Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber!

Reden Sie mit ihrem Arzt über Krankheiten
Auch wenn Sie sich für eine Krankheit schämen, gehen Sie zu Ihrem Arzt und reden Sie mit ihm darüber. Er beschäftigt sich jeden Tag mit solchen Leiden und ist da, um Ihnen zu helfen © Fotolia

Viele versuchen Krankheiten, die ihnen peinlich sind, selbst zu behandeln. Andere machen nichts: Sie warten und hoffen - ein großer Fehler!

Ob es nun die schmerzende Bandscheibe, ein pochender Backenzahn oder einfach ein Hühnerauge ist - Menschen reden viel über ihre körperlichen Beschwerden. Über die meisten zumindest. Gewisse Krankheiten dagegen sind vielen so peinlich, dass sie nicht einmal einem Arzt davon erzählen mögen. Das aber ist nicht nur gefährlich, sondern auch völlig unnötig. Denn was Ihnen peinlich erscheint, ist für den Arzt Alltag. Er beschäftigt sich Tag für Tag mit solchen oder ähnlichen Leiden und hat nur eines im Sinn: Sie davon zu befreien. Deshalb keine falsche Scham: Gehen Sie zum Arzt - wenn Sie Beschwerden wie die folgenden plagen:

 

Hämorrhoiden

Jeder von uns hat sie. Zum Problem werden die Gewebepolster am Enddarm erst, wenn Sie sich krampfaderartig erweitern oder gar entzünden. Da diese Erkrankung mit der Zeit fortschreitet, gilt: Je früher Sie einen Arzt aufsuchen, desto besser. Symptome: Juckreiz, Brennen und Nässen am After, Blutspuren im Stuhl. Ursache: Gründe dafür sind z. B. Überanstrengung durch zu heftiges Pressen, Übergewicht und eine ballaststoffarme Ernährung. Behandlung: Sie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung: Hämorrhoiden ersten Grades werden verödet. Im fortgeschrittenen Stadium werden sie mit einem Gummiring abgebunden und sterben nach einigen Tagen unbemerkt ab. Die Therapien sind schmerzfrei. Nur in besonders schweren Fällen wird operiert.

 

Blähungen

Dezent und regelmäßig - so wünschen wir uns die Verdauung. Gase, die entweichen müssen - was ganz normal ist. Problematisch wird es erst, wenn diese sich stauen. Symptome: ein aufgeblähter Bauch, Völlegefühl, häufiger Abgang von Darmgasen (mehr als 25-mal pro Tag), Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, die zum Rücken und sogar bis zum Herzen ausstrahlen können. Ursache: Der Arzt kann abklären, ob z. B. falsche Ernährung, Stress oder Medikamente der Auslöser sind - oder ob womöglich eine ernstere Erkrankung an Leber, Bauchspeicheldrüse oder Darm dahintersteckt. Behandlung: Bei starken Beschwerden kann der Arzt krampflösende Schmerzmittel verschreiben. Liegt den Blähungen keine Erkrankung zugrunde, helfen diese Hausmittel: Kümmel-Anis-Fenchel-Tee, kreisende Bauchmassagen (im Uhrzeigersinn) oder eine Wärmflasche. Verzichten Sie besser auf blähende Speisen wie Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln sowie auf Mineralwasser mit Kohlensäure.

 

Scheidenpilz

Diese Infektion ist zwar lästig, aber meist gut zu behandeln. Symptome: Es juckt und brennt, häufig kommt ein bröckeliger, heller Ausfluss dazu. Ursache: Oft ist übertriebene Intimhygiene der Grund - zu viel Seife zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Der Pilz hat dann leichtes Spiel. Auch eine geschwächte Abwehr erhöht das Risiko zu erkranken - zum Beispiel nach einer Antibiotika-Therapie. Behandlung: Mit rezeptfreien Salben oder Vaginalzäpfchen (Apotheke) ist das Problem in der Regel gut in den Griff zu kriegen. Wichtig: Tritt nach drei Tagen keine Besserung ein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen - es könnte bedeuten, dass eine bakterielle Infektion vorliegt.

 

Wann muss ich zum Arzt?

Bei Hämorrhoiden lindert eine Selbstmedikation mit Salben (Apo.) zwar die Symptome, hält das Fortschreiten der Erkrankung aber nicht auf. Je länger der Arztbesuch aufgeschoben wird, desto aufwändiger die Therapie. Blähungen sind ein Fall für den Doktor, wenn sie sehr häufig und mit Schmerzen verbunden sind. Eine Pilzinfektionen können Sie 2-3 Tage selbst behandeln, dann ist Expertenrat nötig.

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