konzentration an Nährstoffen bei Sprossen meist höher als bei ihren ausgewachsenen Pendants. Ein weiterer Vorteil: Da Sprossen meist roh verzehrt werden, gehen keine Nährstoffe durch Abkochen oder ähnliches verloren. Beispielsweise besitzen 100 Gramm Rettich-Sprossen 29 Milligramm Vitamin C und fast vier Gramm Ballaststoffe. Ein ausgewachsener Rettich besitzt nur noch 25 Milligramm Vitamin C und drei Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm.

 

Sprossen: Wirkung

Die Wirkung von Sprossen ist so vielfältig wie das Angebot. Mal abgesehen davon, dass alle Sprossen sehr gesund sind, haben einzelne Arten noch spezielle Wirkungen im Petto. Kresse beispielsweise beugt Herz-Kreislauferkrankungen vor und senkt den Blutzuckerspiegel. Broccoli-Sprossen sind momentan die Hoffnung in der Krebstherapie. Das Senföl Sulphoraphan ist in ihnen besonders stark enthalten und soll das Krebswachstum hemmen. Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit diesem Wirkstoff. 

Sprossen ziehen
Selber anbauen  

Sprossen ziehen – Anleitung für Zuhause

 

Sprossen: Geschmack

Natürlich unterscheiden sich die verschiedenen Sprossen auch im Geschmack. Manche Sprossen schmecken eher herb, andere mild bis süßlich. Es kommt ganz auf Ihren Geschmack an, welche Sprossen Sie bevorzugen. Allerdings eigenen sich alle Sprossen für das ein oder andere Gericht. Probieren Sie die unterschiedlichen Arten doch einfach aus. 

 

So schmecken Sprossen am besten

Sprossen können überall hinzugegeben werden. Ob in einer Suppe, im Salat oder als Verzierung in Smoothies oder Shakes. Es gibt quasi eine unendliche Anzahl von Verwendungsmöglichkeiten. Wir stellen allerdings ein klassisches Rezept vor. 

Gebratene Nudeln mit Sprossen
Das kleine Gemüse steckt voller wertvoller Vitamine © iStock/ninelutsk
 

Rezept: Gebratene Nudeln mit Sprossen (vegetarisch)

Zutaten (Für 2 Personen)

  • 4 Mu-Err-Pilze, getrocknet
  • 100 g Spargel, grün
  • 100 ml Öl
  • 125 g Tofu kleine Stücke
  • 125 g chinesische Eiernudeln
  • 25 ml Gemüsebrühe
  • 1/2 EL Sojasauce
  • 1/2 EL Speisestärke 
  • 3 EL Wasser
  • 6 EL Öl (Erdnussöl)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL frischen Ingwer
  • 50 g Karotten
  • 100 g Lauch
  • 50 g Champignons
  • 50 g Mungosprossen 
  • 1/2 TL Öl (Sesamöl)
  • 1/2 EL frischen Koriander

Zubereitung

Die Mu-Err-Pilze circa eine Stunde in Wasser quellen lassen. Anschließend in kleine Stücke schneiden. Den Spargel in mundgerechte Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser zwei Minuten blanchieren. Zwei EL Öl in einem Wok erhitzen und den Tofu kurz von allen Seiten braun anbraten. Anschließend herausnehmen und abtupfen. Die Nudeln so lange kochen, bis sie al dente sind. Den Ingwer und den Knoblauch fein hacken. Die Karotten in Streifen, den Lauch in kleine Ringe und die Champignons in Scheiben schneiden. 
Zwei EL Öl erneut im Wok erhitzen und die Nudeln zwei Minuten anbraten und im Anschluss herausnehmen. Noch einmal zwei EL Öl im Wok erhitzen und den Knoblauch und den Ingwer kurz anbraten. Karotten und Pilze hinzugeben und eine Minute anbraten. Spargel, Lauch, Sprossen und Champignons hinzugeben und eine weitere Minute anbraten. Gemüsebrühe und Sojasauce hinzugeben und abgedeckt circa drei Minuten köcheln lassen. Speisestärke in drei EL Wasser auflösen und unterrühren. Alles noch einmal aufkochen lassen. Zuletzt noch den Tofu unterheben und mit dem Koriander garnieren. Wer es gerne mit Fleisch mag, kann Hühnchen statt des Tofus nehmen. 

 

Darauf sollten Sie bei Sprossen achten

Wir alle erinnern uns wohl noch an 2011 und den EHEC-Vorfall, ausgelöst von ägyptischen Sprossen. Zwar haben die Unternehmen aus diesem Fall gelernt und kontrollieren Sprossen wesentlich strenger, trotzdem sind die Sämlinge sehr anfällig gegen gesundheitsschädliche Keime. Deswegen sollten Sie Sprossen – egal welcher Art – vor Verzehr kurz blanchieren, um mögliche Keime abzutöten. Sie können verschiedene Sprossen wie Kresse auch ganz leicht in den eigenen vier Wänden züchten. Dann minimieren Sie die Gefahr durch Keime zusätzlich. 

 

Alternativen zu Sprossen

Generell ist in Sprossen nichts, was nicht auch in anderen Lebensmitteln zu finden ist. Ihre Bezeichnung Superfood bekommen sie nur deshalb, weil in ihnen mehr Nährstoffe im Vergleich zum Gewicht stecken, als in ausgewachsenem Gemüse. Sollten Sie Sprossen nicht mögen, können Sie auch ganz einfach auf die ausgewachsene Pflanze zurückgreifen. Sie bieten Ihnen die selben Nährstoffe, wenn auch nicht mehr in der Konzentration. 
 

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