Spritzen gegen gefährliches Insektengift

Bei einer Hyposensibilisierung spritzt der Arzt kleine Mengen eines Insektengifts
Bei einer Hyposensibilisierung spritzt der Arzt kleine Mengen eines Insektengifts, um den Körper an dieses zu gewöhnen © Fotolia

Auf das Insektengift von Bienen oder Wespen, seltener auch von Hummeln oder Hornissen, reagieren 3,3 Millionen Deutsche überempfindlich. Wenn sie gestochen werden, gehen ihre Beschwerden weit über eine gerötete Quaddel rings um die Einstichstelle hinaus. Mit dieser Methode können Sie sich schüzen.

Ein einziger Stich kann für sie dramatische Folgen haben: Innerhalb von Minuten, manchmal sogar Sekunden, läuft die Nase, die Augen tränen, es entstehen riesige, rote Schwellungen. Es drohen Blutdruckabfall und Atemnot bis hin zu Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand. Im Extremfall kann der Stich sogar tödlich enden.

 

Gefahr Insektengift

Wie eine Studie aus dem Münchner Raum zeigt, ahnen die meisten Betroffenen aber nicht einmal, welche Gefahr ihnen durch das Insektengift droht. Nur 13 von 59 Patienten, die wegen eines Insektenstiches notärztlich behandelt wurden, bekamen nach dem Notfall den Rat, einen Allergologen aufzusuchen und eine Hyposensibilisierung durchführen zu lassen.

 

Mit Hyposensibilisierung gegen das Insektengift

Bei einer Hyposensibilisierung wird der Allergiker langsam an das für ihn kritische Insektengift gewöhnt – eine Therapie, die fast immer erfolgreich verläuft. 80 Prozent aller Patienten werden ihre Allergie vollkommen los. Bei weiteren 15 Prozent fallen die Reaktionen auf einen Stich hinterher wesentlich schwächer aus.

Bei der Hyposensibilisierung spritzt der Arzt kleine Dosen mit dem Gift unter die Haut des Patienten. Auf diese Weise wird das Immunsystem kontinuierlich an die problematischen Eiweißstoffe im Insektengift gewöhnt, so dass es sich am Ende dagegen wehren kann.

 

Zwei Wege der Hyposensibilisierung

Zwei Wege der Hyposensibilisierung stehen dem Patienten zur Verfügung. Für die Schnellhyposensibilisierung begibt er sich für eine Woche in die Klinik und durchläuft anschließend über mehrere Jahre die ambulante Fortsetzungsbehandlung. Bei der konventionellen Behandlung erfolgen die Injektionen von Anfang an ambulant, zunächst in ein- bis zweiwöchigen Abständen, schließlich in Monatsabständen.

Für die Schnellhyposensibilisierung spricht, dass schon nach kurzer Zeit ein Schutz aufgebaut ist. Außerdem halten fast alle Patienten die Behandlung bis zum Ende durch. Bei der konventionellen Behandlung bricht fast die Hälfte die Therapie irgendwann ab.

Auch während und nach einer Hyposensibilisierung sollten Insektenstichallergiker im Sommer immer ein vom Arzt verschriebenes Notfallset bei sich tragen.

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